Künstliche Intelligenz als Lernbegleitung an der Deutschen Schule Shanghai

Die Deutschen Auslandsschulen tragen weltweit dazu bei, kommende Generationen auf das Lernen, Leben und Arbeiten in einer komplexen und globalisierten Welt vorzubereiten. Das betrifft die schulische Ausbildung, den Umgang mit Megathemen wie Umwelt und Technologie und die interkulturellen und sozialen Kompetenzen, wie sie besonders im Berufsleben gefordert sind. Der WDA stellt Good Practice – sinnvolle Ansätze und vorbildliche Projekte – vor, diesmal an der Deutschen Schule Shanghai/China. Diese ist Vorreiterin bei der digitalen Schulentwicklung.

Künstliche Intelligenz als Lernbegleitung an der Deutschen Schule Shanghai cover

Modernes Lernen ist Teil der Medienbildung an der DS Shanhai: Zwei Schülerinnen der 8. Klasse nutzen die schuleigene Surface Pro. Bild: DS Shanghai.

Künstliche Intelligenz (KI) verändert das Lernen. Die Deutsche Schule Shanghai (DSS) hat sich daher zum Ziel gesetzt, KI sinnvoll, verantwortungsvoll und datenschutzkonform in den Schulalltag zu integrieren. Der Grundgedanke: Ebenso wie andere Medien und Technologien soll KI einen erkennbaren Mehrwert für den Lernprozess bieten, die digitalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler fördern und ihre Kreativität anregen. Dafür hat die DSS ein umfassendes Konzept zur Medienbildung und digitalen Schulentwicklung erarbeitet.​

​Chatbot unterstützt den individuellen Lernprozess

Ein zentrales Element ist der schuleigene Chatbot „DSS-Lerncoach“. Er steht den Schülerinnen und Schülern auf ihren persönlichen Geräten sowie auf den gemeinsam genutzten iPads (den „Sprachtheken“) in den Klassenräumen zur Verfügung.

Der Chatbot basiert auf Künstlicher Intelligenz und begleitet die Jugendlichen beim Lernen. Statt fertige Lösungen vorzugeben, bietet er ihnen persönlich zugeschnittene Erklärungen, Rückfragen und Hilfestellungen an – und legt einen besonderen Fokus auf Sprachförderung.

Praxiserfahrungen mit „Vibe Coding“ und Robotik

Mithilfe von KI-Werkzeugen lernen die Schülerinnen und Schüler der DSS auch, eigene Software zu entwickeln. Sie schreiben den Programmcode dabei nicht selbst, sondern formulieren ihre Ideen in natürlicher Sprache, lassen KI den benötigten Code erzeugen und entwickeln ihn anschließend weiter. Mit diesem sogenannten „Vibe Coding“ erleben sie, wie sich Programmieren verändert – und damit ganze Berufsbilder in der IT.

Das Medienbildungskonzept der Deutschen Schule Shanghai geht jedoch weit über den Einsatz von KI hinaus. Ein Beispiel ist die Kooperation mit der Tongji-Universität, die unter anderem auf Ingenieurswissenschaften spezialisiert ist. Dort arbeiteten DSS-Schülerinnen und -Schüler der 9. Klassen mit Industrierobotern und erhielten einen Einblick in professionelle Automatisierung. Praxiserfahrungen wie diese ergänzen den Informatikunterricht um wertvolle Perspektiven.

Robotik: Exkursion zur Tongji-Universität. Bild: DS Shanghai.

Lehrkräfte arbeiten an Integration in Schulalltag

Auch die Lehrkräfte an der DSS erhalten neue Impulse durch Zukunftstechnologien. Sie erproben digitale Prüfungsformate und untersuchen, wie KI sie bei Routineaufgaben entlasten kann. Großen Wert legt die Schule dabei auf den Datenschutz: Sensible Informationen verbleiben auf der schuleigenen Infrastruktur und werden nicht weitergegeben.

Mit ihrer digitalen Schulentwicklung macht die Deutsche Schule Shanghai ihren Bildungsanspruch klar: Schülerinnen und Schüler sollen Künstliche Intelligenz nicht nur anwenden können. Sie sollen den Einsatz von KI auch hinterfragen, verstehen und verantwortungsvoll gestalten. Der DSS-Lerncoach, innovative Unterrichtsprojekte und starke Partnerschaften zeigen, wie die Schule auf diesem Feld aktiv vorangeht.

Über die Deutsche Schule Shanghai

​Die Deutsche Schule Shanghai zählt zu den größten Deutschen Auslandsschulen weltweit und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Seit 2011 trägt die Schule das Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“, darf seit 2012 das renommierte CertiLingua Exzellenzlabel vergeben und wurde im selben Jahr sowie 2015 und erneut 2025 als „MINT-freundliche Schule“ zertifiziert. Auch für ihr Engagement im Bereich digitale Bildung wurde die Schule im Schuljahr 2024/25 ausgezeichnet.

​Good Practice Beispiel einreichen

Reichen auch Sie jederzeit ein Good Practice Beispiel Ihrer Schule beim WDA ein. Teilen Sie es mit der Gemeinschaft der Deutschen Auslandsschulen und erhöhen Sie so auch die Aufmerksamkeit für Ihr Projekt. Kontaktieren Sie uns einfach per E-Mail. Wir senden Ihnen ein kurzes Formular, um die wichtigsten Informationen zu Ihrem Projekt zu erfassen: wda@auslandsschulnetz.de.

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