Podiumsdiskussion mit Alumni und der Wirtschaft auf der WDA-Tagung 2026 in Berlin. Foto: WDA / Jan Michalko.
Die Erfahrungen der Alumni machten deutlich: Deutsche Auslandsschulen schaffen Perspektiven, verbinden Menschen weltweit und bilden ein starkes Netzwerk für Wirtschaft, Gesellschaft und internationale Zusammenarbeit. Sie eröffnen ihren Absolventinnen und Absolventen internationale Karrierewege und bilden zugleich hervorragend qualifizierte, international erfahrene Fachkräfte aus, die für den deutschen Arbeitsmarkt besonders attraktiv sind.
Deutsche Auslandsschulen eröffnen Chancen – weit über den Schulabschluss hinaus
Zu Beginn des Alumni-Podiums stellte Moderator Florian Dehne die unterschiedlichen Lebenswege der Gäste in den Mittelpunkt. Trotz ihrer verschiedenen beruflichen Stationen verband alle eine gemeinsame Erfahrung. Der Besuch einer Deutschen Auslandsschule hat ihre persönliche und berufliche Entwicklung nachhaltig geprägt. Auch Indra Hadeler betonte aus Sicht der deutschen Wirtschaft das große Potenzial dieser internationalen Gemeinschaft. Ihr Ziel: Die Alumni-Netzwerke der Deutschen Auslandsschulen und die Netzwerke der Wirtschaft künftig noch enger miteinander zu verbinden. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist Eduardo Sotelo, Alumnus der Deutschen Schule Alexander von Humboldt in Lima und Gründer der Horus Prosthetics GmbH.
Mit Stipendium an Deutsche Auslandsschule
Mit einem Stipendium kam er bereits im Alter von elf Jahren an die Deutsche Auslandsschule. Nach Studium und beruflichen Stationen in der Automobilbranche entwickelt er heute moderne Prothesen nach deutschen Standards. Sein Unternehmen versorgt Menschen in Peru und exportiert inzwischen auch nach Bolivien. Seine Motivation beschreibt er mit den Worten: „Wir haben so viel von dieser Gesellschaft gelernt.“ Nun wolle er mit deutschen Standards dazu beitragen, das Leben anderer Menschen zu verbessern. Seine enge Verbundenheit mit Deutschland bringt er auch so auf den Punkt: „Ich zahle gerne jetzt Steuern und unterstütze Deutschland.“

Internationale Erfahrungen stärken Persönlichkeit und Verantwortung
Auch Iwe Siems, Alumna der Deutschen Höheren Privatschule Windhoek, blickte auf den prägenden Einfluss ihrer Schulzeit zurück. Das Abitur an einer Deutschen Auslandsschule habe ihr viele Türen geöffnet. Vor allem aber habe das internationale Umfeld sie offen für unterschiedliche Lebenswege gemacht. Ihre Fähigkeit, anderen Menschen mit Empathie zu begegnen, sei gestärkt worden. Diese Erfahrungen begleiten sie bis heute in ihrer Arbeit im Stiftungsmanagement.
Ottavia Cicigoi, Alumna der Deutschen Schule Mailand, schilderte ihren eigenen internationalen Lebensweg. Nach der Schulzeit zog sie nach Deutschland, studierte, absolvierte ihre Hebammenausbildung an der Charité und arbeitet heute als Hebamme in Berlin. Ihre Biografie zeigt, wie selbstverständlich sich viele Absolventinnen und Absolventen Deutscher Auslandsschulen zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen bewegen.
Das Alumni-Netzwerk verbindet Menschen weltweit
Für Leah Schrimpf, Alumna der Deutschen Schule Shanghai und heute bei Bitkom, dem Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche, tätig, liegt eine der größten Stärken der Deutschen Auslandsschulen im weltweiten Netzwerk ihrer Absolventinnen und Absolventen. „Das Netzwerk der Deutschen Auslandsschulen ist eine Verbindung auf Lebenszeit“, sagte sie. Die gemeinsamen Erfahrungen schafften Vertrauen und bildeten die Grundlage für persönliche Freundschaften ebenso wie für berufliche Kontakte. Gerade in einer international vernetzten Arbeitswelt sei dieses Netzwerk ein wertvoller Vorteil.
Ein starkes Netzwerk für die Wirtschaft von morgen
Zum Abschluss richtete sich der Blick auf die Wirtschaft. Indra Hadeler machte deutlich, dass Absolventinnen und Absolventen Deutscher Auslandsschulen Kompetenzen mitbringen, die in der internationalen Wirtschaft zunehmend gefragt sind. Mehrsprachigkeit, die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, interkulturelle Erfahrung, gemeinsame Werte und ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Dieses internationale Mindset und unternehmerisches Denken seien wichtige Voraussetzungen, um globale Herausforderungen erfolgreich zu meistern.
Am Podium haben teilgenommen: Eduardo Sotelo (Horus Prosthetics GmbH), Alumnus der Deutschen Schule Alexander von Humboldt, Lima; Iwe Siems (Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs), Alumna der Deutschen Höheren Privatschule Windhoek; Leah Schrimpf (Bitkom e. V.), Alumna der Deutschen Schule Shanghai; Ottavia Cicigoi (Hebammenpraxis Moabit), Alumna der Deutschen Schule Mailand. Indra Hadeler vertrat die Sicht der deutschen Wirtschaft (Arbeitgeberverband Gesamtmetall e. V.). Moderation: Florian Dehne, WDA-Vorstandsmitglied.
