Die WDA-Tagung ist der jährliche Treffpunkt für Mitglieder des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen (WDA) sowie für Partnerinnen und Partner aus Politik, fördernden Stellen, Verbänden, Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft. Foto: WDA/Jan Michalko.
Von Caracas (Venezuela) über Erbil (Irak) bis Toulouse (Frankreich): Bei der Tagung des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen (WDA) 2026 kamen Teilnehmende aus aller Welt zusammen.
Politische Unterstützung und Zukunftsperspektiven für die Deutschen Auslandsschulen
Der Freitag, 22. Mai, stand im Zeichen des Austauschs mit externen Expertinnen und Experten. Zu den Gästen zählten zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, fördernden Stellen, Bildungsverwaltung, Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft und auch Absolventinnen und Absolventen der Deutschen Auslandsschulen. Ihre Beiträge machten wieder deutlich, welche hohe Bedeutung die Deutschen Auslandsschulen für die internationale Bildungszusammenarbeit, die Fachkräftesicherung sowie die weltweite Vermittlung der deutschen Sprache und Kultur besitzen.
WDA-Vorstandsvorsitzende Heilke Daun bezeichnete die Schulen bei ihrem Grußwort zur Eröffnung des Symposiums als „stille Botschafterinnen und Botschafter“. Daun hob auch den Triple-Win-Aspekt der Deutschen Auslandsschulen hervor, von dem Deutschland, die Gastländer und die Schülerinnen und Schüler gleichermaßen profitieren.
Anna Stolz, Staatsministerin und Präsidentin der Bildungsministerkonferenz 2026, sagte: „Wir stehen felsenfest zu unseren Deutschen Auslandsschulen. Wir unterstützen den Auslandsschuldienst, wo es geht.“
Für Anke Reiffenstuel, Beauftragte für Bildungs- und Wissenschaftsdiplomatie im Auswärtigen Amt, sind die Auslandsschulen „herausragende Bildungsstätten in den Gastländern“ und Leuchttürme der Bildungs- und Wissenschaftsdiplomatie.
Gleichzeitig wurde während der Podiumsdiskussionen deutlich, dass nachhaltige Finanzierung und verlässliche Rahmenbedingungen zentrale Themen bleiben.
Einfach unerlässlich: verlässliche Rahmenbedingungen notwendig
Die Deutschen Auslandsschulen sind die Mittlerorganisationen mit dem höchsten Eigenanteil an der Finanzierung. Gemeinnützige Schulträger finanzieren sich zu mehr als 70 Prozent selbst. Die staatliche Förderung erfolgt insbesondere über die Vermittlung von Lehrkräften aus Deutschland und macht durchschnittlich rund 15 Prozent der Gesamtfinanzierung aus. Der Masterplan des Auswärtigen Amts für Deutsche Auslands- und Partnerschulen, der Ende 2024 beschlossen wurde, erkennt zwar die Bedeutung der Schulen an, ist jedoch von einem erheblichen Einsparungsdruck geprägt und unterstreicht die Notwendigkeit der kritischen Überprüfung des Netzwerks der Schulen.
An dem hochkarätig besetzten Podium mit der Politik nahmen teil: Nancy Faeser, MdB, SPD; Maren Kaminski, MdB, Die Linke; Thomas Mayer, Ministerialrat, BLASchA-Vorsitzender; Stephan Mayer, MdB, CSU; Anke Reiffenstuel, Beauftragte für Außenwissenschafts-, Bildungs- und Forschungspolitik im Auswärtigen Amt; Jamila Schäfer, MdB, Bündnis 90/Die Grünen; Heilke Daun, WDA-Vorstandsvorsitzende. Moderation: David Nescholta, WDA-Vorstandsmitglied.

Die Podiumsdiskussion der Allianz aus Beiräten der Deutschen Auslandsschulen, Lehrerverbänden und dem WDA brachte zusammen: Beatrice Zöllner, Sprecherin des VWL-Beirats, Deutsche Europäische Schule Singapur; Marcel Bode, GEW – Arbeitsgruppe Auslandslehrkräfte; Konrad Neufeld, Vorstandsmitglied VdLiA – Verband Deutscher Lehrkräfte im Ausland; Carsten Apsel, Sprecher Schulleitungsbeirat, German International School Washington; Rolf Knieling, Auslandsschulreferent Deutscher Philologenverband (DPhV), Ministerialrat a.D.; David Nescholta, Sprecher des Vorständebeirats, Mitglied des WDA-Vorstands, Beauftragter des Vorstands Christliche Deutsche Schule Chiang Mai. Moderation: Heilke Daun, WDA-Vorstandsvorsitzende.

An dem Podium Neues von den fördernden Stellen beteiligten sich Heike Toledo, Leiterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA); Burghard Ahnfeldt, Referatsleiter Referat II C – Auslandsschulwesen, Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK); Oliver Bientzle, Referatsleiter Referat 605 – Förderung von Deutsch als Fremdsprache und Auslandsschulen, Auswärtiges Amt; Thomas Mayer, Vorsitzender des Bund-Länder-Ausschusses für schulische Arbeit im Ausland (BLAschA), Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Moderation: Heilke Daun, WDA-Vorstandsvorsitzende.

