22.04.2014

WDA-Fachtagung 2014: Die digitale Zukunft im Blick

Zum zweiten Mal bot der WDA in diesem Jahr auf der Bildungsmesse didacta eine interdisziplinäre Fachtagung speziell für die Deutschen Auslandsschulen an. Vom 26. bis 28. März 2014 konnten sich in Stuttgart Vorstände und Führungskräfte der Schulen zu aktuellen Trends und Dienstleistungen informieren und austauschen. Das Themenspektrum reichte von Architektur bis Social Media, Schwerpunkt war die digitale Zukunft. Die Vorträge und Diskussionen boten viele Anknüpfungspunkte zum Messeprogramm.

Auch 2014 war die Fachtagung des WDA ausgebucht: Mehr als 50 Teilnehmer - Verwaltungs- und Schulleiter, Geschäftsführer, Beauftragte des Vorstands, Vorstandsmitglieder sowie weitere Schulvertreter - hatten sich für die dreitägige Veranstaltung registriert. Rund 20 Experten standen für Vorträge und Diskussionen zur Verfügung. Seitens des WDA-Vorstands nahmen der Vorsitzende Detlef Ernst, seine Stellvertreterin Martina Spann sowie Dr. Peter Fornell und Peter Raute teil.

In Kooperation mit dem didacta-Verband fand die WDA-Fachtagung zentral auf der Messe, aber abseits des Messetrubels in eigenen Räumen mit eigenem Catering statt. Die Teilnehmer hatten zugleich freien Zugang zur Messe und konnten auf eigene Faust die didacta 2014 erkunden. "Die WDA-Tagungen sind eine hervorragende Gelegenheit, sich - abseits vom Tagesstress - mit Gleichgesinnten auszutauschen, alte Kontakte aufzufrischen und neue zu knüpfen", resümierte ein Teilnehmer der Fachtagung.

Auftakt: Strategien, Schulgeld und Logistik

Zum Start der Fachtagung fand ein Workshop mit WDA-Geschäftsführer Thilo Klingebiel statt. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt: Wie stellen sich die Deutschen Auslandsschulen auf, um im internationalen Wettbewerb langfristig erfolgreich zu sein? Klingebiel stellte die Pflege der Austauschbeziehungen als zentrale Aufgabe des strategischen Managements vor, insbesondere in der öffentlichen-privaten Partnerschaft, in der die Schulen frei getragen und öffentlich gefördert werden. Dabei wurden die Folgen dieser Partnerschaft innerhalb der Organisation der Schulen für das strategische Management intensiv diskutiert. Dass die freien Träger den überwiegenden Teil ihrer Mittel durch Schulgebühren selbst erwirtschaften, ist ein zentraler Ausgangspunkt für das strategische Management einer Deutschen Auslandsschule. Wie sich Schulgebühren gestalten lassen und warum dies Chefsache ist, darüber referierte anschließend Professor Rainer Elste von der Hochschule Esslingen. Zum Abschluss der ersten Vortragsreihe berichteten Thomas Gerkmann und Madeline Hendrian von der F. Undütsch GmbH über Wege, um Bestellwesen und Logistik bei der Schulausstattung effizient zu organisieren. Undütsch ist strategischer Partner und exklusiver Schullieferant im Partnernetzwerk des WDA.

Zukunft der Schule: Alles digital?

Am Nachmittag stiegen die Teilnehmer auf der Messe in die Debatte um die digitale Zukunft der Schulen ein. Am Messestand der Rednet AG, einem weiteren strategischen Partner des WDA, stellten Pädagogen gemeinsam mit IT-Experten Tablet-Computer und Schulsoftware-Lösungen für den digitalen Unterricht vor. Danach diskutierte der Bildungsjournalist Jürgen Luga mit Erziehungswissenschaftlern und Medienfachleuten über Nutzen, Chancen und Probleme des mediengestützten Unterrichts.

"Lassen Sie sich nicht verrückt machen."


Am zweiten Tag der WDA-Fachtagung drehte sich alles um die digitale Zukunft von Schule und Bildung. In einem launigen Vortrag hinterfragte David Klett, Geschäftsführer der Klett Lernen und Information GmbH, die Bedeutung der digitalen Medien für den Unterricht. Die lange erwartete Revolution sei noch nicht da, wichtige Fragen - etwa beim Datenschutz - nach wie vor ungeklärt. "Lassen Sie sich nicht verrückt machen", riet Klett den Teilnehmern der Fachtagung. "Wenn Sie mit digitalen Medien hadern, sind Sie kein schlechter Pädagoge." Schulen sollten die Medien aus der Stärke heraus nutzen, nicht aus Unsicherheit. Vorrangig sei immer die Frage nach dem Mehrwert. Computer seien ein "tolles Kreativinstrument" für den Unterricht, deshalb müsse dieser aber nicht vom Tablet getragen werden. "Der Lehrer ist verantwortlich, nicht der Computer", schloss Klett seine Keynote.

