25.11.2021

Koalitionsvertrag: Auslandsschulen sollen mit Masterplan weiterentwickelt werden

Der gestern in Berlin vorgestellte Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP nennt Schwerpunkte in der Weiterentwicklung der Deutschen Auslandsschulen.

Klick zum VergrößernUnter dem Titel „Mehr Fortschritt wagen“ beschreiben die drei Parteien ihr Arbeitsprogramm für die nächsten vier Jahre.

Gestern stellten SPD, Die Grünen und FDP in Berlin ihren Koalitionsvertrag vor. Unter dem Titel „Mehr Fortschritt wagen“ beschreiben die drei Parteien auf 177 Seiten ihr Arbeitsprogramm für die nächsten vier Jahre. Die Deutschen Auslandsschulen werden darin ausdrücklich erwähnt. Auf Seite 127 schreiben die Koalitionäre: „Wir wollen unser Auslandsschulnetz und das PASCH-Netzwerk durch einen Masterplan weiterentwickeln, einen Schulentwicklungsfonds auflegen, frühkindliche Bildung, Inklusion und die Schulleitungen stärken.“

Dazu erklärt Dr. Peter Fornell, WDA-Vorsitzender: „Ich bewerte die Punkte zu den Deutschen Auslandsschulen grundsätzlich positiv. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Auslandsschulen Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden haben. Wenn die neue Bundesregierung im Amt ist und die Stellen in Ministerien und Bundestagsausschüssen besetzt sind, werden wir als WDA die bekannten Positionen unserer Mitglieder vortragen und für die bisher vertretenen Ziele weiter eintreten.“

So hatte der Weltverband Deutscher Auslandsschulen in seinem Positionspapier zu den Koalitionsverhandlungen vom 7. Oktober unter anderem gefordert:

Beendigung der Zweiklassengesellschaft. Alle geförderten Schulen – von der Abiturschule bis zur GIB-Schule – sollten von der gesetzlich abgesicherten Förderung im jeweiligen Zeitraum von 3 Jahren profitieren.
Haushaltsvorbehalt streichen
Teilhabe der gemeinnützigen Schulträger stärken. Es ist notwendig, die öffentlich-private Partnerschaft aus Schulträgern, vertreten durch den WDA, auf der einen Seite sowie Bund und Ländern auf der anderen Seite institutionell abzubilden und ein Beteiligungsgremium gesetzlich zu verankern.
Erhöhung der Pauschalen für Inklusion und Sozialermäßigungen
Frühkindliche Bildung fördern
Attraktivität für Lehrkräfte und Schulleitungen steigern

Im Koalitionsvertrag finden sich jetzt einige dieser Punkte wieder. Wie zum Beispiel die Stärkung von frühkindlicher Bildung und Inklusive konkret ausgestaltet werden soll, wird sich zeigen, wenn die neue Bundesregierung ihre Arbeit aufgenommen hat.

Parteien bekennen sich zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik

Zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik schreiben die designierten Regierungsparteien auf Seite 126: „Die internationale Kulturpolitik ist die Dritte Säule unserer Außenpolitik, sie verbindet Gesellschaften, Kulturen und Menschen und ist unser Angebot für eine Werte- und Verantwortungsgemeinschaft in Europa und weltweit. Wir werden sie weiter stärken, flexibilisieren, über Ressortgrenzen koordinieren und auf europäischer Ebene eng abstimmen. Wir werden umfassende Nachhaltigkeits-, Klima-, Diversitäts- und Digitalstrategien verabschieden.“ Damit bekennt sich die künftige Bundesregierung auch weiter zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik.

Im Abschnitt „Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer“ heißt es auf Seite 96: „Wir wollen die Anerkennung ausländischer Qualifikationen im Lehramt beschleunigen und vereinfachen, Auslandserfahrungen von Lehramtsstudierenden und Lehrkräften unterstützen und beim beruflichen Werdegang stärker berücksichtigen.“ Damit setzen die Koalitionäre einen Impuls für eine höhere Attraktivität des Auslandsschuldienstes für Lehrkräfte und Schulleitungen. Der WDA setzt sich schon lange für eine höhere Attraktivität der Auslandsschuldienstes ein, um die Personalgewinnung der Schulen zu unterstützen.

Der Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA) steht bereit, die Auslandsschulen im Rahmen der Public-Private-Partnership zusammen mit Bundesregierung und Bundestag weiterzuentwickeln.

Nächste Schritte zur neuen Bundesregierung

Der Koalitionsvertrag muss jetzt noch von den einzelnen Parteien bestätigt werden. SPD und FDP haben dafür Parteitage am 4./5. Dezember geplant. Bei den Grünen werden die Mitglieder über den Koalitionsvertrag und das Personaltableau entscheiden. Die Urabstimmung soll heute am 25. November beginnen und zehn Tage dauern. Nach Zustimmung aller drei Parteien kann Olaf Scholz (SPD) vom Bundestag zum Kanzler gewählt werden. Der Termin soll in der Woche ab dem 6. Dezember liegen. Am Tag der Kanzlerwahl wird das Kabinett von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannt und im Bundestag vereidigt. Voraussichtlich noch am selben Tag wird Angela Merkel im Kanzleramt die Amtsgeschäfte an Scholz übergeben. Die Stabübergabe in den Ministerien dürfte zum größten Teil am Folgetag stattfinden.

Mit Material von tagesschau.de