Verlässliche Förderung, mehr Personal und schnellere Verfahren: Athener Erklärung zeigt Wege aus der Krise für die Auslandsschulen

Athen/Berlin, 23. Juni 2023. Der sechste Weltkongress Deutscher Auslandsschulen stellt mit der Athener Erklärung die Weichen für die Zukunft. Verlässliche finanzielle und personelle Unterstützung für die Deutschen Auslandsschulen ist eine der zentralen Botschaften. Nur so kann Herausforderungen wie Lehrermangel oder Digitalisierung begegnet werden. Unter dem Motto “Kompetenz aus Vielfalt. Gemeinschaft als Stärke” tagten vom 19. bis 23. Juni in Athen Vertreterinnen und Vertreter der Auslandsschulen sowie Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur, um über die Zukunft von Bildung und Wege aus der Krise zu beraten.

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WDA-Vorstandsvorsitzende Friederike Gribkowsky (r.) in der Diskussion mit dem Abteilungsleiter Kultur und Gesellschaft im Auswärtigen Amt, Ralf Beste (l.). Foto: exposeprod / WDA

Der Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA) organisierte den Weltkongress in Zusammenarbeit mit der Deutschen Schule Athen. Das globale Event findet nur alle vier Jahre statt und ist das bedeutendste Treffen innerhalb des Auslandsschulwesens. Der Kongress bot rund 200 Teilnehmenden eine Plattform zum Austausch und zur Diskussion verschiedener Herausforderungen. Und davon gibt es aktuell viele: Im Fokus der “Zukunftskonferenz” standen Bereiche wie finanzielle und personelle Förderung, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, frühkindliche Bildung, Gewinnung von Lehrkräften sowie Inklusion an Deutschen Auslandsschulen.

Politische Einigkeit bei der Bedeutung der Förderung der Deutschen Auslandsschulen

Ein bedeutender Teil des Kongresses war der politische Nachmittag, bei dem der Austausch zwischen Politikern, Bildungs- und Kulturexperten im Mittelpunkt stand. Ralf Beste, Abteilungsleiter Kultur und Gesellschaft im Auswärtigen Amt, betonte die Rolle der Deutschen Auslandsschulen als Mittel der auswärtigen Politik, insbesondere vor dem Hintergrund der vielen internationalen Krisen. Neben den Vertreterinnen und Vertreter der Kultusministerkonferenz und anderer involvierter Behörden und Gremien auf Bundes- und Landesebene stellten sich auch vier Bundestagsabgeordnete den Fragen des WDA. Die Abgeordneten des Bundestages Hierl (CSU), Hacker (FDP), Stüwe (SPD) und Grundl (Grüne) waren sich einig, dass vor allem eine verlässliche Förderung für die Deutschen Auslandsschulen von größter Bedeutung ist.

Michelle Müntefering, Vorsitzende des Unterausschusses für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik, erklärte in ihrem digitalen Grußwort "Durch gute Bildung entwickelt sich die Gesellschaft weiter als auch die eigene Persönlichkeit. Wir schaffen Chancen auf gutes Leben und zu kritischer Reflexion. Die Deutschen Auslandsschulen tragen dazu bei. Deswegen sind sie für mich unverzichtbar."

WDA-Vorstandsvorsitzende Friederike Gribkowsky unterstrich, dass der WDA sich weiter stark einsetzen würde zum Wohle der Schulen bei der Politik. Die Interessenvertretung ist eine der Hauptaufgaben des Verbands.

Der zweite Kongresstag war darüber hinaus geprägt von Workshops, Keynotes und Impulsreferaten, bei denen alle intensiv daran arbeiteten, die Zukunft der Deutschen Auslandsschulen gemeinsam zu gestalten.