"Rasante Entwicklung"

Im Anschluss an Klett stellte Frank Bolten, Leiter des Bereichs Corporate Social Responsibility der Samsung Electronics GmbH, die Initiative "Digitale Bildung neu denken" vor. Samsung ist Initiator der Initiative, die mit unterschiedlichen Programmen den Einsatz digitaler Medien in Schule und Hochschule fördert. "Die Digitalisierung des gesellschaftlichen Lebens nimmt eine rasante Entwicklung und hat damit auch erheblichen Einfluss auf Lehr- und Lernprozesse", sagte Bolten. Digitale Medien eröffneten den Lehrkräften neue Möglichkeiten für eine zeitgemäße Gestaltung des Unterrichts. Deshalb sei es entscheidend, diese Medien frühzeitig in Schule und Ausbildung zu integrieren. In der anschließenden Diskussion stand die Frage im Mittelpunkt, wie die Digitalisierung der Schulen technisch und finanziell gelingen kann. Schulvorstände und Verwaltungsleiter unter den Teilnehmern betonten dabei, dass eine plattformübergreifende Lösung erfolgsentscheidend sei, bei deren Umsetzung auch die Eltern eingebunden sein müssten.

Online-Plattformen für die Deutschen Auslandsschulen

Wie digitale Medien den Schulalltag in der Praxis bereichern können, zeigten die folgenden Vorträge verschiedener Kooperationspartner des WDA. Stefan Appelhans, Geschäftsführer von meinUnterricht.de, erläuterte, wie Lehrkräfte ihren Unterricht mit der Online-Plattform vorbereiten und organisieren können. Dafür stehen Zehntausende Materialien renommierter Verlage zur Verfügung.

Die Online-Lernhilfe sofatutor.com vermittelt Lerninhalte durch hochwertige Erklär­- und Übungsvideos. Mehr als 63.000 Lehrer, Schüler und Studenten nutzen die Plattform bereits. David Möller von sofatutor.com stellte sie den Teilnehmern der Fachtagung in Stuttgart vor.

Auch der Brockhaus Wissensservice zählt seit Kurzem zu den WDA-Kooperationspartnern - das größte fachredaktionell betreute allgemeinbildende Nachschlagewerk in deutscher Sprache. Redaktionsleiterin Dr. Ulrike Hönsch verdeutlichte die Vorteile einer Recherche "über Google und Wikipedia hinaus".

Peter Welskop von Digionline ging in seinem Vortrag auf die wichtigsten Schritte bei der Einführung einer digitalen Lernplattform ein. Er stellte neue Funktionen im auslandsschulnetz.de sowie die Organisations- und Lernplattform w-da.net vor.

Schulsoftware und Social Media

Den Abschluss des Schwerpunkts zur digitalen Zukunft der Deutschen Auslandsschulen bildeten zwei Beiträge des WDA. Geschäftsführer Thilo Klingebiel skizzierte in seinem Vortrag zu "Schulsoftware und Organisationsentwicklung" die zentralen Herausforderungen bei der Implementierung und Pflege der IT an den Auslandsschulen. Er stellte eine aktuelle Umfrage des WDA zur Schulverwaltungssoftware vor, die zeigt, dass die Schulen hier großen Verbesserungsbedarf sehen. Diskussionsstoff bot auch der Vortrag des WDA-Referenten für Marketing und Kommunikation Albrecht Wolfmeyer zum Thema Social Media. Während einige Teilnehmer großen Austauschbedarf in Sachen Social Media-Management sehen - etwa mit Blick auf Tools und Strategien - betrachten andere das Thema sehr skeptisch, gerade unter pädagogischen Gesichtspunkten.

Abschluss: Schüleraustausch, Naturwissenschaften und Schulbau

Was den Schüleraustausch zum Erfolg - oder Misserfolg - machen kann, erläuterte Maja von Grasdorff vom GLS Sprachenzentrum Berlin. Sie diskutierte die Vor- und Nachteile des Aufbaus eines eigenen Programms im Vergleich zur Zusammenarbeit mit einem Partner. Warum moderne Schullabore und ein innovativer Unterricht in den Naturwissenschaften ein echter Wettbewerbsvorteil für Deutsche Auslandsschulen sein kann, darüber berichtete Christian Eineder, Geschäftsführer von Waldner Labor- und Schuleinrichtungen. GLS und Waldner sind seit mehreren Jahren strategische Partner des WDA.

Neu im Netzwerk des WDA ist die Bundesarchitektenkammer (BAK). Architekt Jochem Schneider präsentierte bei der Fachtagung in Stuttgart, was einen zeitgemäßen Schulbau auszeichnet: Die klassische Einteilung von Fluren und Zimmern verschwindet - das Klassenzimmer wird zum Lernort, die Schule zur Lernlandschaft.

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