Die Deutschen Auslandsschulen sind keine profitorientierten Schulen. In der Regel werden sie von gemeinnützigen Schulvereinen oder Stiftungen getragen und von ehrenamtlich-tätigen Vorständen geführt. Durch die öffentlich-private Partnerschaft verfügen die Schulen über große wirtschaftliche Autonomie, können aber im Vergleich zu anderen internationalen Schulen geringere Schulgebühren verlangen. Zudem bieten sie verschiedene Stipendienprogramme an. So stehen die Deutschen Auslandsschulen für eine Bildungselite, die offen ist für begabte Schülerinnen und Schüler aus allen sozialen Schichten und die Allgemeinheit.
Mittlerorganisationen mit dem höchsten Eigenanteil an der Finanzierung
Die Deutschen Auslandsschulen sind die Mittlerorganisationen mit dem höchsten Eigenanteil an der Finanzierung in der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Denn diese freien, gemeinnützig und ehrenamtlich getragenen Einrichtungen sind gesetzlich dazu verpflichtet, mehr als zwei Drittel ihres Budgets in den Sitzländern selbst zu erwirtschaften. Durch weitere Multiplikatoreneffekte sind die Deutschen Auslandsschulen damit ein erstrangiger Wirtschaftsfaktor.
Gemeinnützige Schulträger erheben Schulgebühren, da sie gesetzlich verpflichtet sind, sich zu über 70 % selbst zu finanzieren. Die staatliche Förderung erfolgt vor allem durch die Vermittlung von Lehrkräften aus Deutschland, die die deutschen Bildungsstandards sicherstellen. Der finanzielle Anteil der staatlichen Förderung macht durchschnittlich unter 10 % aus. Diese Mittel sind jedoch entscheidend, um die soziale Durchmischung der Schülerschaft zu fördern und durchgängige Bildungsbiografien zu ermöglichen.
Investitionen in Deutsche Auslandsschulen wirtschaftlich sinnvoll
Die Investitionen in Deutsche Auslandsschulen sind nicht nur notwendig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Rund vier Fünftel der Lehrkräfte sind direkt beim Schulträger angestellt. Dieser Beitrag der Zivilgesellschaft entspricht rund der Hälfte des Beitrags, den Deutschland insgesamt in die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) investiert. Die Förderung ist damit Katalysator für die Eigeneinnahmen der gemeinnützigen Schulträger und für die Finanzierung der AKBP. Allein dieser Beitrag der Zivilgesellschaft ist schon ein Alleinstellungsmerkmal in der AKBP.
Die Deutschen Auslandsschulen übernehmen in der Partnerschaft der Zivilgesellschaft mit Bund und Ländern gemäß den Leitlinien des Auswärtigen Amtes die Aufgabe der Sicherung und des Ausbaus der Schulversorgung deutscher Kinder im Ausland. Allein die Beschulung der deutschen Schülerinnen und Schüler an Deutschen Auslandsschulen – mit rund 34 % die Minderheit der Gesamtanzahl an Schülerinnen und Schüler – entspricht bereits einem Wert von 100 % des Schulfonds im Haushalt des Auswärtigen Amtes. Auf der Grundlage der durchschnittlichen Kosten pro Schülerin bzw. Schüler in Deutschland von 9.500 Euro (Statistisches Bundesamt, 2024) entspricht die Dienstleistung der gemeinnützigen Schulträger dem Wert von rund 291 Millionen Euro (Schulfonds 2024: 291 Mio. EUR). Kosten in dieser Höhe würden anfallen, wenn diese Schülerinnen und Schüler in Deutschland beschult werden würden.
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