Für im Ausland lebende Deutsche sind die Deutschen Auslandsschulen oft nicht nur die erste Adresse für die Ausbildung ihrer Kinder. Sie ermöglichen es Deutschen im Ausland, eine Bindung an Deutschland beizubehalten und eine deutsche Identität zu wahren.
Bezugspunkt für die deutsche Gemeinschaft
Die Schulen schaffen zudem Netzwerke, die schnellen Anschluss gewährleisten. Nicht nur für viele temporäre Expats sind sie ein gesellschaftlicher Bezugspunkt. Kulturzentren oder andere deutsche Institutionen im Ausland können diese Rolle in dieser Form nicht erfüllen.
Mehr als 85.000 Kinder und Jugendliche lernen derzeit an Deutschen Auslandsschulen weltweit und das, obwohl viele von ihnen keinen familiären Bezug zu Deutschland haben. Nur ca. ein Drittel von ihnen sind Deutsche, der Rest der Schülerinnen und Schüler sind nicht-deutscher Herkunft.
Welche Staatsangehörigkeiten haben Absolventinnen und Absolventen und Deutscher Auslandsschulen?
Informationen dazu gehen aus der Triple Win Studie aus 2017 hervor, einer Studie des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen, für die Absolventinnen und Absolventen und Schulvertreterinnen und Schulvertreter weltweit befragt wurden.
Mehr als die Hälfte der befragten Absolventen (55 Prozent) der Studie zum Triple Win besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Davon haben 34 Prozent neben der deutschen noch eine oder mehrere weitere Staatsbürgerschaften.
- Da mehr als zwei Drittel der Befragten Deutsche Auslandsschulen auf dem amerikanischen Kontinent besucht haben, werden amerikanische Staatsbürgerschaften (insbesondere Uruguay, Mexiko und Argentinien) am zweithäufigsten genannt.
- In den Deutschen Auslandsschulen Asiens ist der Anteil deutscher Schüler am höchsten. Hier haben 78 Prozent entweder die deutsche oder die deutsche und eine oder mehrere weitere Staatsbürgerschaften.
- Auf den anderen Kontinenten liegt der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit deutscher Staatsangehörigkeit konstant bei jeweils etwa der Hälfte der Schüler insgesamt. Dies erklärt sich durch die Verteilung von deutschsprachigen Schulen und Begegnungsschulen.
- Während es in Asien meist rein deutschsprachige Schulen gibt, sind es auf dem amerikanischen und dem afrikanischen Kontinent zum Großteil Begegnungsschulen, die sowohl deutschsprachigen als auch nicht deutschsprachigen Kindern offenstehen.
Nach der Schule entscheidet sich fast jeder zweite befragte Absolvent bzw. fast jede zweite befragte Absolventin dafür, ein Studium oder eine Ausbildung in Deutschland zu absolvieren (48 Prozent), so die Triple Win Studie.
Welche Chancen ergeben sich noch durch den Bezugspunkt Deutsche Auslandsschule?
Schule kann als Lebensraum gesehen werden, nicht nur als Lernfabrik. Die Bildungszusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch mit dem Sitzland werden gestärkt und zudem steigt die Attraktivität für neue Zielgruppen im Sitzland.
Die Schulen seien Teil einer großen und generationenübergreifenden Gemeinschaft von Deutschen im Ausland, oftmals auch Minderheiten, beschreibt ein Interviewpartner der Public Value Studie, einer Untersuchung des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen und der Universität St.Gallen zum gesellschaftlichen Wertbeitrag der Schulen aus 2014.