Foto Copyright: Stiftung Jugend forscht e. V./Schaeffler
Beim 61. Bundeswettbewerb Jugend forscht wurden die besten Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher Deutschlands und aus den Auslandsschulen ausgezeichnet. Insgesamt wurden 6.302 Forschungsprojekte eingereicht. Für das Bundesfinale hatten sich nach den Regional- und Landeswettbewerben 159 Jugendliche qualifiziert.
Bundessieg und Sonderpreise für Auslandsschulen
Eine besondere Auszeichnung ging dabei an eine Deutsche Auslandsschule. Nachdem bereits in den vergangenen Jahren Deutsche Auslandsschulen Preise erhielten, wurde 2026 der Bundessieg „Preis für eine außergewöhnliche Arbeit“ an Schülerinnen und Schüler einer Deutschen Auslandsschule verliehen. Als Schirmherr von Jugend forscht stiftet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier jedes Jahr den „Preis für eine außergewöhnliche Arbeit”. In diesem Jahr geht er an Viyona und Aarav Singh (beide 14) aus Sunnyvale, Kalifornien (USA) von der GISSV German International School of Silicon Valley Mountain View. Die beiden zeigten, dass sich die seltenen, spiegelbildlichen Varianten bestimmter Proteine mithilfe physikbasierter Modelle besser als mittels KI-basierter Modelle vorhersagen lassen. Um das „KI-Versagen“ zu erklären, kommen beide anhand ihrer Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass eine Kombination mit physikbasierten Modellen erforderlich ist, um eine wesentlich genauere Strukturvorhersage zu ermöglichen.
Der Bundespräsident ist zudem Schirmherr des deutschen Auslandsschulwesens.
In unterschiedlichen Fachbereichen erfolgreich
Auch in anderen Fachbereichen waren Schülerinnen und Schüler Deutscher Auslandsschulen erfolgreich:
Einen Sonderpreis Geo- und Raumwissenschaft erhielten Ayşe Melike Acar (18) und Esra Erdem (17) vom Istanbul Lisesi für das Projekt „Teilchenbeschleunigung im Universum. Optische Variabilitäts-Zeitskalen von S5 0716+714 und ihre Bedeutung für die Jetstruktur“.
Milena Zoe Iglesias Berestan (18), Bruno Osmar Reich (18) und Solana Sandleris (18) von der Pestalozzi-Schule Buenos Aires wurden im Bereich Biologie für ihr Projekt „Nachtmodus aktiviert: Mehr als Bildschirme: Auswirkungen verschiedener Lichtwellen auf Zellen und Schlafrhythmus“ ausgezeichnet.
Victor Gurbani (17) von der Deutschen Schule Madrid erhielt einen Sonderpreis im Bereich Mathematik/Informatik für sein Projekt „Eine Landkarte für Musik – Empirische musikalische Kartographie: Landschaft harmonischer und melodischer Stile“.
MINT-Förderung mit Wirkung
Jugend forscht ist Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb. Ziel ist es, Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu begeistern, Talente zu entdecken und zu fördern. Jährlich finden dazu bundesweit mehr als 120 Wettbewerbe statt. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche ab der 4. Klasse bis zum Alter von 21 Jahren. Die Teilnehmenden entwickeln eigenständig eine Forschungsfrage und bearbeiten diese in einem wissenschaftlichen Projekt. Für die besten Arbeiten werden Geld- und Sachpreise vergeben. Den 61. Bundeswettbewerb richtet die Stiftung Jugend forscht e. V. gemeinsam mit der Schaeffler AG in Herzogenaurach aus.
WDA setzt sich für Anerkennen dieser Talente ein
Die Erfolge der Schülerinnen und Schüler zeigen, welches Potenzial in einer gezielten MINT-Förderung liegt. Der Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA) unterstützt die Stärkung der MINT-Bildung an Deutschen Auslandsschulen unter anderem durch Kooperationen wie etwa mit dem Nationalen MINT Forum, MINT-EC und der Initiative „MINT Zukunft schaffen!“. Zuletzt wurden auf der WDA-Tagung 2026 erneut Zertifikate durch Benjamin Gesing, Geschäftsführer von „MINT Zukunft schaffen!“, an einige Deutsche Auslandsschulen verteilt.
Bedeutendes Potenzial für die deutsche Wirtschaft
Die Absolventinnen und Absolventen Deutscher Auslandsschulen haben ein bedeutendes Potenzial für die deutsche Wirtschaft. Sie sprechen Deutsch, sind mit der deutschen Kultur vertraut und hoch qualifiziert. Dies unterstreicht auch eine von der Bertelsmann Stiftung geförderte Studie des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen. Die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind stark verbreitet: Technik und Ingenieurwissenschaften sind unter den Absolventen die beliebteste Fachrichtung; auch Medizin/Gesundheitswesen und Naturwissenschaften/Mathematik werden häufig genannt. Ferner hebt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in seinem Bericht zu den Deutschen Auslandsschulen, die Bedeutung der Deutschen Auslandsschulen explizit hervor, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dies unterstreicht auch der MINT-Report vom Herbst 2025.
Der WDA hebt den Talentpool an Absolventinnen und Absolventen Deutscher Auslandsschulen auch im MINT-Kontext in seinen Stellungnahmen hervor.
Weitere Informationen
- Jugend forscht 2026: Deutschlands beste Nachwuchstalente ausgezeichnet
- Preisträgerinnen und Preisträger 2026
- Auslandsschulen überzeugen mit MINT-Talenten bei „Jugend forscht“ (WDA-Bericht über Gewinner 2025)
- Auch die Tagesschau berichtete über den Wettbewerb.
- WDA-Initiativen zu MINT und Fachkräften
- Stellungnahme des WDA zur Work-and-Stay-Agentur für Fachkräfteeinwanderung
- Positionspapiere des WDA
- Internationale MINT-Talente: Report zeigt wichtige Rolle der Deutschen Auslandsschulen für Deutschlands Innovationskraft
- Fachkräftemigration: Deutsche Auslandsschulen leisten Beitrag zum Triple Win
- Auslandsschulen als Ressource der deutschen Wirtschaft stärken
- Unternehmensbefragung zeigt: Deutsche Auslandsschulen wichtiger Standortfaktor, tragen langfristig zu Fachkräftesicherung bei
- Beitrag von MINT-Zukunft schaffen
