11.06.2021

Bundesregierung würdigt Anstrengungen der Auslandsschulen

Im aktuellen Bericht zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik blickt die Bundesregierung auf das schwierige Corona-Jahr 2020 zurück. Der Text würdigt ausdrücklich die Anstrengungen der Deutschen Auslandsschulen zur Bewältigung der Krise.

Klick zum VergrößernIm aktuellen Bericht zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik würdigt die Bundesregierung die Anstrengungen der Auslandsschulen in der Corona-Pandemie. (Foto: AdobeStock / nmann77)

Das Corona-Jahr 2020 war auch für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik der Bundesregierung ein äußerst ungewöhnliches Jahr mit hohen Belastungen. Das geht aus dem aktuellen Bericht zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik 2020 hervor.

Schulen reagierten in „hervorragender Weise“

Darin heißt es, dass das Jahr 2020 von den Belastungen und Ungewissheiten durch die Corona Pandemie geprägt war. Die großen Härten, die die Deutschen Auslandsschulen, genau wie andere Partner- und Mittlerorganisatoren abzufedern hatten, werden klar benannt. Konkret heißt es, dass die Pandemie „zu großen pädagogischen und finanziellen Herausforderungen führte“. Der Bericht würdigt die Anstrengungen der Deutschen Auslandsschulen zur Bewältigung der Pandemie. Die genannten Herausforderungen decken sich mit dem, was die Schulen dem Weltverband Deutscher Auslandsschulen meldeten: „Einige Eltern konnten Schulgebühren nicht mehr bezahlen, Expat-Familien kehrten in ihre Heimatländer zurück und staatlich verfügte Schulschließungen unterminierten die wirtschaftliche Substanz.“ Der Bericht konstatiert, dass die Auslandsschulen in „hervorragender Weise“ reagierten. Sowohl die Umstellung auf Online-Unterricht als auch die strikte Kontrolle der eigenen Ausgaben werden genannt. Die Bundesregierung formuliert einen besonderen Dank an all denjenigen, die unter schwierigsten Umständen weiterhin an den Deutschen Schulen im Ausland unterrichten.

Zahlen zur Corona-Notfallhilfe

Zu den Finanzhilfen heißt es in dem Dokument: „Angesichts der pandemiebedingten finanziellen Notlage insbesondere des Goethe- Instituts und der Deutschen Schulen im Ausland hat die Bundesregierung 139,2 Mio. Euro zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt, um Insolvenzen zu verhindern und wichtige Bildungs- und Kulturinfrastruktur im Ausland zu erhalten. … Die finanziellen Mittel im Zusammenhang mit den verschiedenen Schultypen des Auslandsschulwesens und für die Vorhaben der internationalen Zusammenarbeit im schulischen Bereich (Schulfonds) beliefen sich 2020 auf 360 Mio. Euro. Zuwendungen für Bauprojekte sind darin nicht enthalten.“ Erstmals werden offizielle Zahlen zu den Abrufen der Corona Notfallhilfe genannt: „Das Auswärtige Amt entwickelte zugleich gemeinsam mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen ein Maßnahmenpaket zur besonders hart getroffener Rettung der Deutschen Auslandsschulen. Insgesamt wurden 50 Anträge auf COVID-19- Pandemie-Sonderförderung von Deutschen Auslandsschulen mit einer Gesamtfördersumme in Höhe von 26 Mio. Euro bewilligt.“

Wie schon in früheren Berichten stellt das Auswärtige Amt erneut klar, dass die Deutschen Auslandsschulen ein Kernanliegen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik sind. Konkret heißt es: „Als Begegnungsschulen bieten sie hervorragende Bildung und sind Orte des gemeinsamen Lernens und des kulturellen Austausches auf Augenhöhe.“

Weiterentwicklung des Auslandsschulwesens

Der Bericht geht auch noch einmal auf den Entschließungsantrag des Deutschen Bundestags vom 7. November 2019 ein. Zum dort formulierten Auftrag des Parlaments, das Auslandsschulwesen weiterzuentwickeln, heißt es nun in diesem Bericht: „Das Auswärtige Amt hat diesen Auftrag angenommen und unter dem Titel ‚Gemeinsame Bildungsbiographien und partnerschaftliche Bildung fördern – Auswärtige Bildungspolitik im Schulbereich‘ ein Maßnahmenpaket zur Fortentwicklung des Auslandsschulwesens vorgelegt. Insbesondere sollen die Auslandsschulen künftig noch stärker dazu beitragen, durchgängige Bildungsbiographien mit Deutschlandbezug im Ausland zu fördern. Die Vorschläge sollen zunächst mit den Ländern und Verbänden sowie den Abgeordneten des Deutschen Bundestages diskutiert werden. 2021 sollen diese Arbeiten in ein umfassendes Konzept münden.“ Der WDA steht dazu weiter im engen Austausch mit dem Auswärtigen Amt und seinem Schirmherrn Thomas Erndl, MdB.

Wettbewerb „Erinnern für die Gegenwart“

Schließlich würdigt der Bericht auch das Engagement der Schülerinnen und Schüler an den Auslandsschulen beim Wettbewerb „Erinnern für die Gegenwart“. Insgesamt 54 Auslandsschulen hatten sich zwischen 2019 und 2021 mit Aspekten der Geschichte der eigenen Schule auseinandergesetzt. Die Preisverleihung der vier siegreichen Projekte aus Athen, Istanbul, Santiago de Chile und São Paolo fand im Februar 2021 in einer Online-Veranstaltung mit Außenminister Heiko Maas (SPD) statt.