Stellungnahme des WDA zur Work-and-Stay-Agentur für Fachkräfteeinwanderung

Der WDA hat eine Stellungnahme zu den Eckpunkten einer Work-and-Stay-Agentur zur Fachkräfteeinwanderung vorgelegt. Diese knüpft an das Fachkräfteeinwanderungsgesetz an, das die Rolle der Deutschen Auslandsschulen bereits anerkennt. Mit seiner Stellungnahme setzt sich der WDA weiter für die Förderung der Deutschen Auslandsschulen ein und stärkt ihre Rolle für die Fachkräftesicherung. Ziel der Agentur ist es, Anerkennungsverfahren zu erleichtern.

Stellungnahme des WDA zur Work-and-Stay-Agentur für Fachkräfteeinwanderung cover

Die neueste Stellungnahme des WDA beschäftigt sich mit den Eckpunkten einer Work-and-Stay-Agentur zur Fachkräfteeinwanderung. Foto: AdobeStock_115980246.

Das Bundeskabinett hat Eckpunkte für den Aufbau der sogenannten Work-and-Stay-Agentur zur Fachkräfteeinwanderung zur Arbeitsmigration beschlossen. Momentan läuft dazu ein Anhörungsverfahren, bei dem der WDA sich eingebracht hat. Ziel der Agentur ist es, Anerkennungsverfahren zu erleichtern und Anträge zentral über eine digitale Plattform zu ermöglichen.

​Erwerbs- und Bildungsmigration erleichtern

​Das Eckpunktepapier aus November 2025 macht insbesondere auf der ersten Seite deutlich, dass es um alle Prozesse geht, die mit Erwerbs- und Bildungsmigration zu tun haben. Deshalb erklärt die Präambel am Anfang der WDA-Stellungnahme die Zusammenhänge kurz und knapp:
Die Bedeutung der Deutschen Auslandsschulen für die Fachkräftesicherung ist anerkannt und wird bereits im Fachkräfteeinwanderungsgesetz gewürdigt. Schülerinnen und Schüler bauen bereits in der Schulzeit mit Deutschland verbundene Bildungsbiografien auf, studieren oder arbeiten nach dem Abschluss in Deutschland und bleiben über ihr Berufsleben mit Deutschland verbunden. Diese besonders qualifizierte Zielgruppe kommt damit auf ihrer Customer Journey mit der gesamten Breite der Verwaltungsverfahren und -kultur in Kontakt. Diese müssen so gestaltet sein, dass kein Talent der Deutschen Auslandsschulen verloren geht.

Vorhandene Potenziale nutzen

​​85.000 Schülerinnen und Schüler besuchen 137 anerkannte Deutschen Auslandsschulen in über 70 Ländern. DAs sind 85.000 Schüler, die in der Welt zu Hause sind und doch eine nachhaltige Bindung zu Deutschland haben.

Die Absolventinnen und Absolventen Deutscher Auslandsschulen haben ein bedeutendes Potenzial für die deutsche Wirtschaft. Sie sprechen Deutsch, sind mit der deutschen Kultur vertraut und hoch qualifiziert. Dies unterstreicht auch eine von der Bertelsmann Stiftung geförderte Studie des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen. Die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind weit verbreitet: Technik und Ingenieurwissenschaften sind unter den Absolventen die beliebteste Fachrichtung; auch Medizin/Gesundheitswesen und Naturwissenschaften/Mathematik werden häufig genannt. Ferner hebt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in seinem Bericht zu den Deutschen Auslandsschulen, die Bedeutung der Deutschen Auslandsschulen explizit hervor, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dies unterstreicht auch der aktuelle MINT-Report vom Herbst 2025.

​Gut ausgebildete, mehrsprachige Schüler, die die deutsche Kultur leben, müssen gefördert und an Deutschland gebunden werden, um den Fachkräftemangel von morgen zu verhindern.

Zentrale Punkte für die Deutschen Auslandsschulen

Die Bedeutung der Deutschen Auslandsschulen sollte sich in folgenden zentralen Punkten in der Work and Stay-Agentur widerspiegeln:

  1. Die Work and Stay-Agentur soll ausdrücklich die Rahmenbedingungen für die Ausschöpfung der Potenziale der Schülerinnen und Schüler und Absolventinnen und Absolventen von Deutschen Auslandsschulen schaffen – ob innerhalb oder außerhalb der EU. Dabei sind nicht nur deutsche Abschlüsse einschließlich der deutschen berufsbildenden Abschlüsse zu berücksichtigen, sondern auch das Deutsche Gemischtsprachige International Baccalaureate (GIB) und das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (DSD). All diese Abschlüsse werden auf der Grundlage des Auslandsschulgesetzes §2, Abs. 2 an Deutschen Auslandsschulen staatlich gefördert. Diese Abschlüsse bedingen das Alleinstellungsmerkmal der Deutschen Auslandsschulen, Sprach- und Studierfähigkeit im Paket anzubieten. Dieses Alleinstellungsmerkmal sollte in den angepassten Verfahren der Work and Stay-Agentur verankert werden. Absolventen der DAS sind durch ihre sprachliche und kulturelle Vorintegration „ideale Fachkräfte“. Die neue Agentur muss sicherstellen, dass Visa-Verfahren für diese Gruppe mit Priorität und privilegiert erfolgen.

    Aus diesem Grund sollte, auch um den Verwaltungsaufwand wie angestrebt gering zu halten, für alle Verfahren das Kriterium „Verfügt über Abschluss nach Auslandsschulgesetz §2, Abs. 2“ digital erfasst und als Vorteil für die Einwanderung gewertet werden. Dadurch sollen Schüler und Absolventinnen und Absolventen Deutscher Auslandsschulen statistisch besser erfasst werden können, um zukünftig ein effektives Bildungscontrolling durchführen zu können.

  2. Zu diesem Zweck muss die Work and Stay-Agentur auch die Digitalisierung von Schulabschlüssen und Sprachdiplomen (DSD) von Deutschen Auslandsschulen vorantreiben, um eine nahtlose Integration der Daten in das digitale Portal der Agentur nach dem „Once-Only-Prinzip“ zu ermöglichen
  3. Diese vereinfachten Verfahren sollten nicht nur für alle Schülerinnen und Schüler mit Abschlüssen gemäß § 2 ASchulG gelten, sondern auch für Schüleraustausche und Betriebspraktika von Deutschen Auslandschulen nach § 2 ASchulG.
  4. Die Hürde, dass ausländische Studierende ein Sperrkonto vorweisen müssen, sollte für Absolventinnen und Absolventen von Deutschen Auslandsschulen abgesenkt bzw. im Rahmen der Work and Stay-Agentur vereinfacht werden.
  5. Die Deutschen Auslandsschulen sollten als „Recruiting-Hubs“ in die IT-Plattform integriert sowie explizit als strategische Partner und Rekrutierungszentren eingebunden werden.
  6. Die Agentur soll den Aufbau von Netzwerken zwischen DAS und der deutschen Wirtschaft auch digital institutionalisieren, um Absolventen gezielt in Ausbildung und Beruf in Deutschland zu vermitteln.

Weitere Informationen

Helpdesk