Parlamentarisches Frühstück des WDA zur Zukunft der Deutschen Auslandsschulen

Wie können die Deutschen Auslandsschulen nachhaltig in die Zukunft geführt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Parlamentarischen Frühstücks am 25. September 2025. Der WDA-Vorstand und die Geschäftsführung diskutierten dabei mit Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Bereits am Vortag fand ein Gespräch mit einer Vertreterin der SPD und dem Auswärtigen Amt statt. Die Schirmherrschaft des Frühstücks übernahm Prof. Monika Grütters (CDU/CSU), Kulturstaatsministerin a.D..

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​WDA-Vorstand und Geschäftsführung haben Mitglieder des Deutschen Bundestages am Morgen des 25. September 2025 zu einem Briefing mit anschließendem Austausch über die Deutschen Auslandsschulen (DAS) eingeladen. Foto: WDA.

WDA-Vorstand und Geschäftsführung haben Mitglieder des Deutschen Bundestages am Morgen des 25. September 2025 zu einem Briefing mit anschließendem Austausch über die Deutschen Auslandsschulen (DAS) eingeladen.

Persönlicher Austausch fördert Kennenlernen in neuer Legislaturperiode

​Ziel der Veranstaltung war es, über die gesellschaftliche und politische Bedeutung der DAS zu sprechen sowie Erwartungen an die Politik zu kommunizieren. Dazu gehört vor allem eine auskömmliche und nachhaltige Finanzierung für die Deutschen Auslandsschulen.

Teilgenommen haben von politischer Seite​ Ellen Demuth, CDU/CSU, MdB, Ausschuss Arbeit und Soziales sowie Büroleiter Tjark Thönßen und Robin Bangard, wissenschaftlicher Mitarbeiter; Ralph Edelhäußer, CDU/CSU, MdB, Verteidigungsausschuss, Bildung/Forschung/ Technik-folgenabschätzung; Marco Schlosser, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Büros von Inge Gräßle, CDU/CSU, MdB, Haushaltsausschuss, Rechnungsprüfungsausschuss, Europarat; Marie Schürmann, Referentin im Büro von Susanne Hierl, CDU/CSU, MdB ; Michael Hose CDU/CSU, MdB, Vorsitzender Kinderkommission, Bildung/Familie/Senioren- Ausschuss, Kulturausschuss; Maren Kaminski, Die Linke, MdB, Bildung/Familie/Senioren-Ausschuss, Sprecherin, Obfrau, stellvertretendes Mitglied; Kerstin Radomski, CDU/CSU, MdB, Haushaltsausschuss, Vorsitz Rechnungsprüfungsausschuss; Lisa Schmedkord, Referentin Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik, aus dem Büro von Claudia Roth, Bündnis 90/Die Grünen, MdB sowie Saron Dawit, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Awet Tesfaiesus, Bündnis 90/Die Grünen, MdB.

Einen Tag davor hatte der WDA bereits mit​ Esther Dilcher, SPD, MdB, und der Leiterin der Abteilung Kultur und Gesellschaft im Auswärtigen Amt, Christina Beinhoff, gesprochen. Ein Austausch mit MdB Nancy Faeser, SPD, ist bereits geplant.

​Der persönliche Austausch fördert auch das Kennenlernen zwischen neuen politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in dieser Legislaturperiode und dem WDA.

​Planungssicherheit sichert Bildungswege

Ein zentrales Thema des Gesprächs war die Finanzierung der Deutschen Auslandsschulen. Mit dem Bundeshaushalt 2025 wurde beschlossen, die freiwillige Förderung aus dem Schulfonds um 61,9 % zu kürzen. Von den verbleibenden 11,1 Mio. Euro sind laut Auswärtigem Amt bereits alle Mittel gebunden – faktisch bedeutet dies eine vollständige Streichung der freiwilligen Förderung. Diese 100%ige Kürzung ist bereits umgesetzt.

Für die gemeinnützigen Schulträger sind solche Einschnitte kaum auszugleichen. Möglich wäre dies nur durch drastische Erhöhungen der Schulgebühren von bis zu 111 %. Betroffen sind 46.000 Schülerinnen und Schüler an 78 Schulen weltweit. ​Das geht auch auf Kosten der sozialen Durchlässigkeit und hat auch Nachteile im Wettbewerb mit anderen Schulen um die größten Talente.

