WDA bei Botschafterkonferenz: Perspektive der Auslandsschulen vertreten

Die Botschafterkonferenz 2026 befasste sich mit der deutschen Außenpolitik in einem veränderten geopolitischen, wirtschaftlichen und technologischen Umfeld. Beim Wirtschaftstag vertrat WDA-Geschäftsführer Thilo Klingebiel die Perspektive der Deutschen Auslandsschulen.

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​Die Botschafterkonferenz 2026 befasste sich mit der deutschen Außenpolitik in einem veränderten geopolitischen, wirtschaftlichen und technologischen Umfeld. Foto: WDA.

Wie kann Deutschland seine Außenpolitik angesichts geopolitischer, wirtschaftlicher und technologischer Veränderungen wirksam gestalten? Diese Frage prägte die Konferenz der Leiterinnen und Leiter deutscher Auslandsvertretungen 2026. Beim Wirtschaftstag war auch Thilo Klingebiel, Geschäftsführer des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen, vor Ort und vertrat die Perspektive der Deutschen Auslandsschulen.

WDA bringt Perspektive der Deutschen Auslandsschulen ein

Vom 7. bis 11. September 2026 trafen sich die Leiterinnen und Leiter der 225 deutschen Auslandsvertretungen in Berlin. Im Zentrum der Konferenz standen die Ausgestaltung der deutschen Außenpolitik und die Frage, wie der Auswärtige Dienst für neue Herausforderungen schlagkräftig aufgestellt werden kann. Schwerpunkte waren unter anderem Sicherheit, Außenwirtschaft und Handel sowie Künstliche Intelligenz und neue Technologien.

WDA-Geschäftsführer Thilo Klingebiel war beim Wirtschaftstag der Botschafterkonferenz vor Ort und vertrat die Sicht der Deutschen Auslandsschulen. Damit brachte der Weltverband die Perspektive der freien, gemeinnützigen Schulträger in ein Umfeld ein, in dem Leiterinnen und Leiter deutscher Auslandsvertretungen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zusammenkommen.

Diese Präsenz knüpft an die kontinuierliche Interessenvertretung des WDA an. Der Verband bringt die Erfahrungen und Bedarfe der Deutschen Auslandsschulen regelmäßig gegenüber Politik, fördernden Stellen und Partnern aus der Wirtschaft ein.

Außenpolitik und Wirtschaft enger zusammendenken

Beim Wirtschaftstag stellte Außenminister Johann Wadephul die Bedeutung internationaler Partnerschaften für Deutschland heraus. Angesichts einer grundlegend veränderten Weltwirtschaftslage seien offene Märkte, verlässliche Handelsregeln und diversifizierte wirtschaftliche Beziehungen zentral. Zugleich betonte er, dass Außenpolitik und Wirtschaft enger zusammenarbeiten müssten. Bei den Ländertischen kamen deshalb die Leiterinnen und Leiter der Auslandsvertretungen direkt mit Vertreterinnen und Vertretern deutscher Unternehmen ins Gespräch.

Für die Deutschen Auslandsschulen ist dieser Zusammenhang unmittelbar relevant. Sie sind keine wirtschaftspolitischen Akteure, schaffen aber über Bildung langfristige Beziehungen zwischen Deutschland und den Gesellschaften ihrer Sitzländer. Sie unterstützen die internationale Mobilität von Familien, vermitteln deutsche Sprache und Bildung und bilden junge Menschen aus, die später in ihren Herkunftsländern, in Deutschland oder in internationalen Zusammenhängen tätig werden.

Wie eng Auslandsschulen und Wirtschaft bereits verbunden sind, zeigt eine weltweite Unternehmensbefragung des Auswärtigen Amts und der Deutschen Industrie- und Handelskammer aus dem Sommer 2025. Für die Auswertung lagen 438 vollständige Fragebögen vor. 74 Prozent der befragten Unternehmen mit einer Deutschen Auslandsschule vor Ort bewerteten diese als wichtig bis sehr wichtig für die Rekrutierung von Personal. 56 Prozent der Unternehmen arbeiteten bereits mit einer Auslandsschule zusammen. In 62 Prozent dieser Fälle war die Kooperation langfristig angelegt.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass Deutsche Auslandsschulen für international tätige Unternehmen weit mehr als ein Bildungsangebot für entsandte Familien sind. Sie sind zugleich Teil eines Umfelds, in dem Fachkräfte, internationale Erfahrungen und langfristige Beziehungen entstehen.

Deutsche Auslandsschulen schaffen Netzwerke über Generationen

Das Auswärtige Amt beschreibt Deutsche Auslandsschulen als Instrument der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Sie fördern interkulturellen Dialog, vermitteln ein modernes Deutschlandbild und stärken die deutsche Sprache. Gleichzeitig entstehen über Schülerinnen und Schüler, Familien und Alumni internationale Netzwerke, die Deutschland dauerhaft mit den jeweiligen Partnerländern verbinden.

An Deutschen Auslandsschulen lernen Kinder und Jugendliche unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft gemeinsam. Sie erwerben deutsche, nationale oder internationale Abschlüsse und entwickeln sprachliche sowie interkulturelle Kompetenzen. Die Wirkung reicht weit über die Schulzeit hinaus: Viele Absolventinnen und Absolventen bleiben Deutschland über Studium, Ausbildung, Beruf, Sprache und persönliche Beziehungen verbunden.

Deutsche Auslandsschulen schaffen damit Verbindungen, die über viele Jahre und Generationen wirken können. In einer Außenpolitik, die stärker auf belastbare Partnerschaften, wirtschaftliche Resilienz und internationale Netzwerke setzt, kommt dieser langfristigen Bildungsarbeit eine besondere Bedeutung zu.

Auslandsvertretungen und Schulen wirken im selben internationalen Umfeld

Für die Deutschen Auslandsschulen sind Botschaften und Generalkonsulate zugleich Teil ihres institutionellen Umfelds im jeweiligen Gastland. Beide bewegen sich im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik und stehen mit staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Partnern vor Ort im Austausch.

Die Botschafterkonferenz 2026 macht deutlich, wie stark sich dieses Umfeld verändert. Geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Verschiebungen, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz prägen Diplomatie und Wirtschaft ebenso wie die Lebens- und Arbeitswelten der Schulgemeinschaften.

Der Austausch zwischen Deutschen Auslandsschulen, Auslandsvertretungen, fördernden Stellen und weiteren Partnern gewinnt deshalb weiter an Bedeutung. Die Teilnahme von WDA-Geschäftsführer Thilo Klingebiel am Wirtschaftstag steht für diesen Ansatz: Die Perspektive der Deutschen Auslandsschulen gehört in die Diskussion darüber, wie Deutschland seine internationalen Beziehungen und Partnerschaften langfristig gestaltet.

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