18.09.2019

Entwicklung des GIB-Abschlusses

Beim Jour fixe mit der Kultusministerkonferenz am 17. September 2019 verfolgte der WDA die Lösungsansätze zur Stärkung des Gemischtsprachiges Internationales Baccalaureate.

Der Weltverband Deutscher Auslandsschulen und die Kultusministerkonferenz tauschen sich regelmäßig aus.

Der Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA) tauscht sich regelmäßig mit der Kultusministerkonferenz (KMK) zu allen Fragen rund um Schulabschlüsse, Lehrpläne usw. aus. Beim letzten Jour fixe dazu am 17. September 2019 in Berlin zeichnete sich ein Durchbruch bei der breiten Anerkennung des GIB-Abschlusses der Deutschen Auslandsschulen ab. GIB steht für das Gemischtsprachige Internationale Baccalaureate und ist ein internationaler Schulabschluss mit weltweit gleichen Lehrplänen und Abschlussprüfungen. Der Abschluss der IB Organization berechtigt zum Studium an einer deutschen Hochschule und Hochschulen weltweit. Dennoch sind noch manche Fragen zur einheitlichen Anerkennung des Abschlusses in Deutschland offen. So wird die Anerkennung des GIB in Bezug auf den Sprachnachweis durch die Hochschulen in Deutschland unterschiedlich gehandhabt.

Anträge zum Gemischtsprachigen Internationalen Baccalaureate

In Bezug auf das GIB wurden die Ergebnisse des runden Tisches GIB nachverfolgt und besprochen. Schon beim letzten runden Tisch zum GIB im Juni zeichnete sich ein positive Entwicklung ab. Der WDA führt diesen runden Tisch regelmäßig durch. An ihm nehmen alle maßgeblichen Akteure teil: das Auswärtige Amt, die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, die Kultusministerkonferenz und die International Baccalaureate Organization (IBO). Dort unterstrich zuletzt Burghard Ahnfeldt, KMK-Referatsleiter Auslandschulwesen, dass der Bund-Länder-Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland (BLASchA) und der Schulausschuss der KMK bei diesem Thema zuständig sind.

Anknüpfend an die Erkenntnisse der bisherigen runden Tische und des intensiven Austauschs des WDA mit der Hochschulrektorenkonferenz identifizierten die Beteiligten folgende Ansatzpunkte zur Lösung der offenen Fragen beim GIB.

  • Mathematik: Diskutiert wurde hier der KMK-Beschluss zur Anerkennung des IB vom 10. März 1986 in der Fassung vom 7. März 2019 in Bezug auf Mathematik. Ansatzpunkt für eine Lösung ist, für die GIB-Variante des Internationalen Baccalaureates die Vektorrechnung durch ein standardmäßiges Internal Assessment oder ein ergänzendes Curriculum innerhalb des GIB sicherzustellen. KMK, die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen und das Auswärtige Amt werden dazu entsprechende Vorbereitungen treffen. Das ermöglicht bei Sicherstellung der entsprechenden Anforderungen im Fach Mathematik SL eine Änderung bzw. Ergänzung der Beschlusslage der KMK.
  • Sprachnachweis beim Hochschulzugang: Durch den Kontakt des WDA mit der Hochschulrektorenkonferenz konnten die Gründe herausgearbeitet werden, durch die die Anerkennung des GIB in Bezug auf den Sprachnachweis unterschiedlich durch die Hochschulen gehandhabt wird. Hier liegt die Rahmenordnung über Deutsche Sprachprüfungen für das Studium an deutschen Hochschulen zugrunde, die den Hochschulen jedoch weiterreichende Autonomie einräumt. Die tragfähigste Lösung bestünde, wie berichtet, nach Ansicht der Hochschulrektorenkonferenz darin, dass das GIB mittelfristig in die Liste der Sprachnachweise in folgendem KMK-Beschluss aufgenommen würde. Hier geht es um Schulabschlüsse, die als Sprachnachweise anerkannt sind: www.kmk.org.
  • Status-GIB: Bei den vergangenen runden Tische arbeiteten die Partner heraus, dass es zum Gemischtsprachigen Internationalen Baccalaureate an Deutschen Auslandsschulen nur einen einzigen Beschluss der KMK gibt. Es handelt sich um den Beschluss zum GIB-Pilotprojekt vom 26. April 2002 in der Fassung vom 21. März 2007. Durch den erweiterten Kontakt mit den Hochschulen hat der WDA geklärt, dass dieser Beschluss immer wieder zu Verwirrung bei der Anerkennung führt. Dies liegt unter anderem daran, dass dort nur 14 der 33 GIB-Schulen aufgeführt sind. Ansatzpunkt ist nun, diesen Beschluss im Hinblick auf die genannten Fragen zum GIB in geeigneter Weise neu zu fassen. Dies wird eine verlässliche Beschlusslage schaffen.

