​Internationale MINT-Talente: Report zeigt wichtige Rolle der Deutschen Auslandsschulen für Deutschlands Innovationskraft

Der aktuelle MINT-Report zeigt, dass Deutschlands Zukunftsprojekte in verschiedenen Bereichen durch den Fachkräftemangel bedroht sind. Es besteht eine Lücke von 148.500 MINT-Fachkräften. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass Zuwanderung und internationale MINT-Absolventinnen und -Absolventen ein bedeutender Hebel zur Fachkräftesicherung sind. Der Wert der Deutschen Auslandsschulen wird in diesem Zusammenhang explizit hervorgehoben und der WDA betont die Rolle der Auslandsschulen als MINT-Talentzentren.

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Die Vorstellung des MINT-Reports 2025 fand am 26.11.2025 in Berlin statt. Prof. Dr. Christoph Meinel (links im Bild) und WDA-Geschäftsführer Thilo Klingebiel tauschten sich vor Ort aus. Foto: WDA.

“Hier könnte man ein viel größeres Pfund heben”, sagte Prof. Dr. Christoph Meinel, emeritierter Professor und Vorstandsvorsitzender von MINT Zukunft schaffen!, während der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion über die Bedeutung der Deutschen Auslandsschulen bei der Vorstellung des MINT-Reports. Absolventinnen und Absolventen der Deutschen Auslandsschulen (DAS) stellen aus verschiedenen Gründen ein besonderes Potenzial für die deutsche Wirtschaft und die Fachkräftesicherung dar, unterstreicht auch ein iw-Kurzbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

​Der Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA) betont in seiner Interessenvertretung die Bedeutung von MINT-Bildung an Deutschen Auslandsschulen – für die internationale Fachkräfteentwicklung und die Sicherung deutscher Wettbewerbsfähigkeit.

Auslandsschulen als Partner im Fachkräftemangel

Deutschlands Zukunftsprojekte in Digitalisierung, Klimaschutz, Infrastruktur und Verteidigung durch den Fachkräftemangel sind gefährdet, laut aktuellem MINT-Report, der am 26.11.2025 diskutiert wurde. Die Zahl der fehlenden Arbeitskräfte in MINT-Berufen bleibt trotz einer schwachen Wirtschaft hoch und lag im Oktober 2025 immer noch bei 148.500 Personen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an MINT-Fachkräften wegen Digitalisierung, Klimaschutz, Infrastruktur und Sicherheit, während weniger junge Menschen gute MINT-Kenntnisse haben.

​Die Auslandsschulen seien Partner, das seien junge Leute (..) die sich entschieden hätten, in Deutsche Auslandsschulen zu gehen, die also das Interesse und die Affinität hätten, die auch durch die Lehrer eine besondere Verbindung hätten und auch so ein Stück neugierig auf uns (Anm. Deutschland) seien und sich darauf einstellen könnten. Gerade für die Universitäten könne man junge Leute gewinnen, weil sie schon darauf eingestellt wären, unterstrich Prof. Dr. Meinel während der Podiumsdiskussion.

MINT-Zuwanderung über die Hochschulen stärkt Innovationskraft

Die diesjährige Sonderauswertung des MINT-Reports 2025 zur Zuwanderung über Hochschulen zeigt, dass die Zuwanderung von MINT-Fachkräften einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leistet. ​Immer mehr internationale Studierende in MINT-Fächern kommen nach Deutschland, und viele bleiben nach ihrem Abschluss hier. Sie stärken die Innovation und die Wirtschaft deutlich: 2022 trugen 153.000 über Hochschulen eingewanderte MINT-Fachkräfte rund 14,6 Milliarden Euro zur Wertschöpfung bei. Für ihren Einstieg in den Arbeitsmarkt sind gute Deutschkenntnisse wichtig, weil viele Unternehmen diese erwarten.

​In der Sonderauswertung werden die Deutschen Auslandsschulen ebenso explizit genannt: Sie bilden zwar eine kleinere Gruppe potenzieller Zuwandernder, bringen aber ein starkes Potenzial mit. Die Sonderauswertung betont dies ausdrücklich: „Eine interessante Rolle beim Thema Zuwanderung von Personen mit Schulabschluss im Ausland spielen Deutsche Auslandsschulen.“ Und weiter heißt es: „Dennoch stellen Absolventinnen und Absolventen der Deutschen Auslandsschulen ein besonderes Potenzial dar, da sie in der Regel gut auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet sind: Deutsche Auslandsschulen vermitteln die deutsche Sprache und Kultur und bieten ihren Schülerinnen und Schülern in der Regel auch die Möglichkeit eines deutschen Schulabschlusses.“

Damit mehr internationale Talente kommen und langfristig bleiben, braucht es bessere Studienbedingungen, schnellere Visa-Verfahren, mehr Sprachkurse und eine offene Willkommenskultur, das diskutierten auch die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion.

