05.11.2019

Deutsche Hochschulen und Deutsche Auslandsschulen – Potenziale einer erfolgreichen Partnerschaft ausschöpfen

Die Erfolgsfaktoren einer Vertieften Zusammenarbeit zwischen Deutschen Auslandsschulen und Deutschen Hochschulen ausschöpfen – darum geht es in der Kooperation zwischen Weltverband Deutscher Auslandsschulen und der Hochschulrektorenkonferenz. In Themen von Hochschulzugang bis Lehrerbildung brachte der WDA Erfolgsfaktoren der vertieften Zusammenarbeit zwischen Deutschen Auslandsschulen und Deutschen Hochschulen ein.

Ein erstes Gespräch mit dem Präsidenten der HRK, Prof. Peter-André Alt, fand bereits im Oktober 2018 statt. Dort wurde vereinbart, dass der WDA die Erfolgsfaktoren der vertieften Zusammenarbeit zwischen Deutschen Auslandsschulen und Deutschen Hochschulen näher beschreibt und einbringt.  Im Mai 2019 versendete der WDA diese Stellungnahme an Herrn Prof. Alt., der den WDA zum Gespräch einlud. Dieses Treffen fand am 16. September 2019 statt. Im Austausch mit der HRK vertritt der WDA die Interessen seiner Mitgliedsschulen vor allem bei zwei Themen:

- Den Zugang der Absolventen Deutscher Auslandsschulen zu Hochschulen in Deutschland erleichtern.
- Die Lehrerversorgung durch eine Internationalisierung des Lehramtsstudiums verbessern.

Die vom WDA erarbeiteten Erfolgsfaktoren einer verstärkten Zusammenarbeit mit der HRK bewegen sich im Rahmen dieser Themen und sind wie folgt definiert.

Absolventen Deutscher Auslandsschulen und Hochschulen zusammenbringen

Hierzu gehören unter anderem ein optimierter Informationsstand bei Absolventen und Hochschulen, sowie eine unterstütze Integration der Absolventen Deutscher Auslandsschulen in den deutschen Hochschulalltag und der Ausbau von Austausch- und Stipendienprogrammen.
Um den Informationsstand bei Absolventen und Hochschulen zu optimieren schlägt der WDA die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe vor, welche vorhandene Informationen und Prozesse sichtet. Konkret könnte das Portal „Hochschulkompass“ so angepasst werden, dass Absolventen gezielt nach Hochschulen suchen können, welche Absolventen Deutscher Auslandsschulen gezielt ansprechen.
Zur Unterstützung der kulturellen und gesellschaftlichen Integration der Absolventen in Deutschland könnten etwa Mentorenprogramme mit Partnerorganisationen oder den Hochschulen helfen. Auch die Studien- und Berufsberatung an Deutschen Auslandsschulen könnte hier bereits bestimmte Themen in der Vorbereitung gezielt aufgreifen.
Durch die Verstärkung von Schüleraustauschen zwischen Deutschen Auslandsschulen und Schulen in Deutschland können Absolventen während ihrer Bildungslaufbahn bereits eine engere Verbindung zu Deutschland aufbauen. Vorteile wie der Abbau von Sprachbarrieren und die frühe Vertrautheit mit dem deutschen Bildungssystem könnten hier von Vorteil sein und die Entscheidung der Absolventinnen für ein Studium am Wissenschaftsstandort Deutschland bestimmen.

Anerkennung des Gemischtsprachigen Internationalen Baccalaureate (GIB) durch die Hochschulen optimieren

Das Gemischtsprachige Internationale Baccalaureate (GIB) mit Schwerpunkt Deutsch ist ein durch die KMK anerkannter Abschluss, welcher zum Hochschulzugang berechtigt. Absolventen werden hier gezielt auf ein hohes sprachliches Niveau in Deutsch vorbereitet, indem die Fächer Biologie und Geschichte auf Deutsch unterrichtet werden. Mittlerweile wird an 32 von 140 Deutschen Auslandsschulen das GIB angeboten.
In den Augen des WDA ist hier eine vertiefte Information der deutschen Hochschulen über den Status des Abschlusses notwendig. Eine einheitliche Regelung, sowie eine allgemeine Beschreibung und der Bezug auf die Rahmenordnungen für deutsche Sprachprüfungen für das Studium an deutschen Hochschulen wäre hilfreich, um Missverständnisse zu vermeiden und GIB-Absolventen den Zugang zu deutschen Hochschulen zu erleichtern.

Bildungscontrolling ausbauen

Bisher erfassen die großen deutschen Hochschulen nicht, ob und welche Auslandsschulabsolventen unter ihren Studierenden sind. Eine systematische Dokumentation wäre Voraussetzung dafür, die Wege der Absolventen an deutsche Hochschulen stetig verbessern zu können. Eine einheitliche Definition von Schlüsselbegriffen wie „Bildungsinländer“ und „Bildungsausländer“, sowie ein allgemeiner Ausbau der Forschung zu Deutschen Auslandsschulen wären hier konkrete Möglichkeiten einer Verbesserung.

Entwicklung der Internationalen Lehrerbildung

Der Lehrerberuf ist ebenso wie andere Aspekte unserer Gesellschaft von den Effekten der Internationalisierung und Globalisierung betroffen. Der Wandel des durchschnittlichen deutschen Klassenzimmers zu einer von sozialer, kultureller und sprachlicher Diversität geprägten Gruppe junger Menschen, stellt neue Anforderungen an den Lehrerberuf. Erfahrungen auf dem internationalen Parkett können hier die Vermittlung einer weltoffenen Einstellung von Lehrer an Schüler garantieren. Interkulturelle Kompetenz, sowie die Fähigkeit, einen integrativen Unterricht zu gestalten, können auszubildende Lehrkräfte während ihres Studiums durch die Möglichkeit eines Praktikums an Deutschen Auslandsschulen erlangen. Mit lehrer-weltweit bietet der WDA ein preisgekröntes Portal an, um die bestehenden Kooperationen zur Praktikumsvermittlung noch besser zu unterstützen und in der Zukunft weitere Hochschulen einbinden zu können

Studien- und Wissenschaftsstandort Deutschland für Auslandsschulabsolventen attraktiv halten

Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb machen viele Faktoren den Studien- und Wissenschaftsstandort Deutschland besonders attraktiv. Hier fällt insbesondere die Abwesenheit von Studiengebühren auf. Initiativen wie die Einführung von Studiengebühren für Nicht-EU-Bürger senden hier die falschen Signale an Absolventen. Das Alleinstellungsmerkmal „keine Studiengebühren“ der deutschen Hochschulen, sollte erhalten bleiben. Zudem sollte die Vergabe von Visa für das Studium an einer deutschen Hochschule durch Absolventen möglichst einfach sein. Zudem bedingen die Abschlüsse Deutscher Auslandsschulen, welche im Auslandsschulgesetz gewürdigt werden, das Alleinstellungsmerkmal der Deutschen Auslandsschulen, Sprach- und Studierfähigkeit im Paket anzubieten. Dieses Alleinstellungsmerkmal sollte im Fachkräfteeinwanderungsgesetz umfassend gewürdigt werden.

Lesen Sie anbei das gesamte Positionspapier des WDA zum Thema Erfolgsfaktoren der vertieften Zusammenarbeit zwischen Deutschen Auslandsschulen und Deutschen Hochschulen.

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