An Deutschen Auslandsschulen lernen Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen gemeinsam. Der Unterricht ist in der Regel mehrsprachig.
Deutsche Auslandsschulen fördern Begegnung der Kulturen und Völkerverständigung
Die Schulen vermitteln und leben Weltoffenheit und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung. Deutsche Auslandsschulen fördern zudem das Bewusstsein für Studien- und Arbeitsmöglichkeiten auf der ganzen Welt. Zugleich schaffen sie eine enge Bindung an Deutschland, wo viele Auslandsschüler nach dem Abschluss studieren und in den Beruf einsteigen.
Deutsche Auslandsschulen können so als Orte lebendiger Demokratie und Begegnung verstanden werden und eine Vorbild- und Vorreiterrolle bei Integration annehmen.
Die Begegnungsschulen seien vor Ort im Sitzland Motoren der Integration, beschreibt ein Interviewpartner der Public Value Studie, einer Untersuchung des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen und der Universität St.Gallen zum gesellschaftlichen Wertbeitrag der Schulen aus 2014.
Begegnungsschulen: Orte der Begegnung
Auf dem amerikanischen Kontinent, insbesondere in Lateinamerika, sind die größten Auslands- schulen zu finden, so die Triple Win Studie des WDA aus 2017, einer Studie, für die Absolventinnen und Absolventen und Schulvertreterinnen und Schulvertreter der Deutschen Auslandsschulen weltweit befragt wurden.
Die meisten dieser Schulen sind als Begegnungsschulen konzipiert, an denen deutsche Schülerinnen und Schüler und jene des Sitzlandes gemeinsam lernen. Integrierte Begegnungsschulen sind vollständig in das örtliche Bildungssystem eingegliedert und bieten, ergänzend zur deutschen Abiturprüfung, nationale Schulabschlüsse an. In gegliederten Begegnungsschulen gibt es jeweils einen Programmbereich in Deutsch und einen in der Landessprache mit verstärktem Deutschunterricht; sie führen zum nationalen Hochschulzugang und parallel zur deutschen Hochschulreifeprüfung oder zum Deutschen Sprachdiplom.
Nach Amerika ist Europa an der Schülerzahl gemessen der zweitgrößte Auslandsschulkontinent, gefolgt von Asien/Ozeanien und Afrika. Anders als in Lateinamerika sind in Asien und zum Teil auch auf anderen Kontinenten die Schulen vorrangig als deutschsprachige Schulen konzipiert; an ihnen wird überwiegend oder ausschließlich in deutscher Sprache unterrichtet und zumeist werden nur deutsche und internationale Abschlüsse verliehen. Diese Schulen werden häufig von Schülerinnen und Schülern besucht, deren Eltern als entsandte Fachkräfte für Unternehmen für begrenzte Zeit im Ausland leben.
Mehr als 85.000 Kinder und Jugendliche schaffen Verbindungen
Im schulischen Alltag leben und fördern die Deutschen Auslandsschulen Werte wie Freiheit, Demokratie, Respekt, Empathie, Vielfalt, Gleichberechtigung, Gemeinschaft und Eigenverantwortung. Diese Werte werden im interkulturellen und mehrsprachigen Kontext täglich an mehr als 85.000 Kinder und Jugendliche neu vermittelt und gelebt – und gerade in Zeiten wachsender globaler Instabilität, zunehmendem Autoritarismus und fundamentaler Umbrüche durch technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz besonders gefördert.
Die Deutschen Auslandsschulen sind daher weit mehr als nur Bildungseinrichtungen: Sie bilden den Ausgangspunkt eines weltumspannenden Netzwerks von Leistungsträgern in nahezu allen Disziplinen mit gemeinsamer Sprache, Kultur und Wertebasis.
Die 2014 vom WDA und der Universität St.Gallen durchgeführte Untersuchung verdeutlicht, dass acht gesellschaftliche Wertbeiträge den Public Value der Schulen ausmachen. Dabei wird der beschriebene Beitrag “Begegnung der Kulturen – die Schulen fördern Völkerverständigung” durch befragte Schulvertreterinnen und Schulvertreter sowie durch Absolventinnen und Absolventen als wichtigster und typischster von insgesamt acht Wertbeiträgen eingestuft.