Alumni-Podium begeistert
Ein besonderer Schwerpunkt der Tagung lag auf dem Symposium „Alumni Deutscher Auslandsschulen als globale Impulsgeber in Wirtschaft, Führung und internationaler Zusammenarbeit“. Ehemalige Schülerinnen und Schüler, die heute in den Bereichen Digitalwirtschaft, Medizintechnologie, Stiftungsmanagement tätig sind, berichteten von ihren internationalen Karrierewegen und ihrer Verbindung zu Deutschland.
Teilgenommen am Podium Alumni und Wirtschaft haben teilgenommen: Eduardo Sotelo (Horus Prosthetics GmbH), Alumnus der Deutschen Schule Alexander von Humboldt, Lima; Iwe Siems (Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs), Alumna der Deutschen Höheren Privatschule Windhoek; Leah Schrimpf (Bitkom e. V.), Alumna der Deutschen Schule Shanghai; Ottavia Cicigoi (Hebammenpraxis Moabit), Alumna der Deutschen Schule Mailand. Indra Hadeler vertrat die Sicht der deutschen Wirtschaft (Arbeitgeberverband Gesamtmetall e. V.). Moderation: Florian Dehne, WDA-Vorstandsmitglied.

Wirtschaft, Alumni und internationale Vernetzung auch als starker Auftakt
Bereits der Eröffnungsempfang setzte den Rahmen für eines der Kernthemen der Veranstaltung: Wirtschaft und Alumni. In ihren Ansprachen hoben WDA-Vorstandsvorsitzende Heilke Daun und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Ludwig Johannsen die Bedeutung der Deutschen Auslandsschulen für wirtschaftliche und internationale Vernetzung hervor.
Prof. Dr. Martin Wortmann, Generalsekretär der Bildungsallianz Mittelstand, bei der der WDA Mitglied ist, sprach in seiner Keynote über aktuelle Perspektiven und Herausforderungen im Bildungsbereich. In einer anschließenden Fragerunde wurde das Thema aus Sicht der Wirtschaft vertieft, unter anderem mit Carsten Schweneker, CEO der EBERO AG.
Raum für Austausch während Großgruppenkonferenz
In den folgenden Tagen waren Briefings und Gruppenarbeiten zur aktuellen Situation und Herausforderungen wesentliche Teile der Veranstaltung. In Großgruppenkonferenzen und auch in kleineren Arbeitsgruppen vertieften die Teilnehmenden Themen der Interessenvertretung und Verbandsentwicklung. Zu den Zukunftsfragen des Verbands diskutierten die Teilnehmenden, wie der WDA seinen Auftrag unter den Bedingungen weltweiter Krisen, steigenden Rechtfertigungsdrucks und knapper werdender Ressourcen noch wirksamer erfüllen kann.
Aufbauend auf der Berliner Erklärung, die während der WDA-Tagung 2025 entstanden ist, lag der Fokus auf der Vielfalt der Abschlüsse der Deutschen Auslandsschulen. Zu den Abschlusstypen haben bereits einige Thementage stattgefunden. Ein weiterer wird am 12. Juni auf Einladung zum Abschluss Deutsches Sprachdiplom (DSD) und berufliche Bildung stattfinden.
Weitere große Themen waren die Weiterentwicklung des Serviceportfolios sowie die Verbesserung von Datenerfassung und Datenaustausch – ganz im Sinne des Leitgedankens „Von der Anekdote zum System.“
Praxisimpulse aus den Schulen und Workshops der Partner
In Good-Practice-Formaten stellten mehrere Deutsche Auslandsschulen erfolgreiche Projekte und innovative Lösungsansätze vor:
- Kathrin Hess Gedlicka, Deutsche Schule Bukarest: Projekt „Regio Connect“
- Marc Engelhardt, Deutsche Schule Genf: Der Weg zu einem überzeugenden Leitbild
- Barbara Wattendorf, Deutsche Schule Tbilisi: Impulse rund um den Deutschen Schulpreis
- Sepan Sedeek, Deutsche Schule Erbil: Grüne Initiativen und Energieprojekte
- Angela Naumann, Deutsche Schule Kapstadt: Diversifikation von Einnahmequellen
Workshops externer WDA-Partner und ein Angebot des WDA ermöglichten kompakte Fortbildung vor Ort:
- PwC Stiftung, Maximilian Buchwald Pähler: „KI kann mehr – Verantwortung lernen mit ZukunftsMacherKI“
- School to Go, Dr. Johanna Uhl-Martin: „Ein innovativer Beitrag zur Schulentwicklung durch KI“
- GOVET, Dr. Ralf Hermann: „Berufsbildung international und die Deutschen Auslandsschulen“
- F+U, Prof. Dr. Jonas Tritschler: „Operations Research & Stakeholdermanagement für Bildungseinrichtungen – praxisorientierte Ansätze“
- Daniel Fleer Consulting, Daniel Fleer: „Schulbau und Förderung“
- WDA, Thilo Klingebiel: „Onboarding für neue Vorstände“
Mehrere Schulen wurden zudem von Benjamin Gesing von der Initiative MINT Zukunft schaffen für ihr besonderes Engagement im MINT- und digitalen Bereich ausgezeichnet.
Mitgliederversammlung stellt die Weichen für die Zukunft
Auch die Mitgliederversammlung des WDA setzte wichtige Akzente für die zukünftige Verbandsarbeit. Im Mittelpunkt standen die strategische Weiterentwicklung des Verbands sowie die weitere Stärkung des weltweiten Netzwerks. Im Bereich Netzwerk wurde beschlossen, den Weltkongress 2027 in Deutschland auszurichten. Der Weltkongress Deutscher Auslandsschulen im Vierjahresmodus ist die Veranstaltung im Auslandsschulwesen.
Weitere Informationen
- Beitrag von MINT Zukunft e.V: Deutsche Auslandsschulen weltweit für MINT und Digitalisierung ausgezeichnet – WDA-Jahrestagung in Berlin setzt starkes Fachkräfte-Signal
- Film der letzten WDA-Tagung
- WDA-Youtube-Kanal
- WDA: Was wir machen
- Texte zu WDA-Veranstaltungen
- Bericht zur WDA-Tagung 2025
- WDA-Positionspapiere













