Zwei der drei Gewinner-Schulen der Deutschen Auslandsschulen waren bei der Preisverleihung in Berlin anwesend: Samuel Tewelde, Deutsche Internationale Schule Zagreb (2.v.l.) und Jacob de la Sierra (3.v.l.) sowie Jakob Domke (2.v.r), Deutsche Schule Bilbao. Leah Schrimpf (rechts im Bild), Leiterin Digitale Gesellschaft | Bitkom e. V., und Thilo Klingebiel (links im Bild), WDA-Geschäftsführer, freuten sich mit den Gewinnern. Foto: Bitkom e.V.
Die Öffnung des Wettbewerbs für Deutsche Auslandsschulen ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Bitkom als Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche und dem Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA). Bis 2023 war eine Bewerbung ausschließlich Schulen in Deutschland vorbehalten. Als Stimme der freien, gemeinnützigen Schulträger setzt sich der WDA für die Stärkung und Sichtbarkeit Deutscher Auslandsschulen ein.
Wer sind die „Smart Schools“ im Jahr 2026?
Im laufenden Jahr wurden 17 Schulen in neun Bundesländern in Deutschland ausgezeichnet – darunter Grund- und Gesamtschulen, weiterführende Schulen und Berufsschulen, sowie drei Deutsche Auslandsschulen. Die Gewinner aus den Auslandsschulen sind:
- die German European School Singapore
- die Deutsche Internationale Schule Zagreb und
- die Deutsche Schule Bilbao
Die German European School Singapore ist beispielhaft für eine fortgeschrittene digitalisierte Auslandsschule. Sie hat eine langjährige, systematische Digitalstrategie mit konkreten Unterrichtsprojekten (z. B. Digital Citizenship). Eine starke Verbindung zu MINT und Industrie sowie ausgebaute Infrastruktur und Device-Nutzung sind Teil des Portfolios.
Neben einer Deutschen Auslandsschule aus Asien sind auch zwei aus Europa dabei: Die 2004 gegründete Deutsche Internationale Schule Zagreb (DISZ) verfolgt Digitalisierung ebenso strategisch und kontinuierlich. Ein zentraler Zugang zur Digitalisierung für die Kinder und Jugendlichen an der Schule läuft über den MINT-Bereich mit einem Fokus auf Technologiekompetenzen und Informatik.
Auch die Deutsche Schule Bilbao steht exemplarisch für viele Auslandsschulen, die Digitalisierung auf mehreren Ebenen denken, technisch, didaktisch und strategisch, und den digitalen Wandel vorantreiben.
Mutig, engagiert und innovativ
WDA-Geschäftsführer Thilo Klingebiel nahm selbst an der Preisverleihung in Berlin teil und betont die Bedeutung der Auszeichnung: „Es waren wunderbare Momente gestern Abend. Die ausgezeichneten Deutschen Auslandsschulen zeigen eindrucksvoll, wie mutig, engagiert und innovativ sie die digitale Bildung weltweit vorantreiben. Darauf können wir als Netzwerk sehr stolz sein. Unser Ziel ist es, diese Erfahrungen zu teilen und gemeinsam noch mehr Schulen auf diesem Weg mitzunehmen.“
Die drei Gewinner führen ab jetzt das vom Bitkom legitimierte Siegel Smart School. Sie werden außerdem Teil des bundesweiten „Smart School“-Netzwerks mit über 150 Standorten. Dieses Netzwerk trifft sich mindestens zweimal im Jahr. Auch zur jährlich stattfindenden Bildungskonferenz in Berlin, bei der die Smart Schools ausgezeichnet werden, sind sie eingeladen.
Was ist der „Smart School Wettbewerb“?
In Deutschland machen sich immer mehr Schulen mit Erfolg auf den Weg in die digitale Zukunft. Die besten unter ihnen zeichnet der Digitalverband Bitkom jedes Jahr als „Smart Schools“ aus – als digitale Vorreiterschulen. In diesem Jahr wird der Titel bereits zum achten Mal vergeben. Mit der Auszeichnung als Smart School werden Schulen gewürdigt, die überzeugende Konzepte zur Digitalisierung von Schule und Unterricht haben und digitale Bildung schon heute praktisch realisieren. „Smart Schools“ vereinen digitale Infrastrukturen mit digitalen Inhalten und pädagogischen Konzepten, die von entsprechend qualifizierten Lehrkräften umgesetzt werden. Auf die Auszeichnung bewerben konnten sich Schulen, die für diese drei Säulen ein Konzept entwickelt und umgesetzt und dieses um Projekte zur Verknüpfung von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz ergänzt haben.
