06.10.2016

Kulturelle Intelligenz, die sich auszahlt

Der Bundestag will die Rolle der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik bei der Krisenbewältigung (AKBP) stärken. Im Rahmen der AKBP-Debatte am 29. September 2016 verabschiedeten die Abgeordneten dazu einstimmig einen Entschließungsantrag der Fraktionen CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen.

Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ist laut Außenminister Steinmeier kein „nice to have“. Der Bundestag unterstützt die Politik der Bundesregierung in diesem Bereich. (Foto: Fotolia - Marcel-Schauer)

Flucht, Krisen und Migration haben 2015 auch die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) geprägt. Das geht aus 19. AKBP-Bericht der Bundesregierung hervor, über den der Deutsche Bundestag am 29. September debattierte. In dem Bericht informiert die Bundesregierung über die Entwicklungen und Kernthemen in der Kultur- und Bildungsarbeit im Ausland; zu diesem Bereich gehört auch das Auslandsschulwesen.

Bildungsbiografien begleiten

Das Auswärtige Amt biete eine "kontinuierliche Bildungsbegleitung" von Ausländern an, heißt es in dem Bericht. Dies beginne bei den Deutschen Auslandsschulen sowie dem Netzwerk "Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) und reiche über die Förderung des wissenschaftlichen Austauschs bis hin zu Alumni-Aktivitäten. "Die daraus entstehenden Bildungsbiographien stärkten die dauerhafte Verbindung von hochqualifizierten Menschen zu Deutschland“, erklärt die Bundesregierung.

Deutsch zu lernen sei aktuell für viele Flüchtlinge mehr denn je Schlüssel zur Integration in Deutschland, heißt es im AKBP-Bericht weiter. Insgesamt ist weltweit ein wachsendes Interesse an der deutschen Sprache zu verzeichnen. Die Zahl der Deutschlernenden sei seit 2010 von 14,9 auf 15,4 Millionen gestiegen. Deutsche Sprachkenntnisse würden überwiegend an Schulen erworben. Rund 87 % der weltweit erfassten Deutschlernenden sind dem Bericht zufolge Schüler. "Mit den jungen Deutschlernenden von heute gewinnen wir wichtige Partner in Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Forschung für morgen. Sprachförderung ist eine besonders nachhaltige und langfristige außenkulturpolitische Maßnahme", betont der Bericht.

Entschließungsantrag einstimmig beschlossen

Die Fraktionen von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen legten anlässlich der Debatte zum AKBP-Bericht einen Entschließungsantrag vor. Darin fordern sie die Bundesregierung unter anderem auf, die Rolle der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik bei der Krisenbewältigung zu stärken. Auch für den Zusammenhalt innerhalb der Europäischen Union solle die AKBP künftig eine größere Rolle spielen. Der Bundestag verabschiedete den Entschließungsantrag einstimmig.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier dankte dem Unterausschuss für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (UAKBP), der den Entschließungsantrag initiiert hatte. Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik sei kein „nice to have“, sondern unverzichtbarer Bestandteil von Außenpolitik, "gerade dann, wenn die Zeiten schwierig sind und die Partner noch mehr".

Kulturarbeit- und Bildungsarbeit schaffen Verständigung

Innen und Außen ließen sich im 21. Jahrhundert nicht anhand der Grenzen von Nationalstaaten trennen, sagte Steinmeier. Politische Krisen und wirtschaftliche Interessenskonflikte würden durch religiöse und ethnische Konflikte unterlegt, etwa in der Ukraine, Syrien oder in Ostafrika. "Kultur- und Bildungsarbeit und die Zusammenarbeit mit den Zivilgesellschaften anderer Länder spielten eine entscheidende Rolle, um die Chance zur Verständigung in diesen Konflikten zu wahren, erklärte Steinmeier im Bundestag.

Im internationalen Austausch ist Steinmeier zufolge "kulturelle Intelligenz“ gefragt. "Jedes Goethe-Institut, jede PASCH-Schule ist Teil einer kulturellen Infrastruktur, die uns mit den Partnern in der Welt verbindet. Dies koste zwar Geld, räumte Steinmeier ein, aber "viel weniger Geld als Verkehrsinfrastruktur, und Gedankenstau ist nicht weniger risikoreich als Verkehrsstau“.

 
 
 
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