​WDA-Amerikatagung 2025: Auslandsschulen vernetzen sich in Mexiko

Die WDA-Amerikatagung 2025 brachte in Mexiko Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Auslandsschulen sowie der fördernden Stellen und Partnerorganisationen zusammen. Angesichts globaler und finanzieller Herausforderungen wurde deutlich: Die Auslandsschulen stehen vor großen Aufgaben, zeigen jedoch zugleich bemerkenswerte Stärke, Innovationsfähigkeit und Gemeinschaftssinn. Von einem Durchbruch bei der Deckung der steigenden Personalkosten konnte berichtet werden. Veranstalter war der Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA) in Kooperation mit der Deutschen Schule Alexander von Humboldt in Mexiko-Stadt.

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Gruppenbild der Teilnehmenden an der Deutschen Schule Alexander von Humboldt in Mexiko-Stadt. ​Foto: Colegio Alemán Alexander von Humboldt

​Die WDA-Amerikatagung 2025 fand vom 3. bis 6. Dezember 2025 in Mexiko statt. Veranstaltungsort war die Deutschen Schule Alexander von Humboldt Mexiko-Stadt.

​In ihrem Grußwort unterstrich WDA-Vorstandsvorsitzende Heilke Daun, dass es für die Deutschen Auslandsschulen gemeinsame Aufgaben gäbe und diese nur im Schulterschluss mit den Partnern gelingen könnten. Es gäbe Sorgen um die Haushaltssituation, der WDA mit seinem Vorstand bleibe engagiert. Lehrkräfte seien, so Daun, Brückenbauer und Botschafter. Sie dankte den fördernden Stellen sowie allen Teilnehmenden für ihr Engagement.

Deutsche Auslandsschulen im Fokus

Bei der Podiumsdiskussion „Krisen meistern, Zukunft sichern – Deutsche Auslandsschulen im Fokus“, moderiert von Ann Katrin Petersen Ramírez (Deutsche Schule Alexander von Humboldt Lima, WDA-Vorstand), standen verschiedene Themen wie Finanzierung, Planungssicherheit und und auch der vom Auswärtigen Amt entwickelte Masterplan im Zentrum. Vertreterinnen und Vertreter der fördernden Stellen – darunter Heike Toledo (Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, ZfA), Jörn-Jakob Luhn (Auswärtiges Amt) und Thomas Mayer (Bund-Länder-Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland, (BLASchA) – sowie Vertreterinnen und Vertreter der Schulen diskutierten die aktuelle Situation. Vonseiten der Schulen nahmen daran die folgenden Vertreterinnen und Vertreter teil: Jan Fischer, Schulleiter, Schulleitungsbeirat, Deutsche Schule Cali; Peter Hofer, Verwaltungsleiter, Verwaltungsleitungsbeirat, Deutsche Schule San José; Siliva Dittler, Beauftragte des Vorstands, Vorständebeirat, Instituto Ballester – Deutsche Schule; Sven Feldhaus, Vorsitzender, Deutsche Schule Alexander von Humboldt Mexiko-Stadt.

​Inmitten einer angespannten Haushaltslage zeigt sich das Auslandsschulwesen bemerkenswert resilient und zukunftsorientiert. In den Beiträgen der Vertreterinnen und Vertreter der Schulträger wurde deutlich, wie unterschiedlich die Herausforderungen weltweit oft sind und wie wichtig Flexibilität, Planbarkeit und partnerschaftlicher Dialog bleiben.
Trotz globaler Herausforderungen wie Geburtenrückgang, wirtschaftlicher Instabilität oder Abwanderung von Firmen gelingt es betroffenen Schulen oft, Stabilität zu sichern und deutsche Bildung attraktiv zu halten. Gleichzeitig rückt die Frage nach strategischen Standorten, relevanten Abschlüssen und einem offensiveren Auftreten stärker in den Fokus. Insgesamt zeichnet sich eine engere Zusammenarbeit aller Akteure ab, mit dem gemeinsamen Ziel, Qualität zu sichern, Sichtbarkeit zu erhöhen und die finanziellen sowie strukturellen Rahmenbedingungen weiter zu verbessern.
Im Masterplan gibt es offene Fragen vonseiten der Schulen, z.B. zur strategischen Ausrichtung des über die gesamte Welt verteilten Netzes der Deutschen Auslandsschulen. Freie gemeinnützige Träger gründen und führen die Schulen wirtschaftlich eigenständig, Bund und Länder fördern sie. Viele Schulen sind über Jahrhunderte alt und nachfrageorientiert entstanden, meist auf Initiative von deutschen Auswanderern und dem Wunsch nach einer starken Bindung zu Deutschland und der deutschen Sprache. Die Deutschen Auslandsschulen stehen für eine erfolgreiche öffentlich-private Partnerschaft. Ca. 70 % der Haushalte erwirtschaften die gemeinnützigen Schulträger im Durchschnitt eigenverantwortlich. Viele Schulen nutzen die Krise, um ihre Zukunftsfähigkeit zu stärken, Innovationen anzustoßen und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen – etwa durch Kampagnen oder neue Lernkonzepte.