Warum braucht es diesen Wettbewerb?
„Die Smart Schools zeigen beispielhaft, wie sich schulischer Unterricht und Bildungsangebote digitalisieren lassen. Wir brauchen Schulen, die Schülerinnen und Schüler fit machen für die digitale Welt und das Interesse an der Technologie hinter dem Bildschirm wecken“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Die Auszeichnung rückt Schulen ins Rampenlicht, die gute Ideen erfolgreich umsetzen und so anderen als Vorbild dienen und ihre Erfahrungen weitergeben können.“
In diesem Jahr, der bereits zehnten Runde des Wettbewerbs, stellt Bitkom in einer Sonderkategorie Best Practices zur Verknüpfung von Medienbildung und Resilienz in den Vordergrund. Die ausgezeichneten Schulen haben bereits innovative pädagogische Konzepte zur Stärkung der Medienkompetenzen und Resilienz ihrer Schülerinnen und Schüler in der digitalen Welt umgesetzt, und sich außerdem mit der Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern sowie der Einbindung der Schulgemeinschaft zu diesem Thema auseinandergesetzt.
Deutsche Auslandsschulen als Pilotraum für die digitale Bildung
Der WDA und Bitkom stehen in regelmäßigem Austausch zu Themen wie Digitalisierung und zukunftsfähiger Bildung. Thilo Klingebiel bringt seine Perspektiven regelmäßig als Vortragender in die Bildungskonferenz des Bitkom ein. Dabei hebt er besonders die Rolle Deutscher Auslandsschulen als Pilotraum für digitale Innovation hervor. Im Spannungsfeld zwischen deutschen Bildungsstandards und globaler Gestaltungsfreiheit entstehen hier vielfältige Möglichkeiten für neue Ansätze.
Gemeinsames Ziel: Zugang zum Digitalpakt
Ein zentrales Anliegen von WDA und Bitkom ist die Öffnung des Digitalpakts für Deutsche Auslandsschulen. Derzeit sind diese vom staatlichen Förderprogramm strukturell ausgeschlossen. Eine Einbindung könnte die digitale Entwicklung der Schulen weltweit nachhaltig stärken und weitere Innovationspotenziale freisetzen.
Wer steht hinter dem Wettbewerb?
Der Wettbewerb wird von der Deutschen Telekom unterstützt. Den Juryvorsitz hat Bundesbildungsministerin Karin Prien inne. Die ersten „Smart Schools“ wurden 2016 im Rahmen des Nationalen IT-Gipfels der Bundesregierung – dem heutigen Digitalgipfel – im Saarland ausgezeichnet. Seit 2017 wird der Wettbewerb jährlich ausgetragen, seit 2023 ist auch die Teilnahme der Deutschen Auslandsschulen möglich. Ziel ist es, in den kommenden Jahren flächendeckend „Smart Schools“ einzurichten, von denen andere Schulen lernen können. Im Jahr 2023 wurde erstmalig mit der German International School of Silicon Valley eine Deutsche Auslandsschule ausgezeichnet.
Über den Bitkom
Der Bitkom wurde 1999 gegründet und vertritt heute mehr als 2.300 Mitgliedsunternehmen – darunter rund 1.000 leistungsstarke kleine und mittlere Unternehmen, über 600 Tech-Start-ups und die Hälfte der 40 DAX-Unternehmen sowie viele weitere Global Player. Übergeordnetes Ziel des Bitkom ist es, Deutschland zu einem führenden Digitalstandort zu machen, die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft und Verwaltung voranzutreiben, digitale Souveränität zu stärken und eine breite gesellschaftliche Teilhabe an den digitalen Entwicklungen zu erreichen.
Weitere Informationen
- German European School Singapore (GESS) auf lehrer-weltweit.de
- Die Deutsche Internationale Schule Zagreb (DISZ) auf leher-weltweit.de
- Webseite Deutsche Schule Bilbao
- Deutsche Schule Silicon Valley von Digitalverband Bitkom als Smart School ausgezeichnet
- Eine Übersicht zum Smart School Wettbewerb des Bitkom
- Die Kriterien für die Bewerbung als Smart School
- Mehr zur Vernetzung zwischen WDA und Bitkom
- mehr zur Bildungskonferenz Bitkom: Deutsche Auslandsschulen als Pilotraum für die digitale Bildung
- DigitalPaktSchule