29.01.2019

WDA beim Unterausschuss Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik: Staatliche Förderung der Auslandsschulen lohnt sich

WDA stellt Studie zum Wertbeitrag der Deutschen Auslandsschulen vor und nimmt Stellung zur Evaluation des Auslandsschulgesetzes.

Von links: Thilo Klingebiel (WDA-Geschäftsführer), Dr. Sandra Hofmann (WifOR-Institut), Detlef Ernst (WDA-Vorstandsvorsitzender) und Prof. Dr. Kai Maaz (Leibniz-Institut für Bildungsforschung und -information).

Im Unterausschuss für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik im Deutschen Bundestag werden zentrale Leitlinien besprochen, die auch die Deutschen Auslandsschulen betreffen. Daher war es ein wichtiger Meilenstein, dass der Weltverband Deutscher Auslandsschulen vor den versammelten Parlamentariern die Studie „Weltweite Wertschöpfung: Quantifizierung des Wertbeitrags Deutscher Auslandsschulen“ präsentieren konnte. 2014 wurden im Auftrag des WDA mit der Universität St. Gallen die grundlegenden acht Wertdimensionen der Deutschen Auslandsschulen unter Einbindung aller Stakeholder qualitativ bestimmt. 2018 wurden nun diese Wertbeiträge der Deutschen Auslandsschulen unabhängig quantifiziert. Mit der Studie hatte der Weltverband Deutscher Auslandsschulen das WiFOR-Institut beauftragt, seit Sommer 2018 liegen die Ergebnisse vor. Die Studienergebnisse präsentierten Dr. Sandra Hofmann (WifOR-Institut), Prof. Dr. Kai Maaz (Leibniz-Institut für Bildungsforschung und -information), Detlef Ernst (WDA-Vorstandsvorsitzender) und Thilo Klingebiel (WDA-Geschäftsführer).

Die Zivilgesellschaft trägt die Deutschen Auslandsschulen

Deutsche Auslandsschulen werden durch Bund und Länder gefördert und sind gleichwohl frei getragen. Die fast ausschließlich als Elternvereine organisierten Schulträger erreichen einen Autonomiegrad, der beispielhaft im Vergleich zu den Verhältnissen an Schulen im Inland ist. Um nur eine Zahl zu wiederholen: Die freien Schulträger brachten allein 2017 484 Mio. Euro an Eigeneinnahmen in die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ein, 72 % der Gesamteinnahmen der Träger, und darüber hinaus ihre ehrenamtliche Arbeit.
In der öffentlich-privaten Partnerschaft im Auslandsschulwesen kommen die freien Schulträger damit ihrem Auftrag nach: Sie sichern die Schulversorgung deutscher Kinder im Ausland und fördern zugleich die interkulturelle Begegnung. Die öffentlich-private Partnerschaft schafft durch relativ geringe staatliche Investitionen einen hohen und nachhaltigen Effekt. Allein mit der Schulversorgung deutscher Kinder im Ausland erbringen die Schulträger eine Dienstleistung im Wert von 158 Mio. Euro im Vergleich zum Inland. Dies entspricht 83% der finanziellen und personellen Gesamtförderung der Deutschen Auslandsschulen. Die Förderung durch Bund und Länder wirkt als Katalysator der Auslandsschularbeit, die auf einem starken ehrenamtlichen Engagement der Schulträger aufbaut.

Deutsche Auslandsschulen vermitteln mehr als Sprache

Schüler Deutscher Auslandsschulen lernen in ihrer langjährigen Schullaufbahn nicht nur die Sprache, sondern ganzheitlich eine besondere Lehr- und Lernkultur wie auch die Kultur Deutschlands kennen. Die anerkannten Deutschen Auslandsschulen haben damit ein Alleinstellungsmerkmal im weltweiten Netzwerk der Partnerschulen, den sogenannten PASCH-Schulen. Bei jungen Menschen im Ausland erzeugen sie nachhaltiges Interesse an Deutschland und schaffen stabile Bindungen.

Die Qualität und besondere Relevanz der Studie wurde auch durch den Vorsitzenden des Verbandes der Lehrer im Ausland (VDLiA) unterstrichen und in die Sitzung eingebracht.

WDA nimmt Stellung zur geplanten Evaluation des Auslandschulgesetzes.

Ein weiteres Thema der Ausschusssitzung war die geplante Evaluation des Auslandsschulgesetzes. Hierzu erneuerte der WDA seine Stellungnahme. Demnach ist das Ziel des Gesetzes, nämlich eine nachhaltige Förderung und Planungssicherheit für die Deutschen Auslandsschulen, noch nicht in vollem Umfang erreicht. Ein Drittel der anerkannten Deutschen Auslandsschulen hat noch keinen Anspruch auf gesetzliche Förderung. Somit bleibt die freiwillige Förderung über Zuwendungen weiter die Regel. Auch bei den Themen Versorgungszuschlag und bereitgestellte Mittel für Inklusion besteht Handlungsbedarf. Der WDA schlug daher eine Reihe konkreter Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Auslandsschulgesetzes vor. Die Abgeordneten betonten die Notwendigkeit der Evaluation und einer diesbezüglichen breiten Diskussion. Sie unterstrichen die Forderung an Bund und Länder eine Lösung und Einigung für die seit 2011 bestehende Problematik des Versorgungszuschlages für beurlaubte, beamtete Ortslehrkräfte zu finden. AA und Länder sagten einen Lösungsvorschlag bis zum Sommer zu, damit der Versorgungszuschlag auch für diesen Lehrertyp übernommen werden kann. Allerdings berichteten Bund und Länder bereits bei der Schulleitertagung, zu prüfen den Versorgungszuschlag bei diesem Lehrertyp nur in bestimmten Fällen zu bezahlen, z.B. bei überhälftigem Deputat. Der WDA stellte hier da, dass eine Regulation der frei angeworbenen Lehrkräfte über einen solchen Mechanismus ein Widerspruch zur Logik des Auslandsschulgesetzes sei, welche einen verstärkte Anwerbung von Ortslehrkräfte erfordert. Der WDA setzt sich kontinuierlich für die Lösung der Problematik des Versorgungszuschlages für diesen Lehrertyp ein und initiierte eine gemeinsame Kampagne mit den Lehrerverbänden.

Das Auswärtige Amt als zuständiges Ministerium wird über das weitere Verfahren der Evaluation informieren, welches für 2019 angestrebt wird. Der WDA hat zugesagt, die gebündelten Erfahrungen der freien Träger der Auslandsschulen in diesen Prozess einzubringen. Bereits 2015, 2016 und 2017 begleitete der WDA mit konstruktiven Beiträgen die Diskussion zur Evaluation des Auslandsschulgesetzes. Die letzte Evaluation erfolgte 2016.

 
 
 
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