Gespräch mit MdB Stephan Mayer zur Stärkung der Deutschen Auslandsschulen

Am 16. April 2026 haben WDA-Geschäftsführer Thilo Klingebiel und der Bundestagsabgeordnete außer Dienst (CSU), Alois Karl, mit MdB Stephan Mayer im Bundestag gesprochen. Stephan Mayer (CSU) ist ordentliches Mitglied im Unterausschuss Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und dort als Obmann für die CDU/CSU-Fraktion tätig. Im Mittelpunkt standen der bildungspolitische und gesellschaftliche Wert der Deutschen Auslandsschulen sowie finanzielle und strukturelle Rahmenbedingungen. Das Treffen war Teil eines fortlaufenden Dialogs des WDA mit der Politik auf Bundesebene und knüpfte an die Sitzung im Unterausschuss Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik zu Jahresanfang an. Mayer wird erfreulicherweise auch an der WDA-Tagung 2026 im Mai in Berlin teilnehmen.

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Der WDA hat sich persönlich mit dem Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer ausgetauscht. Foto: Deutscher Bundestag/Inga Haar.

Stephan Mayer ist seit 2003 Mitglied des Deutschen Bundestages. ​Der Rechtsanwalt ist aktuell ordentliches Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und im Ausschuss für Sport und Ehrenamt. Als Mitglied und zugleich Obmann im Unterausschuss „Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik“ ist er Ansprechpartner für den WDA zu den Deutschen Auslandsschulen.

​Alois Karl war von 2005 bis 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages (CSU) und seit 2009 ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages. Der WDA holt die Beratung des langjährigen Mitglieds des Deutschen Bundestages ein, um die haushälterischen Herausforderungen bei den Deutschen Auslandsschulen noch besser zu verstehen und zu vertreten. Ziel ist es dabei, gemeinsam nachhaltige Lösungen mit den zuständigen Entscheidungsträgern zu finden.

​Politischer Dialog im Unterausschuss und aktueller Austausch

Der Austausch steht im Zusammenhang mit der laufenden Arbeit des im Oktober 2025 neu konstituierten Unterausschusses für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik. Dieser Unterausschuss pflegt den regelmäßigen und strukturierten Dialog mit den Mittlerorganisationen der deutschen Auslandskultur- und Bildungspolitik, darunter auch die Deutschen Auslandsschulen.

Regelmäßiger Austausch findet sowohl in bilateralen Gesprächen als auch wiederholt im Rahmen von Sitzungen im Deutschen Bundestag statt. So wurde etwa im Januar 2026 eine Sitzung auf Einladung der amtierenden Vorsitzenden Ellen Demuth, MdB (CDU/CSU), durchgeführt, an der neben den Ausschussmitgliedern auch Vertreterinnen und Vertreter relevanter Institutionen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik teilnahmen. Auch der Weltverband Deutscher Auslandsschulen war vertreten und brachte die Perspektive der Schulträger in die Beratungen ein. Dabei wurden sowohl die besondere Stellung der Deutschen Auslandsschulen im Netzwerk der PASCH-Schulen als auch bestehende strukturelle Herausforderungen thematisiert, insbesondere im Kontext finanzieller Rahmenbedingungen.

Finanzierung, Schulfonds und aktuelle Entwicklungen

Im Mittelpunkt des Gesprächs am 16. April stand auch die finanzielle Ausstattung der Deutschen Auslandsschulen. Für das Jahr 2026 ist ein Schulfonds in Höhe von 299,4 Millionen Euro vorgesehen.

Die Förderung für die Deutschen Auslandsschulen 2026. Abbildung: Jahresvergleich Schulfonds, Auswertung des WDA. Beträge in Tausend Euro. Grundlage sind die Zahlen des Kabinettsentwurfs. Bild: WDA.
Mehr zum Bundeshaushalt 2026

​Der Bundeshaushalt 2026 sieht knapp 10 Mio. Euro mehr für die Deutschen Auslandsschulen vor: 6,5 Mio. Euro entfallen auf die gesetzliche Förderung und rund 3,8 Mio. Euro auf die freiwillige Förderung. Dies ist im Vergleich zum Haushaltsentwurf von 2025 insgesamt ein Plus von 3,4 % und eine positive Entwicklung. Gleichzeitig werden jedoch die drastischen Einsparungen aus 2025 bei der freiwilligen finanziellen Förderung nicht kompensiert. Insgesamt umfasst der Schulfonds 299,4 Mio. Euro für 2026.

https://www.auslandsschulnetz.de/bundeshaushalt-2026-beschlossen-2994-millionen-euro-fuer-den-schulfonds/

Der Schulfonds steigt erstmals wieder. Diese Entwicklung ist grundsätzlich positiv zu bewerten, kann jedoch die vorherigen Einsparungen bei der freiwilligen Förderung nicht kompensieren. In diesem Zusammenhang wurde auch der WDA-Auslandsschulkompass angesprochen.

Wirtschaftliche Lage angespannt

Die regelmäßige Erhebung des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen zeigt, dass ein erheblicher Teil der Schulen weiterhin unter finanziellen und strukturellen Belastungen steht und die wirtschaftliche Lage vieler Einrichtungen als angespannt eingeschätzt wird. Die aktuelle WDA-Umfrage Auslandsschulkompass aus März 2026 zeigt: Die wirtschaftliche Lage vieler Deutscher Auslandsschulen bleibt herausfordernd, und das für über 20 % der teilnehmenden Schulen. Gleichzeitig versuchen die Schulen, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und Lösungen zu finden, eine davon: 58 % der Teilnehmenden haben die Schulgebühren zum laufenden Schuljahr bereits erhöht.

Vor diesem Hintergrund wurde im Gespräch betont, dass neben der Höhe der Mittel insbesondere die Verlässlichkeit und langfristige Planbarkeit der Finanzierung entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Deutschen Auslandsschulen sind.​

​Bedeutung der Deutschen Auslandsschulen im internationalen Kontext

Die Deutschen Auslandsschulen zählen zu dem Bereich auswärtige Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands. Sie verbinden deutsche Bildungsabschlüsse mit internationaler Zusammenarbeit und leisten damit einen Beitrag zur Bildungsarbeit und Verständigung weltweit.

Im Gespräch wurde deutlich, dass diese Schulen nicht nur Bildungsaufgaben erfüllen, sondern ihre Absolventinnen und Absolventen auch eine zentrale Rolle im internationalen Fachkräftediskurs spielen. Ihre Arbeit stärkt die Sichtbarkeit deutscher Bildung im Ausland und fördert nachhaltige Partnerschaften über Ländergrenzen hinweg. Welchen Beitrag Alumni der Deutschen Auslandsschulen heute leisten, wird im Rahmen der kommenden WDA-Tagung im Mai 2025 thematisiert. Stephan Mayer wird am Symposium der WDA-Tagung teilnehmen.

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