Appell "Deutsche Auslandsschulen stärken"

Die 135 Deutschen Auslandsschulen sind in besonderer Weise geeignet, Schülerinnen und Schüler verschiedener Kulturkreise auf eine gemeinsame Zukunft vorzubereiten: vom Kindergarten bis zum Abitur ermöglichen sie die Begegnung zwischen Gesellschaften, Kulturen und Sprachen, sichern die schulische Versorgung deutscher Kinder im Ausland, leisten einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der deutschen Sprache, zur Stärkung des Studienstandorts Deutschland und letztendlich zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland.

Die Deutschen Auslandsschulen zukunftssicher machen: den gemeinsamen Weg fortführen

Weltweit für Deutschland Schule machen ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und privaten Trägern. Diese Zusammenarbeit ist nicht nur die älteste Public Private Partnership, sondern auch eine sehr erfolgreiche. In diesem Sinne werden die Deutschen Auslandsschulen als Leuchttürme der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik und als verlässliche, in die Zukunft gerichtete Partner und Image-Träger anerkannt. Der Deutsche Bundestag hat Ihre Bedeutung mit seiner Entschließung „Deutsches Auslandsschulwesen stärken und weiterentwickeln“ (BT-Drs. 16/9303) 2008 hervorgehoben. Damit das Markenzeichen „Deutsche Schule“ auch in Zukunft als Qualitätsbegriff bestehen und im internationalen Bildungswettbewerb erfolgreich bleiben kann, brauchen wir verlässliche Konzepte und zielgerichtete Strategien unter veränderten Rahmenbedingungen.

Eigenständigkeit ausbauen: Starke Schulträger brauchen Handlungsfähigkeit am Markt

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen fördert aus den Mitteln des Auswärtigen Amtes die Deutschen Auslandsschulen personell und finanziell. Schon jetzt erwirtschaften jedoch die privaten Schulträger eigenverantwortlich bis zu 80% der Schulhaushalte: ehrenamtlich und gemeinnützig. Diese unternehmerisch eigenverantwortlich und erfolgreich wirtschaftenden privaten Schulträger dürfen nicht auf Basis des Prinzips “Förderung nur bei Bedürftigkeit” benachteiligt werden, sondern brauchen eine verlässliche Finanzierung und schulzielsichernde Förderung, die nachhaltiges wirtschaftliches Handeln fördert. So wird die Lehrerversorgung schon zu rund 3/4 durch die privaten Schulträger sichergestellt. Um dies auch künftig zu gewährleisten benötigen Sie eine weitere Flexibilisierung der Einsatz- und Vermittlungspraxis. Insgesamt gilt jedoch: Wer unternehmerisch handelt, braucht eine Planungssicherheit der Förderung, die über ein Haushaltsjahr hinausgeht.

Potentiale nutzen: Nachhaltigkeit für Wachstum und Integration

Deutsche Auslandsschulen vermitteln in 68 Ländern der Erde die deutsche Kultur und Bildung. 20000 Kinder deutscher Experten nehmen die Dienstleistung der Deutschen Schulen in Anspruch, die damit die Voraussetzungen für die internationale Tätigkeit deutscher Unternehmen schaffen. Mehr als 50000 nichtdeutsche Schüler erhalten an bikulturellen Begegnungsschulen die Möglichkeit, die deutsche Sprache zu erlernen und sich mit der Kultur, den Traditionen und Werten des deutschen und europäischen Raumes vertraut zu machen. Nicht zuletzt führen jedoch die Deutschen Auslandsschulen jährlich insgesamt rund 2.200 Schüler zum Abitur. Das ist eine Vermittlung von Bildung, die weit über einen Sprachkurs hinausgeht. Die 135 Deutsche Auslandsschulen liefern damit die Antworten auf Fragen im Inland: Wer den Fachkräftemangel von morgen verhindern will, darf dieses Potential an hervorragend ausgebildeten, Deutsch sprechenden und die deutsche Kultur lebenden Schülern nicht verschenken, sondern muss aktiv daran arbeiten sie zu fördern und weiter an Deutschland zu binden. Deutsche Auslandsschulen zeigen dabei, insbesondere im Hinblick auf die Integrationsdebatte, wie man Schüler aus anderen Kulturkreisen im eigenen Bildungssystem zum Erfolg führen kann.

Den richtigen Weg gehen: Qualität garantieren

Die Kultusministerkonferenz (KMK) vergibt die Abschlüsse und die Berechtigungen, die an den Auslandsschulen erworben werden. Sie sind das Markenzeichen für Bildung „Made in Germany“. Unter Aufsicht des Staates erreichen damit fast 60 Prozent der Deutschen Auslandsschulen in nationalen Vergleichen einen Platz unter den fünf besten ihres Landes. Diese Aufsichtspflicht des Staates nehmen über 1200 vermittelte, deutsche, verbeamtete Lehrkräfte, so genannte Auslandsdienstlehrkräfte, wahr. Jede Schule benötigt einen Stamm an vermittelten Auslandsdienstlehrkräften für die Vergabe der Abschlüsse und die Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben, deren Freistellung durch die Bundesländer auch weiterhin sichergestellt werden muss. Eine Kürzung der KMK-Richtzahl für die Anzahl der an eine Deutsche Auslandsschule zu vermittelnden Auslandsdienstlehrkräfte würde der Verpflichtung zur Wahrung der Qualität der Abschlüsse widersprechen.

Schule machen: Schule erhalten

Eine weitere, aktuell diskutierte Absenkung der finanziellen und personalen Förderung der öffentlichen Stellen würde unweigerlich zu einer Erhöhung der Schulgebühren führen. Damit würden die Deutschen Auslandsschulen entgegen der öffentlichen Zielvorgabe von Bildungseliten zu Geldeliten werden und dabei nicht zuletzt auch die international tätigen Unternehmen belastet. Zusätzlich würde eine weitere Absenkung der Förderung zu einem Verlust der Qualitätskontrolle im Hinblick auf die deutschen Abschlüsse und zu einer stärkeren Konkurrenz anderer Schulabschlüsse führen, da sich die privaten Schulträger stärker am Markt orientieren müssten, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Letztendlich wäre damit eine weitere Absenkung der Beiträge der fördernden Stellen zur Public Private Partnership ein weiterer Schritt zu einem Rückzug aus der Förderung der Vermittlung der deutschen Sprache.

Bildung hat Priorität: Deutschland braucht die Deutschen Auslandsschulen

Die 135 Deutschen Auslandsschulen sind ein über 150 Jahre altes Generationenprojekt, getragen von Bund, Ländern und privaten Schulträgern. Durch sein globales Engagement ist Deutschland eine der weltweit führenden Wirtschaftsnationen geworden. Die Deutschen Auslandsschulen haben dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet. Um die Ziele der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik auch weiterhin zu erreichen ist es notwendig zu investieren. Jeder verlorene Schüler und jede verlorene Schule wäre eine verlorene Chance des Wachstums und der Integration.

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