Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier grüßt die Grundschülerinnen und -schüler der Deutschen Schule Guatemala, bei den Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum der Schule. Seit 1901 steht die Schule für Bildung, Kultur und Begegnung. Foto: Deutsche Schule Guatemala.
Frank-Walter Steinmeier ist Schirmherr des Auslandsschulwesens. Diese langjährige Schirmherrschaft hat der Bundespräsident etwa durch zahlreiche Besuche an den Auslandsschulen weltweit lebendig gestaltet, wie aktuell in Guatemala. Schulträger und Schulgemeinschaft der 125-jährigen Deutschen Auslandsschule hießen den Bundespräsidenten herzlich willkommen.
Musikalischer Empfang
Die Schülerinnen und Schüler empfingen das deutsche Staatsoberhaupt gemeinsam mit einer offiziellen Delegation feierlich. Musikalische und kulturelle Beiträge unterstrichen den interkulturellen Charakter der Schule, die seit jeher deutsche und guatemaltekische Bildungstraditionen miteinander verbindet.
In seiner Ansprache gratulierte er der Schule zu 125 Jahren erfolgreicher Bildungsarbeit. Er würdigte sie als besonderen Ort des Lernens und des Austauschs. Zugleich betonte er die gewachsene Tradition innerhalb der Schulgemeinschaft. In vielen Familien hätten bereits Eltern und teils sogar Großeltern die Schule besucht, und nun führten die Schülerinnen und Schüler diese Verbundenheit fort, indem sie den Ort weiter mit Leben erfüllten. Er betont: „Bilaterale Beziehungen werden politisch gestaltet, aber wirklich gelebt werden sie von den Menschen.“ Eine gemeinsame Sprache spiele dabei eine zentrale Rolle.

Austausch mit der Schulgemeinschaft
Während eines Rundgangs tauschte sich der Bundespräsident mit Schülerinnen und Schülern zum Schulleben aus. Mit der Schülervertretung sprach er über ihr Demokratieverständnis und ihr Engagement an der Schule und zeigte sich in seiner Rede danach beeindruckt von ihrem hohen Sprachniveau. Außerdem erhielt er Einblicke in das vielfältige pädagogische Angebot. Der Bundespräsident informierte sich insbesondere über die in die Schule integrierte Berufsschule, die zwei kaufmännische Ausbildungen nach deutschem Vorbild und mit deutschem Abschluss anbietet. "Wir freuen uns, wenn der eine oder andere zum Studium oder zum Arbeiten nach Deutschland kommt", bekräftigt der Bundespräsident in seiner Ansprache.
Zudem nahm sich der Bundespräsident Zeit für Gespräche mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern, die bereits vor 39 Jahren beim Besuch des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker an der Schule dabei waren.
„Der Besuch des Bundespräsidenten ist eine große Ehre für unsere gesamte Schulgemeinschaft und eine besondere Würdigung unserer Bildungsarbeit im Jubiläumsjahr“, betont die Schulleiterin Daniela Gehring.

Deutsche Schule Guatemala: Begegnungsschule mit Tradition
Gegründet im Jahr 1901, ist die Deutsche Schule Guatemala heute Teil des weltweiten Netzwerks Deutscher Auslandsschulen (DAS). Ihren 1185 Schülerinnen und Schülern bietet sie sowohl das Deutsche Internationale Abitur als auch den guatemaltekischen Abschluss Bachillerato en Ciencias y Letras an. Zum dritten Mal in Folge wurde die Deutsche Schule Guatemala als Exzellente Deutsche Auslandsschule ausgezeichnet.
Der WDA gratuliert der Deutschen Schule Guatemala zum 125. Geburtstag. Es ist besonders erfreulich, dass die WDA-Amerikatagung in diesem Jubiläumsjahr vom 18. bis 21. November 2026 an der Deutschen Schule Guatemala ausgerichtet wird. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.
Schulbesuche als Teil des Austauschs mit der Politik
Der Besuch des Staatsoberhaupts und Schirmherrn des Auslandsschulwesens an einer Deutschen Auslandsschule, wie zuletzt etwa in Santiago in Chile oder Asunción in Paraguay, ist eine besondere Ehre. Die Deutschen Auslandsschulen können sich präsentieren, etwas als Brückenbauer und für ein weltoffenes Deutschland. Die Schulen haben so die Möglichkeit, ihre Erfolge, aber auch Herausforderungen vor Ort zu zeigen. Schulbesuche machen die wertvolle Arbeit und die wichtige Rolle der Auslandsschulen noch greifbarer und öffentlicher. Immer wieder besuchen auch Abgeordnete bei Auslandsaufenthalten die Deutschen Auslandsschulen.
Der WDA steht in kontinuierlichem Austausch mit der Politik und vertritt die Interessen der freien, gemeinnützigen Schulträger im politischen Berlin. Das funktioniert umso besser, wenn auch MdBs und andere Delegierte während der Gespräche Schulen, Menschen und Projekte konkret vor Augen haben.