Abschlusserklärung stellt Weichen für Zukunft

Auf dem Weltkongress Deutscher Auslandsschulen wurde an zwölf verschiedenen Themenkomplexen intensiv in Klein- und Großgruppen gearbeitet. Ziel war es, wesentliche gemeinsame Herausforderungen zu identifizieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Die Atmosphäre war positiv und inspirierend, geprägt von einem gemeinsamen Geist des Miteinanders. Als Ergebnis des Kongresses wurde eine gemeinsame Abschlusserklärung vorbereitet. Die “Athener Erklärung” spiegelt die Vielfalt der diskutierten Themen wider und baut auf den Perspektiven aller Zielgruppen auf. Die Themen reichen von der verbesserten Förderung und finanziellen Unterstützung über die Entwicklung der frühkindlichen Bildung bis hin zur Steigerung der Attraktivität der Tätigkeiten bei den Deutschen Auslandsschulen und Gewinnung neuer Lehrkräfte. Auch Inklusion, Nachhaltigkeit und Vernetzung wurden als wichtige Aspekte hervorgehoben und bearbeitet. Die Abschlusserklärung wird in den nächsten Wochen redaktionell fertiggestellt.

Höhepunkt des Weltkongresses war eine von den Teilnehmenden formulierte Abschlusserklärung zur Interessenvertretung. Bild: exposeprod / WDA

Gemeinsame Position als Hebel zur Interessenvertretung

Die Abschlusserklärung legt den Grundstein für eine gemeinsame Gestaltung der Zukunft der Deutschen Auslandsschulen. Es ist ein deutliches Signal, dass die verschiedenen Akteure eng zusammenarbeiten und die vielfältigen Herausforderungen gemeinsam angehen wollen. Diese Abschlusserklärung dient als Leitlinie für die zukünftige Entwicklung des Auslandsschulwesens und wird in die öffentliche und politische Diskussion getragen.

Antworten in Krisenzeiten

Die Deutsche Auslandsschulen sind in über 70 Ländern und auf allen Kontinenten vertreten und stehen für Toleranz, kulturellen Austausch und deutsche Bildungsideale. Sie fördern die Völkerverständigung und sind wichtige Partnerinnen für die global agierende deutsche Wirtschaft. Angesichts der aktuellen multiplen Krisen stehen die Schulen vor besonderen Herausforderungen in Bezug auf Qualitätssicherung und die zukunftsfähige Gestaltung der Rahmenbedingungen.

Über den Weltverband Deutscher Auslandsschulen

Der Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA) wurde am 2. Mai 2003 in Berlin gegründet und ist die Stimme der freien Schulträger in Deutschland. Der Verband setzt sich politisch ein für die leistungsentsprechende Förderung der Deutschen Auslandsschulen, für eine klare Rollenaufteilung der beteiligten Partner und für die Stärkung der Autonomie und Gestaltungsfreiheiten der Schulen. Mit Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit sowie Statistiken und Berichten sorgt der WDA für die Bekanntheit und Anerkennung des Wertes und der Leistungen Deutscher Auslandsschulen. Der WDA baut Brücken zu Lehrern, Universitäten und Wirtschaft sowie über die Schulen zu Eltern und Schülern.

Über die Deutsche Schule Athen

Die Deutsche Schule Athen (DSA) wurde 1896 gegründet und gehört damit zu den ältesten Deutschen Auslandsschulen weltweit. Wie alle anerkannten Deutschen Auslandsschulen wird die DSA mit begrenzten Mitteln von Deutschland personell und finanziell gefördert. Die Privatschule hat sich der Vermittlung der deutschen und griechischen Sprache und deutschen und griechischen Bildungswerten verpflichtet und bietet anerkannte deutsche Bildungsabschlüsse an. Die DSA ist Schule und Begegnungsstätte für Griechen, in Athen lebende Deutsche, Österreicher und Schweizer, für bi-kulturelle Familien und alle, die ein besonderes Interesse an der deutschen Sprache und Kultur haben.

Alle Informationen zum Weltkongress der Deutschen Auslandsschulen finden Sie hier.

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