​WDA unterstützt internationale MINT-Förderung der Deutschen Auslandsschulen

Der Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA) und das Nationale MINT-Forum arbeiten Hand in Hand, um MINT-Kompetenzen international zu stärken. Der WDA unterstützt die weltweit 137 Deutschen Auslandsschulen, die Kindern und Jugendlichen ermöglichen, eine exzellente Schulbildung mit einem oft starken Fokus auf MINT-Themen zu erhalten. Das Nationale MINT Forum setzt sich in Deutschland und international dafür ein, MINT-Bildung nachhaltig zu fördern und den Nachwuchs für die Anforderungen der Zukunft zu wappnen. Gemeinsam streben die beiden Organisationen an, die nächste Generation von MINT-Fachkräften frühzeitig zu fördern, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Innovationsfähigkeit Deutschlands und international langfristig zu sichern.

Welche Bedeutung haben die Deutschen Auslandsschulen für die Fachkräftesicherung?

​Die 137 Deutschen Auslandsschulen sind Teil der Lösung für Deutschlands Fachkräfte- und Innovationsbedarf. Sie bieten weit über Sprachkenntnisse hinaus ganzheitliche Bildung, vom Kindergarten bis zum Abitur und weiteren anerkannten Abschlüssen.

  • Die Deutschen Auslandsschulen bieten bestehende, weltweite Netzwerke und Infrastrukturen in rund 70 Ländern. Als Partner der Wirtschaft ermöglichen sie den Zugang zum globalen Talentpool und zu weiteren Netzwerken, vermitteln als Visitenkarte ein positives Deutschlandbild und sind Impulsgeber und Innovator durch Weltoffenheit und Vielfalt.
  • Deutschen Auslandsschulen leisten als Talentzentren, insbesondere im MINT-Bereich, einen zentralen Beitrag zur Sicherung eines internationalen Fachkräftepotenzials für Deutschland. Damit stärken sie den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland.
  • Die Deutschen Auslandsschulen ermöglichen rund 85. 000 Schülerinnen und Schülern und 15. 000 Kindern im vorschulischen Bereich wie Kindergarten ausgezeichnete Bildung. Das ergibt rund 100. 000 Potenziale an den Deutschen Auslandsschulen weltweit. Sie stehen dabei für Bildung made in Germany.

WDA-Geschäftsführer Klingebiel tauscht sich regelmäßig mit Vertreterinnen und Vertretern relevanter Organisationen aus dem Bereich MINT aus. Ein Gespräch fand etwa mit Prof. Dr.-Ing. Carsten Busch, Vorstandsmitglied von Nationales MINT Forum, im September statt; zuvor bereits mit Dr. Ekkehard Winter, Senior Adivser von Nationales MINT Forum. Auch mit Indra Hadeler vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall und Dr. Niki Sarantido vom MINT-Excellence-Schulnetzwerk besteht Austausch,und mit Bundestagsabgeordneten und weiteren Expertinnen und Experten.

Kontext des MINT-Reports

​Der MINT-Report wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag folgender Mitglieder des Nationalen MINT Forums: Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Arbeitgeberverband Gesamtmetall und MINT Zukunft schaffen.

Die Vorstellung und Diskussion des MINT-Reports 2025 fand am 26.11.2025 in Berlin statt. Für den WDA war Geschäftsführer Thilo Klingebiel vor Ort. Er tauschte sich u.a. mit Prof. Dr. Christoph Meinel aus, Vorstandsvorsitzender von MINT Zukunft schaffen!, emeritierter Professor, und Leiter der Germany University of Digital Science, die Teil des WDA-Partnernetzwerks ist.

Die Begrüßung bei der Veranstaltung erfolgte durch Indra Hadeler und Prof. Dr. Carsten Busch, Vorstände des nationalen MINT Forums. Prof. Dr. Alex Plünnecke, Leiter des Clusters Bildung, Innovation, Migration, IW Köln, stellte die zentralen Ergebnisse des MINT Reports und der Sonderauswertung vor. Prof. Dr. Plünnecke nahm auch an der letzten WDA-Tagung 2025 in Berlin teil.

An dem von Dr. Julia Kropf moderierten Gespräch zum Report nahmen verschiedene Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft teil: Matthias Hauer, CDU, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt; Leonie Gebers, beamtete Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales; Christina Ramb, Mitglied der Hauptgeschäftsführung, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und Prof. Dr. Christoph Meinel, Vorstandsvorsitzender „MINT Zukunft schaffen“.

​Die Tagesschau der ARD, die älteste und meistgesehene Nachrichtensendung des deutschsprachigen Fernsehens, hatte im Vorfeld über den MINT-Report berichtet und auf die große MINT-Lücke aufmerksam gemacht.

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