15.12.2015

Perspektiven schaffen, Herausforderungen meistern

Schulvertreter und Fachleute aus Deutschland tauschten sich in Mailand zu aktuellen Entwicklungen im Auslandsschulwesen aus - Rückblick zur WDA-Europatagung 2015

Vom 27. bis 28. November 2015 richtete die Deutsche Schule Mailand die WDA-Europatagung 2015 aus. Der WDA bietet die Tagung jährlich für seine europäischen Mitgliedsschulen an. Das Netzwerktreffen soll den regionalen und fachlichen Austausch der Schulen auf dem Kontinent stärken.

Schulen und fördernde Stellen im Gespräch

An der WDA-Europatagung 2015 nahmen mehr als 50 Schulvertreter aus ganz Europa sowie dem Libanon teil. Den WDA vertraten der Vorstandsvorsitzende Detlef Ernst, die stellvertretende Vorsitzende Martina Spann, Schatzmeister Dr. Peter Fornell, Vorstandsmitglied Friederike Gribkowsky und Geschäftsführer Thilo Klingebiel. Für das Auswärtige Amt nahm der stellvertretende Leiter des Auslandsschulreferats Peter Kettner teil, für die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) der Leiter Joachim Lauer sowie der stellvertretende Fachbereichsleiter Reiner Ries. Die Bundesländer waren durch Dorothée Bauni repräsentiert, die Vorsitzende des Bund-Länder-Ausschusses für schulische Arbeit im Ausland (BLASchA). Die Londoner Schulleiterin Marie-Luise Balkenhol vertrat als Vorsitzende den Direktorenbeirat. Zu den Ehrengästen zählten die Generalkonsulin Deutschlands in Mailand Jutta Wolke und der Bürgermeister von Mailand Giuliano Pisapia. Strategische Partner des WDA stellten bei der Tagung ihre Leistungen für die Deutschen Auslandsschulen vor.

“Gemeinschaft steht für menschliche Werte“

„Wir wollen uns zu aktuellen Entwicklungen austauschen - und sie für die Zukunft aktiv mitgestalten.“ Dies betonte der Vorstandsvorsitzende der Gastgeberschule Dr. Reinaldo Krass zum Auftakt der WDA-Europatagung. Die Agenda der Veranstaltung umfasste vielfältige Themen. Der erste Tag war aktuellen politischen Fragen, der Lehrerbeschaffung und der Inklusion gewidmet. Am zweiten Tag standen das Personal- und Qualitätsmanagement sowie die Ergebnisse der WDA-Zukunftskonferenz vom April 2015 im Mittelpunkt. Außerdem stellten Mitglieder Best Practice-Beispiele ihrer Schulen vor. Die Europatagung nahm Diskussionsimpulse von der WDA-Amerikatagung 2015 im Oktober in Puebla auf.

Der WDA-Vorsitzende Ernst ging in seinem Grußwort auf die Bedeutung der Terroranschläge in Paris und in weiteren Städten für die Auslandsschulen ein. "Diesen Herausforderungen müssen wir uns stellen." Die Deutschen Auslandsschulen engagierten sich schon seit vielen Jahren in Krisenregionen wie dem Irak und im Libanon. „Mit ihrer Präsenz und ihrer Arbeit sind sie beispielhaft“, unterstrich Ernst. „Zeigen wir auch weiterhin, dass unsere Schulgemeinschaft für menschliche Werte und interkulturellen Austausch steht. Gemeinsam stellen wir uns gegen Gewalt und Intoleranz - solidarisch, entschieden und weltweit.“

"Gute und bewährte Partner“

Die stellvertretende WDA-Vorsitzende Spann wies darauf hin, dass sich die Deutschen Auslandsschulen in ihrer langen Geschichte immer wieder erfolgreich mit neuen Herausforderungen auseinandergesetzt hätten. Sie zeigte sich erfreut, dass die Schulen aus der Politik "volle Unterstützung“ für ihre wichtige Arbeit erhielten.

Peter Kettner vom Auswärtigen Amt sagte, die Deutschen Auslandsschulen seien "gute und bewährte Partner" in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Er wies darauf hin, dass auch im Unterausschuss für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik des Bundestags nach seiner Wahrnehmung große Einigkeit über die Bedeutung der Auslandsschulen herrsche. Kettner nahm Bezug auf das WDA-Motto "Gemeinsam Zukunft tragen": Es sei wichtig, dass die Beiträge der einzelnen Akteure sichtbar würden. "Wir schaffen es nur, die Herausforderungen zu bewältigen, wenn wir alle an einem Strang ziehen.“

“Wer ins Ausland geht, sollte einen Vorteil haben“

Die Auslandsschulen seien bereit, eine positive Antwort auf die aktuellen Herausforderungen zu finden, sagte ZfA-Leiter Lauer. Das Auslandsschulwesen könne Perspektiven schaffen, etwa in Regionen wie dem Balkan. Mit Blick auf die Lehrervermittlung betonte Lauer, dass der Bedarf im Ausland im Vergleich zum Inland verhältnismäßig gering sei. Die Bedeutung der Auslandserfahrung sei im Inland stärker sichtbar zu machen. Die Einführung des Deutschen Sprachdiploms (DSD) vor dem Hintergrund der Flüchtlingsthematik in mehreren Bundesländern sei dabei ein wichtiger Schritt. Auch die BLASchA-Vorsitzende Dorothée Bauni bewertete in Mailand das „DSD-Inland“ als Erfolg für die Auslandsschulen. Dabei sei das Wissen zurückkehrender Auslandsschullehrer besonders wichtig. Künftig könnten weitere Bundesländer das DSD einführen.

Die Vorsitzende des Direktorenbeirats Balkenhol zeigte sich überzeugt, dass der Auslandsaufenthalt für Lehrer und Schulleiter ein Zugewinn sein müsse. Beförderungen seien auch im Ausland notwendig, auch Fortbildungen müssten finanziert werden. WDA-Schatzmeister Fornell stellte klar: „Wer ins Ausland geht, soll davon einen Vorteil haben.“

Die nächste WDA-Europatagung findet im Herbst 2016 in Madrid statt.

Vorträge und Präsentationen zum Herunterladen

Für WDA-Mitglieder stehen die die Vorträge und Präsentation der Referenten bei der Europatagung 2015 unter auslandsschulnetz.de bereit. Nach dem Login finden Sie die Dateien unter folgendem Pfad: Dateiablage > Ordner Archiv > Unterlagen Regionaltagungen > Ordner Europatagung 2015 Mailand.

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