Im Schulfonds 2026 ist zwar eine Erhöhung der gesetzlichen und freiwilligen Förderung vorgesehen, doch die massiven Einsparungen aus 2025 bleiben bestehen. Es entsteht eine erhebliche Finanzierungslücke.

Dabei ist gerade eine mehrjährige Planungssicherheit unverzichtbar, um durchgängige Bildungswege – von der Kinderkrippe bis zur Hochschulreife – an den Deutschen Auslandsschulen zu gewährleisten.

​Auslandsschulgesetz 2014 ist Schutzschild

Die staatliche Förderung der Deutschen Auslandsschulen basiert auf dem Auslandsschulgesetz von 2014 und einer Verwaltungsvereinbarung von Bund und Ländern. Hauptsächlich erfolgt sie durch die Vermittlung von Lehrkräften aus Deutschland. Die Förderung ist an die Gehälter in Deutschland gekoppelt. Da diese 2023 überdurchschnittlich stiegen, erhöht sich der Anteil der gesetzlichen Förderung im Schulfonds. Da der Fonds insgesamt stabil bleibt, sinkt die freiwillige Förderung – ein Mechanismus, auf den der WDA seit 2010 hinweist.

Deutsche Auslandsschulen haben zudem den höchsten Eigenanteil unter allen Mittlerorganisationen. Gemeinnützige Träger sind gesetzlich verpflichtet, Schulgebühren zu erheben, und erwirtschaften rund 70 % ihrer Einnahmen selbst. Dazu sind sie gesetzlich verpflichtet.

Der Ende 2024 beschlossene Masterplan des Auswärtigen Amts erkennt zwar die Bedeutung der Schulen an, ist aber von Einsparungen geprägt. Damit wächst auch der Druck auf das Auslandsschulgesetz.

Was die Schulen brauchen

Im WDA-Positionspapier zur 21. Legislaturperiode sind die Erwartungen nachzulesen:

  • Erhöhung und Verstetigung der gesetzlichen und freiwilligen Förderung, da die Gehälter im Inland stetig steigen und damit auch der Schulfonds wachsen muss. Dafür sollten Personalverstärkungsmittel genutzt und der Fonds umstrukturiert werden.
  • Einen Nothilfetopf, um Folgen globaler Krisen abzufedern.
  • Zusätzliche Mittel für neue Aufgaben wie frühkindliche Bildung, Digitalität und Inklusion. Diese Bereiche dürfen nicht durch Umverteilung finanziert werden.

​Das aktuelle Positionspapier des WDA, die Berliner Erklärung, hebt vier Kernforderungen hervor: Existenz sichern – Personalkosten auslagern, Gleichwertigkeit und Vielfalt der Abschlüsse gewährleisten, Verlässlichkeit durch langfristige Förderstrategien, Partnerschaft auf Augenhöhe.

Wirkung und Mehrwert

Deutsche Auslandsschulen leisten weit mehr als Bildung: In über 70 Ländern bilden sie ein weltweites Netzwerk mit gemeinsamer Sprache, Kultur und Werten. Als MINT-Talentzentren sichern sie Fachkräftepotenzial, stärken Wirtschaft und Innovation und fördern die internationale Mobilität. Sie wirken zugleich als Soft Power, schaffen Resilienz und nachhaltige Beziehungen.

Ihr wirtschaftlicher Beitrag von über 1,2 Milliarden Euro ist vom Bundestag anerkannt. Der »Triple Win« – Nutzen für Sitzländer, Absolventen und Deutschland – ist wissenschaftlich belegt. Viele Wirkungen werden erst Jahre später sichtbar, etwa durch Absolventinnen und Absolventen, die als Brücken zwischen Deutschland und der Welt wirken.

Parlamentarisches Frühstück

Schirmherrin des parlamentarischen Frühstücks war Prof. Monika Grütters, die wegen der Verleihung des Deutschen Kulturpolitikpreises am Vortag nicht teilnehmen konnte. Für den WDA waren der gesamte Vorstand und die Geschäftsführung vertreten: Heilke Daun (Vorsitzende), Ludwig Johannsen (stv. Vorsitzender), Dr. Richard Epstein (Schatzmeister), Ann Katrin Petersen Ramírez (Schriftführerin), Walter Brand, David Nescholt sowie Geschäftsführer Thilo Klingebiel.

Die Veranstaltung fand in der Nähe von Brandenburger Tor und Bundestag im Herzen Berlins statt.

Der weitere Austausch mit den Abgeordneten wurde vereinbart.

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