Wachsende Aufmerksamkeit für die Herausforderungen der Auslandsschulen

Politisch erfährt das System der Deutschen Auslandsschulen wachsende Aufmerksamkeit. Die Leiterin der ZfA, Heike Toledo under Ländervorsitzende des BLASchA hoben die Bedeutung der Interessenvertretung des WDA dafür hervor. Toledo berichtete, dass es gelungen sei, im Bundeshaushalt einen ersten Erfolg zur Abfederung der Personalkosten zu erreichen. Der WDA weist nachdrücklich darauf hin, dass der Bildungsauftrag der DAS den langfristigen Ausbau und die strukturelle Sicherung qualifizierter Lehrkräfte sowie ausreichender finanzieller Mittel erfordert. Zur Existenzsicherung und zum Erhalt der Qualität der Deutschen Auslandsschulen muss der hierfür relevante Schulfonds nachhaltig ausgestattet und umstrukturiert werden. Die Personalkosten für aus Deutschland vermittelte Lehrkräfte steigen entsprechend der Inlandsgehälter. Dies ergibt sich aus dem Auslandsschulgesetz. Diese Personalkosten müssen mit dem Zweck ausgelagert werden, Personalverstärkungsmittel für diese Steigerungen zu nutzen. Ansonsten verdrängt die gesetzliche Förderung bei gleichbleibendem Schulfonds die freiwillige Förderung und die gesamte Struktur des Schulfonds gerät aus dem Gleichgewicht. Diese existenzsichernden Maßnahmen müssen Priorität haben. Neue Aufgaben benötigen zudem zusätzliche Mittel.
Toledo berichtete nun, dass der Bundestag für den Haushalt 2026 entschieden habe, dass Einnahmen des Auswärtigen Amtes zur Deckung von Mehrkosten bei der Personalkosten herangezogen werden könnten.

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Videorückblick zur WDA-Amerikatagung 2026 von der Deutschen Schule Alexander von Humboldt Mexiko-Stadt

Planungssicherheit und auskömmliche Finanzierung

​​​Der Bundeshaushalt 2026 sieht knapp 10 Mio. Euro mehr für die Deutschen Auslandsschulen vor: 6,5 Mio. Euro entfallen auf die gesetzliche Förderung und rund 3,8 Mio. Euro auf die freiwillige Förderung. Dies ist im Vergleich zum Haushaltsentwurf von 2025 insgesamt ein Plus von 3,4 % und eine positive Entwicklung. Gleichzeitig werden jedoch die drastischen Einsparungen aus 2025 bei der freiwilligen finanziellen Förderung nicht kompensiert. Insgesamt umfasst der Schulfonds 299,4 Mio. Euro für 2026.

Schulen mit gesetzlichem Anspruch erhalten ihre Förderung als sogenannte Anspruchsförderung für jeweils bis zu drei Jahre auf der Grundlage des Auslandsschulgesetzes. Trotz Auslandsschulgesetz haben dabei immer noch 21 % der Schulen keinen Anspruch auf Förderung und werden freiwillig über Zuwendungen gefördert. Auch bei den gesetzlich geförderten Schulen bleibt die zusätzliche freiwillige Förderung die Regel.

​​In ihrem aktuellen Positionspapier, der Berliner Erklärung, geht die Gemeinschaft der Deutschen Auslandsschulen auf aktuelle Kernforderungen ein, darunter: Existenzsicherung der Schulen, indem Personalkosten aus dem Schulfonds ausgelagert werden, langfristige Förderstrategien für mehr Planbarkeit und eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit den fördernden Stellen und Partnern.

Ein starkes Netzwerk mit Blick nach vorn

In einer zweiten Podiumsdiskussion gaben Vertreterinnen und Vertreter der fördernden Stellen Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Neues. Auf dem Podium sprachen Yvonne Büscher (KMK-Sekretariat), Jörn-Jakob Luhn (Auswärtiges Amt) und Heike Toledo (ZfA), moderiert von Heilke Daun (WDA-Vorstandsvorsitzende).

​Digitalisierung und KI gewinnen im Auslandsschulwesen weiter an Bedeutung, begleitet von neuen Fortbildungsangeboten und einer stärkeren Präsenz auf Fachforen wie der didacta. Ein gemeinsames Marketing soll die Sichtbarkeit der Auslandsschulen weiter erhöhen. Eine vom Auswärtigen Amt initiierte Umfrage zeigte, dass 73 Prozent der befragten Unternehmen die Existenz Deutscher Auslandsschulen als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ für ihren Standort bewerten – ein starkes Signal aus der Wirtschaft.

​Ein zentraler Gedanke verband alle Beiträge: Die Auslandsschulen finden Antworten auf globale Herausforderungen – durch Zusammenarbeit, gegenseitiges Lernen und den Mut, neue Wege zu gehen. Die positive Atmosphäre und das spürbare Engagement der Gemeinschaft zeigten, dass vieles in Bewegung ist.

Vernetzung, Wissenstransfer und gemeinsame Weiterentwicklung

​Neben den Podiumsdiskussionen bot die Tagung vielfältige Möglichkeiten zum Netzwerken und zum fachlichen Austausch. In Workshops, Seminaren, Infobriefings und Good-Practice-Sessions teilten der WDA sowie Vertreterinnen und Vertreter der Schulen ihre Praxiserfahrungen – von Leadership-Themen bis hin zu innovativen Ansätzen im Unterricht und Schulmanagement. Der offene Dialog zwischen Schulträgern, Schulleitungen, Verwaltungsleitungen und fördernden Stellen stärkte nicht nur das gegenseitige Verständnis, sondern brachte auch neue Impulse für die Weiterentwicklung des Auslandsschulwesens hervor.

​Der WDA spricht allen Teilnehmenden sowie allen Unterstützenden seinen herzlichen Dank aus. Ihr Einsatz und ihre Verbundenheit mit den Deutschen Auslandsschulen haben die Tagung maßgeblich geprägt. Trotz der vielfältigen Herausforderungen herrschte eine Atmosphäre von Zuversicht und gemeinschaftlichem Vertrauen: Die Auslandsschulen werden auch künftig gemeinsam Verantwortung übernehmen und ihre Zukunft aktiv mitgestalten.

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