Diskutieren zu den Neuerungen bei der BLI 3.0: von links unten: Ludwig Johannsen, stv. WDA-Vorstandsvorsitzender; Heilke Daun, WDA-Vorstandsvorsitzende; Oliver Bientzle, Auswärtiges Amt; Heike Toledo, ZfA; Walter Brand, WDA-Vorstand; Thilo Klingebiel, WDA-Geschäftsführer; Ann Katrin Petersen Ramírez, WDA-Vorständin, Thomas Mayer, BLAScha‑Vorsitzender. Foto: WDA.
Die BLI ist ein standardisiertes und transparentes Verfahren mit dem Ziel, die Schulqualität als Ganzes festzustellen und den deutschen Schulen im Ausland diesbezüglich Rückmeldung zu geben. Bei erfolgreichem Abschluss der BLI wird der Schule das Siegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ verliehen. Das Gütesiegel ist eine besonders relevante Qualitätsauszeichnung für die Deutschen Auslandsschulen.
Rückkehr zur Vollinspektion, Anpassung der BLI
Hintergrund und Auslöser der aktuellen Anpassung der BLI sind Nachinspektionen, die sich bisher nur auf Defizitbereiche konzentrierten. Dies führte dazu, dass andere Bereiche vernachlässigt wurden. Daher wird eine Nachinspektion ab 2026 eine Vollinspektion sein.
Die Anforderungen wurden in der neuen Regelung erhöht, von 3 auf 4 von 5 Bereichen. Die Schwerpunkte liegen auf Unterricht, Leitung und Qualitätsentwicklung.
Die fördernden Stellen nehmen dabei den Standpunkt ein, dass Anpassungen innerhalb eines Zyklus erlaubt und zulässig seien. Die BLI würde als Kontinuum verstanden, da Schulen laufend dazulernen würden. Der Austausch zwischen den Deutschen Auslandsschulen fände statt und trüge dazu bei, dass sich die Schulen vorbereiteten. Schließlich sei die Qualitätssteigerung in den geänderten Bereichen besonders wichtig.
Dabei vertritt der WDA die Lage der betroffenen Schulen und kommuniziert die empfundene Ungleichbehandlung der betroffenen Schulen während des BLI‑3.0-Prozesses klar gegenüber Bund, Ländern und der ZfA.
Weiterführender Austausch: Perspektiven einbringen
Im Hinblick auf das durch den WDA adressierte Informationsdefizit stimmte die ZfA zu, zukünftig Sachverhalte dieser Art nicht nur an die Schulleitungen zu senden, sondern auch an die Schulträger. Zudem wird das Thema im Rahmen des WDA-Symposiums noch einmal aufgegriffen. WDA-Mitgliedsschulen haben somit die Möglichkeit, ihre Perspektive noch einmal einzubringen und sich untereinander auszutauschen.
BLI-Sprechstunden bieten auch Austauschmöglichkeiten und auch eine Weiterbildung auf Lernplattformen der ZfA. Die Kommunikation zur Anpassung der Normierung Bund-Länder-Inspektion 3.0 zum Erhalt/zur Erneuerung des Gütesiegels „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ sowie zur Anpassung des Nachinspektionsverfahrens Bund-Länder-Inspektion 3.0 als Vollinspektion erfolgte zu Jahresanfang.
Schließlich wurde mitgeteilt, dass unter den neuen Anforderungen bisher drei Schulen erfolgreich zertifiziert worden seien, nämlich Baja, Pretoria und Johannesburg.
Der WDA hat am 28.4.2026 zur BLI mit den Vorsitzenden des BLASchA, Herrn Thomas Mayer, Herrn Oliver Bientzle, für das Auswärtige Amt, sowie Frau Heike Toledo, Leiterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) gesprochen. Teilgenommen haben vom WDA: Heilke Daun, WDA-Vorstandsvorsitzende; Ludwig Johannsen, stv. WDA-Vorstandsvorsitzender; Walter Brand, WDA-Vorstand; Ann Katrin Petersen Ramírez, WDA-Vorständin und Thilo Klingebiel, WDA-Geschäftsführer.
Über die Bund-Länder-Inspektion (BLI)
Deutsche Schulen im Ausland werden in ihrer Qualitätssicherung und -entwicklung durch die Bund-Länder-Inspektion (BLI) unterstützt. Die BLI nimmt systematisch und datengestützt Einsicht in die Arbeit der Auslandsschulen. Im Jahr 2013 wurde der erste sechsjährige Inspektionszyklus abgeschlossen. Alle Deutschen Schulen im Ausland wurden erfolgreich inspiziert. Aktuell werden die Schulen im dritten BLI-Zyklus inspiziert.
Die BLI ist ein standardisiertes und transparentes Verfahren mit dem Ziel, die Schulqualität als Ganzes festzustellen und den deutschen Schulen im Ausland diesbezüglich Rückmeldung zu geben. Zum Abschluss der BLI und bei erfolgreicher Evaluation wird der Schule das Siegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ verliehen. Das Gütesiegel ist ein relevantes Qualitätsmerkmal für die Deutschen Auslandsschulen. Zudem findet ein Aktionsplan Eingang in die Förderverträge, nach drei Jahren erfolgt ein Bilanzbesuch zur Überprüfung der Ziele und zur möglichen Nachsteuerung. Die Schule kann dadurch ihre Entwicklungsplanung überprüfen und sich qualitativ verbessern. Etwa alle sechs Jahre werden die Deutschen Auslandsschulen im Rahmen der Inspektion zur Feststellung ihrer Qualitätsfortschritte besucht.
Weitere Informationen
- Information der ZfA zur BLI
- Information des BLAScha
- Deutsche Auslandsschulen: fördernde Stellen zu Herausforderungen und Perspektiven