Die Ergebnisse der Unternehmensbefragung zu den Deutschen Auslandsschulen des Auswärtigen Amts und der Deutschen Industrie- und Handelskammer aus dem Sommer 2025 zeigt: Über die Hälfte der Unternehmen (56 %) arbeitet bereits mit einer Auslandsschule zusammen. Wichtige Themenfelder der Kooperation sind Schulbesuche und Vorträge, Praktika und Sponsoring. Foto: AdobeStock_115980246
Zwischen dem 15.05. und 16.06.2025 führten das Auswärtige Amt und die Deutsche Industrie- und Handelskammer eine weltweite Umfrage unter den rund 46.000 deutschen Mitgliedsunternehmen der Auslandshandelskammern durch. Der Fokus der Befragung lag auf der Wahrnehmung, Bedeutung und Erfahrung der Unternehmen mit anerkannten Deutschen Auslandsschulen (DAS).
Insgesamt wurden 438 vollständige Fragebögen erfasst, die für die Auswertungen herangezogen wurden.
- Die häufigsten Unternehmensstandorte waren Brasilien (46), gefolgt von Spanien (41), den USA (37) und Ägypten (34).
- Insgesamt waren Unternehmen in Europa (ca. 25 %) und Lateinamerika (20 %) am häufigsten vertreten, gefolgt von Nordamerika und Asien (je ca. 15 %).
- Rückmeldungen stammten v.a. von Unternehmen mit einer örtlichen DAS (79 %).
- Die meisten Unternehmen (73 %) waren kleine oder mittelständische (max. 250 Mitarbeitende).
Auslandsschulen sind ein wichtiger Standortfaktor und tragen langfristig zur Fachkräftesicherung bei
- Drei Viertel der Unternehmen (74 %) halten die örtliche DAS für wichtig bis sehr wichtig für die Rekrutierung von Personal.
- 4 von 10 Unternehmen (41 %) haben in der Vergangenheit DAS-Absolventen eingestellt, v.a. in Afrika, Lateinamerika und Europa.
Bei Unternehmen ohne DAS am Standort bewerten 57 % eine DAS als mindestens wichtig für die Rekrutierung.
Auslandsschulen und Unternehmen kooperieren eng und langfristig
- Über die Hälfte der Unternehmen (56 %) arbeitet bereits mit einer Auslandsschule zusammen.
- In 2 von 3 Fällen (62 %) ist die Kooperation langfristig angelegt.
Wichtige Themenfelder umfassen Schulbesuche und Vorträge, Praktika und Sponsoring. Und: Die Unternehmen sind zufrieden mit der Kooperation.
- Über die Hälfte der Unternehmen (51 %) berichten von positiven Erfahrungen bei der Kooperation mit den örtlichen DAS.
- Mehr als 8 von 10 Unternehmen (84 %) stehen der allgemeinen Auslandsschularbeit mindestens
Quelle: Auswärtiges Amt/DIHK, August 2025
Auswärtiges Amt und DIHK Partner des WDA
Der WDA tauscht sich mit dem Auswärtigen Amt zu Themen rund um die Deutschen Auslandsschulen aus. Vertreterinnen und Vertreter des Auswärtigen Amts und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen nehmen an WDA-Veranstaltungen der Gemeinschaft der Deutschen Auslandsschulen teil. Der WDA als Interessenvertreter der freien, gemeinnützigen Schulträger der Deutschen Auslandsschulen bringt ihre Stimme bei den fördernden Stellen ein.
Ein langfristiges Kooperationsprojekt mit der DIHK ist der DIHK-Auslandsschulwettbewerb. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer zeichnet jedes zweite Jahr das besondere Engagement der Deutschen Auslandsschulen aus. Der Wettbewerb „Schüler bauen weltweit Brücken“ zeigt, wie Deutsche Auslandsschulen mit innovativen Projekten internationale Bildung, Wirtschaftsnähe und nachhaltiges Engagement verbinden. Der WDA-Vorstandsvorsitz ist Teil der Jury des IHK-Auslandsschulwettbewerbs und WDA-Geschäftsführer Thilo Klingebiel vertritt den WDA im Lenkungsausschuss des Wettbewerbs. Die DIHK bereitet zurzeit den 10. DIHK-Auslandsschulwettbewerb vor. Die Ausschreibung des Wettbewerbs ist geplant für Mai/Juni 2026; der Bewerbungszeitraum endet voraussichtlich im Oktober 2026. Am Festabend der AHK-Weltkonferenz findet nach aktuellem Stand die Preisverleihung statt, wahrscheinlich am 11. Mai 2027.
Schülerinnen und Schüler an Deutschland binden
Im Rahmen seiner Interessenvertretung betont der WDA die vielen Wertbeiträge der Deutschen Auslandsschulen, wie im Bereich der Fachkräfte. Die Deutschen Auslandsschulen bieten nicht nur exzellente Bildung, sie stärken auch den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland und erhöhen die Mobilität sowie Internationalität deutscher Unternehmen und deren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Der Bundestag (2019) hebt hervor, dass vor dem Hintergrund des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, die derzeit über 85.000 Schülerinnen und Schüler der Deutschen Auslandsschulen „in besonderem Maße qualifiziert“ sind, „an deutschen Hochschulen zu studieren, eine duale Berufsausbildung zu absolvieren sowie einen Teil des Berufslebens oder das gesamte Berufsleben in Deutschland zu verbringen“. Überdies können sie die in Deutschland erworbenen Kenntnisse auch bei der Rückkehr in ihre Herkunftsländer anwenden und dadurch neue Impulse für Entwicklung vor Ort setzen.“
Wer den Fachkräftemangel von morgen verhindern will, darf dieses Potenzial an hervorragend ausgebildeten, mehrsprachigen und die deutsche Kultur lebenden Schülerinnen und Schülern nicht vernachlässigen, sondern muss sie aktiv fördern und weiter an Deutschland binden.
Weitere Informationen
- Positionspapiere des WDA
- Interview mit MdB Susanne Hierl: Deutsche Auslandsschulen stärker in Fachkräftestrategie einbinden
- Gespräch mit Staatssekretär Dr. Jens Brandenburg zu beruflicher Bildung und Fachkräften
- Treffen mit Generalsekretär des DAAD zu Fachkräften und Potenzial Deutscher Auslandsschulen
- Good Practice in den Auslandsschulen: Brücken bauen mit Herz in Kairo
- 10. DIHK-Auslandsschulwettbewerb 2026/2027