WDA-Tagung und Mitgliederversammlung: Wichtige Weichenstellungen für die Zukunft

Friederike Gribkowsky ist neue Vorsitzende des WDA. Thomas Erndl als WDA-Schirmherr bestätigt. Ulla Schmidt und Dr. Peter Fornell werden Ehrenmitglieder. Der Verband festigt sein Engagement für mehr Digitalisierung und stärkt seine Netzwerke.

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Vom 1. bis zum 4. Juni veranstaltete der Weltverband der Auslandsschulen (WDA) eine Tagung mit integrierter Mitgliederversammlung. Die WDA-Mitglieder, Partner und Gäste kamen in Berlin persönlich zusammen oder nahmen über zugeschaltete Online-Kanäle am Programm teil. Nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Oktober war es die zweite hybride Mitgliederversammlung für den WDA. Bei der vorherigen Versammlung war mit Blick auf die Corona-Pandemie die Satzung erweitert worden, damit Veranstaltungen in Zukunft möglichst flexibel durchgeführt werden können, online und in Präsenz. Insgesamt waren die Tagung und die Mitgliederversammlung geprägt von einer Mischung aus Kontinuität und Aufbruch. Der Verband stellt sich teilweise neu auf, intensiviert aber auch bewährte Kooperationen und Netzwerke.

Friederike Gribkowsky ist neue Vorsitzende des WDA

Die Mitglieder wählten turnusgemäß einen neuen Vorstand und dabei eine neue Führung: Der bisherige Vorsitzende des Weltverbands Dr. Peter Fornell (Toulouse) schied nach drei Amtsperioden satzungsgemäß aus dem Vorstand aus. Die bisherige stellvertretende Vorsitzende Gabriele Bunzel Khalil (Beirut) kandidierte nicht wieder für den Vorstand. Neue Vorsitzende ist nun Friederike Gribkowsky (Bukarest), neue stellvertretende Vorsitzende ist Heilke Daun (Windhoek). Neu in den Vorstand wurden Dr. Eva Häussling (Stockholm) und Dr. Richard Epstein (Athen) gewählt. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Ludwig Johannsen (Mexiko) und David Nescholta (Chiang Mai) wurden beide wiedergewählt. Neue Schriftführerin des WDA ist Dr. Eva Häussling. Nicholas Röhm bleibt Schatzmeister.

Thomas Erndl als WDA-Schirmherr bestätigt, neue Ehrenmitglieder: Ulla Schmidt und Dr. Peter Fornell

Die Mitglieder bedankten sich ausdrücklich für die erfolgreiche Arbeit des bisherigen Vorstands, entlasteten ihn und wählten Peter Fornell zum Ehrenmitglied des WDA. Die Satzung des WDA erlaubt, dass auch natürliche Personen, die die Arbeit oder die Ziele des Verbands unterstützen, Ehrenmitglied werden können. Der Vorschlag, die Politikerin Ulla Schmidt zum Ehrenmitglied zu machen, wurde mit großer Mehrheit angenommen.

Der breiten Öffentlichkeit ist die SPD-Politikerin vor allem als Bundesgesundheitsministerin (2001-2009) und Vizepräsidentin des Bundestags (2013-2017) bekannt. Ulla Schmidt war aber auch zwei Legislaturperioden lang Mitglied im für die Auslandsschulen zuständigen Unterausschuss für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik im Bundestag. Im 19. Bundestag (2017 – 2021) war sie Obfrau in diesem Unterausschuss. Schmidt hat sich über viele Jahre für die Belange der Deutschen Auslandsschulen eingesetzt. Ihre politische Arbeit betrifft finanzielle Aspekte wie die Lehrerbesoldung und den Versorgungszuschlag für Ortslehrkräfte sowie die Evaluierung des Auslandsschulgesetzes.

Ferner bestätigten die Mitglieder Thomas Erndl, als WDA-Schirmherr. Er wurde 2020 erstmalig in das Amt gewählt. Im Rahmen der Schirmherrschaft war Erndl ein verlässlicher und vertrauensvoller Partner, mit dem Vorstand und Geschäftsführung in regelmäßigem Austausch standen. Erndl hat sich nachhaltig für die Deutschen Auslandschulen eingesetzt. Hierzu zählen insbesondere die Sicherung des Versorgungszuschlages für OLK, die Evaluationen des Auslandsschulgesetzes, die Entschließung des Bundestages zur Stärkung der Deutschen Auslandsschulen (2019) sowie das Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung der Deutschen Auslandsschulen der Bundesregierung (2021).

