Auslandsschulwettbewerb: Preisträger 2015

Das Auswärtige Amt hat sieben innovative Projekte der Auslandsschulen ausgezeichnet. Die ersten Preise gingen an die Deutsche Schule Instituto Ballester in Buenos Aires (Berufsbildung) und die Deutsche Schule Rio de Janeiro (Inklusion).

Preisträger des Wettbewerbs „Beruf macht Schule“ – Exzellenzpreis Berufsorientierung in der Deutschen Auslandsschularbeit

1. Preis (dotiert mit 10.000 Euro): Deutsche Schule Instituto Ballester in Buenos Aires, Argentinien

Um ihre Schüler früh für einen Berufsweg in Deutschland zu interessieren, hat die Schule umfangreiche Maßnahmen entwickelt. Gemeinsam mit dem in die Schule integrierten Berufsbildungszentrum konnte das Konzept „MehrAusBildung“ bereits erfolgreich umgesetzt werden: Mit einem zweimonatigen Austauschprogramm inklusive einer Hochschulbesuchswoche in Bayern, mit Ausbildungstutoren und durch Partnerschaften mit den Hochschulen in Regensburg und Coburg. Zu der Berufsbildungsmesse „EduAlemania“ und dem Unternehmensplanspiel „Junior Manager“ werden auch weitere südamerikanische Schulen eingeladen.

2. Preis (dotiert mit 5.000 Euro): Loyola-Gymnasium in Prizren, Kosovo

Das noch nicht einmal zehn Jahre junge klassische Gymnasium im Süden des Kosovo weist die landesweit besten Schul-Abschlüsse auf. Pro Jahr legen hier rund 100 von 700 Schülerinnen und Schülern das Deutsche Sprachdiplom ab. Von Anfang an pflegte das Loyola-Gymnasium Kontakte zu Förderern in Deutschland. So konnten seit 2010 hochmotivierte Absolventen als Auszubildende an mehrere mittelständische Unternehmen in Westfalen vermittelt werden. Gut die Hälfte der 14 jungen Menschen, die dieses Jahr im Rahmen der „Ausbildungsinitiative“ nach Westfalen kamen, waren Mädchen. Besonders Begabte erwartet hier ein Duales Studium.

3. Preis (dotiert mit 2.500 Euro): Deutsche Schule Bilbao, Spanien

Derzeit liegt die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien bei über 50 Prozent. Umso mehr Gewicht erhält hier eine frühe Berufsorientierung. Die Deutsche Schule Bilbao schreibt Berufs- und Studienberatung groß. Bereits seit 2005 ermöglicht sie, mittels einer Vereinbarung mit neun Europaschulen, allen Schülerinnen und Schülern ihrer Abiturklassen zweiwöchige Praktika in Unternehmen in Schleswig-Holstein. In diesem Herbst fand die vierte Studien- und Berufsmesse an der Schule statt. Unterstützung erfahren die jungen Menschen auch in dem breiten Alumni-Netzwerk und einer neuen Kooperation mit der Humboldt-Universität.

Preisträger des Wettbewerbs „Gemeinsam leben und Lernen“ – Inklusion an Deutschen Auslandsschulen

1. Preis (dotiert mit 10.000 Euro): Deutsche Schule Rio de Janeiro – Escola Alemã Corcovado

Die 1.300 Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule Rio de Janeiro können zwischen einem deutschen und einem brasilianischen Ausbildungszweig wählen. Das Thema Inklusion ist fest als Teil der Schulkultur verankert. Die gesamte Schulgemeinschaft einschließlich der Eltern befasst sich aktiv mit dem Thema und es gibt eine offene Kommunikation zu strittigen Fragen. Auf Früherkennung legt die Schule mit ihrem Inklusionsmodell höchstes Augenmerk.

2. Preis (dotiert mit 5.000 Euro): Deutsche Schule Pretoria, Südafrika

„Gemeinsam auf dem Weg“: Unter diesem Motto setzt die Deutsche Schule in der Hauptstadt Südafrikas, einem Land mit elf offiziellen Sprachen, inklusive Maßnahmen auf inner- und außerschulischer Ebene ein. Barrierefreie Zugänge, spezielle Schalldämmungen in den Klassenzimmern für Hörgeschädigte, regelmäßige sozialpädagogische Übungen mit den Kindern und „Runde Tische“ mit den Eltern gehören dazu. 850 Kinder und Jugendliche werden hier unterrichtet. „Entscheidend ist für uns die innere Haltung aller am Schulleben Beteiligten“, sagt Schulleiter Norbert Klevenz.

3. Preis (dotiert mit 2.500 Euro): Deutsche Schule Barcelona, Spanien

Individuelle Lernbegleitungen und Nachteilsausgleiche bietet die Deutsche Schule Barcelona schon seit zehn Jahren an. Entwicklungsgefährdete Kinder können sich auf Wunsch der Eltern einem psychopädagogischen Testverfahren unterziehen. Die 1.400 Schüler umfassende Einrichtung bietet Supervisionen für Lehrer und Workshops für Eltern an. In einem umfangreichen Leitfaden sind die Grundsätze der Schule zur individuellen Förderung festgehalten und dienen allen Lehrkräften als Grundlage für ihre Arbeit.

Sonderpreis: German Swiss International School Accra, Ghana

Kinder mit Behinderung haben es in Ghana schwer, oft werden sie von ihren Familien versteckt. Die German Swiss International School bietet mit ihrem Stützunterricht einen Gegenpol. Zehn Prozent der Schüler weisen besondere Herausforderungen auf, wie Sprachentwicklungsstörungen oder Autismus. Zu den Förder- und Inklusionsmaßnahmen gehören kreative Angebote wie „Time for Talents“, „Free Play“, individuelle Studienzeiten. Hier können Kinder wie der schwer körperbehinderte sechsjährige Michael frei äußern: „So bin ich eben!“

Quelle: Auswärtiges Amt

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