Herr Ahnfeldt hatte schon im Rahmen der WDA-Mitgliederversammlung im Juni 2019 über die Vorgehensweise informiert. Beim jetzigen Jour fixe wurde jetzt berichtet, dass anknüpfend an die im runden Tisch GIB des WDA eingeleiteten Lösungen Anträge erarbeitet wurden und das betreffende Verfahren derzeit positiv bewertet würde.

Versorgungszuschlag: Lösungskonzept ist erarbeitet

Zweites wichtiges Thema beim Jour fixe am 17. September war der Status des Versorgungszuschlags. Verbeamtete, beurlaubte Ortslehrkräfte erhalten diesen nicht, was die Personalsuche für die Auslandsschulen erschwert. Die Ländervertreter betonten die weiter bestehende Zusage der Länder zur hälftigen Übernahme des Versorgungszuschlages für die genannte Lehrergruppe. Diese sei jedoch wie berichtet abhängig von der Übernahme der anderen Hälfte durch den Bund. Bund und Länder hätten ihre Gespräche nach der Januar-Sitzung des im Bundestag zuständigen Unterausschusses für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik vertieft. An dieser Sitzung nahm auch der WDA teil. Außenminister Maas habe sich ferner per Brief mit der Bitte um Lösung der Thematik an die Länder gewandt. Ein Konzept sei erarbeitet worden und befände sich aktuell in der Prüfung.

Verabschiedung des Qualitätsrahmens im Dezember geplant

Im Hinblick auf das erweiterte Qualitätsmanagement machten die KMK-Vertreter deutlich, dass die Verabschiedung des Qualitätsrahmens in der Sitzung des Bund-Länder-Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland (BLASchA) im Dezember vorgesehen sei. Schließlich stimmten sich beiden Seiten bezüglich der Teilnahme des Präsidenten der Kultusministerkonferenz, Prof. Dr. Alexander Lorz, an der WDA-Europatagung in Genua und der Kommunikation zur Anerkennung der Rückkehrer von Deutschen Auslandsschulen ab.

Das Treffen fand im Rahmen des regelmäßigen Jour fixe von KMK und WDA statt. Die KMK-Seite war an diesem Tag vertreten durch:

  • Dorothée Bauni, Ländervorsitzende des Bund-Länder-Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland (BLASchA)
  • Burghard Ahnfeldt, KMK-Referatsleiter Auslandschulwesen
  • Yvonne Büscher, Referat Auslandsschulwesen im KMK-Sekretariat.

Den Weltverband Deutscher Auslandsschulen vertraten:

  • Dr. Peter Fornell, Vorsitzender des WDA
  • Gabriele Bunzel Khalil, stellv. Vorsitzende
  • Nicholas Röhm, Schatzmeister / Sprecher GIB-Schulen
  • Thilo Klingebiel, WDA-Geschäftsführer.

Der Austausch fand wie gewohnt in einer partnerschaftlichen Atmosphäre statt. Der Jour fixe dient dem regelmäßigen und engen Austausch von Schulträgern und Ländern. Dorothée Bauni vertritt die Länder bei den WDA-Regionaltagungen in Medellin/Kolumbien und Genua/Italien.