Erndl ist in der neuen Legislaturperiode zum stellv. Vorsitzenden des Auswärtigen Aus- schusses aufgestiegen. Gleichzeitig hat er erklärt, sich als stellv. Mitglied mit allen Rechten eines ordentlichen Mitglieds des Ausschusses weiter für die Auslandsschulen einsetzen zu wollen.

Eröffnung in der hessischen Landesvertretung

Die hybride Mitgliederversammlung war eingebettet in ein mehrtägiges Tagungsprogramm vor Ort in Berlin. Zusätzlich zur Versammlung fanden Workshops, Themenpanels, Ausflüge und Netzwerktreffen statt. Die Eröffnung erfolgt mit einem Empfang in der Vertretung des Bundeslandes Hessen nahe dem Potsdamer Platz. Harald Schmitt, Referatsleiter/Bundesratskoordinator, und Dr. Peter Fornell, Vorsitzender des WDA, eröffneten die WDA-Tagung mit Grußworten, die die Bedeutung der Länder für die Deutschen Schulen im Ausland sowie die gemeinsame Partnerschaft unterstrichen.

Workshop mit SAP Young Thinkers und der HPI Schol of Design Thinking

Noch vor der Mitgliederversammlung gab es etwa einen Workshop mit der School of Design Thinking des Hasso-Plattner-Instituts unter der Leitung Prof. Weinberg, Leiter der HPI DSchool, und Beteiligung von jungen SAP-Talenten. Die Teilnehmerteams hatten die Gelegenheit, in ihren Gruppen die Design Thinking-Methode im Schnelldurchlauf kennenzulernen und erste Anwendungserfahrungen zu sammeln. Für viele Teilnehmer war der Workshop nach zwei Jahren Corona-Pandemie eine schöne Gelegenheit, wieder persönlich zu netzwerken und sich gleichzeitig mit diesem zentralen Ansatz des neuen Lehrens und Lernens zu beschäftigen.

Für den WDA als Verband festigt sich durch solche Angebote die Kooperation, die er im September 2021 mit dem Software-Unternehmen SAP und mit dem HPI eingegangen ist. Durch die Zusammenarbeit erhalten alle Mitgliedsschulen die Möglichkeit, Teil der sogenannten SAP Young Thinkers Community zu werden. Sie können dadurch die vielfältigen Lerninhalte und Lernformate in dieser Community nutzen und sich in den Bereichen e-learning und e-teaching weiterbilden. Damit festigt der WDA sein Engagement im Bereich Digitalisierung, die Schulen und Bildungsträger auf allen Kontinenten vor diverse Herausforderungen stellt.

Besuch bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik

Ein anderes wichtiges Netzwerk für den Weltverband der Auslandsschulen ist die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), eine Gesellschaft mit über 2.500 Mitgliedern, darunter politische Entscheidungsträger und wichtige Multiplikatoren aus Medien und Wissenschaft. Als DGAP-Mitglied kann sich der Verband besser über außenpolitische Inhalte und Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik austauschen. Im Rahmen der WDA-Tagung besuchten die Mitglieder die ebenfalls in Berlin ansässige Gesellschaft. Herrn Tobias Bergner, Senior Fellow der DGAP, gab einen Überblick über die Außenpolitik und diskutierte mit den Teilnehmern, welche Themen wichtig sind, wo sich die Außenpolitik hinentwickelt. Eine Hausführung rundete diesen Netzwerkausflug ab. Die Zusammenarbeit besteht in dieser Form erst seit Ende 2019, war also bisher stark durch die Pandemie beeinflusst. Deshalb war auch dieser Ausflug eine willkommene Gelegenheit, wieder mehr in den persönlichen Austausch zu kommen.

Ebenfalls eingebettet in die WDA-Tagung und die Mitgliederversammlung fand am 3. Juni 2022 ein WDA-Symposion mit dem Titel „Nachhaltigkeit in der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik“ statt. Einen ausführlichen Bericht zum Symposion finden Sie unten.

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