Herausforderungen der Deutschen Auslandsschulen

In der Untersuchung zum Public Value der Deutschen Auslandsschulen haben wir die Teilnehmer in Deutschland und an den Schulen weltweit gefragt, welche Herausforderungen die Schulen mit Blick auf ihre öffentliche Wahrnehmung meistern müssen - und wie dies gelingen kann.

Herausforderungen für die Deutschen Auslandsschulen

Die von gesellschaftlicher und schulischer Seite am häufigsten genannten Herausforderungen, die die Deutschen Auslandsschulen mit Blick auf die Vermittlung in der Öffentlichkeit in Deutschland meistern müssen.

• Unwissen und Vorurteile: Aufgaben und Leistungen der Deutschen Auslandsschulen kaum bekannt; Wahrnehmung von Stereotypen geprägt

• Medien und Öffentlichkeit: Wenig Berichterstattung; fehlender Bezug und Verständnis in der deutschen Öffentlichkeit

• Elite-Image: Als Privatschulen werden Deutsche Auslandsschulen häufig als Eliteschulen für eine wohlhabende Oberschicht gesehen

• Förderung: Schulen sehen sich unter starkem Rechtfertigungsdruck

• Stellenwert in Politik und Wirtschaft: Mangelnde Wertschätzung und geringe Bekanntheit der Leistungen der Deutschen Auslandsschulen

• Bildungssystem: Geringe Karrierechancen und mangelnde Wertschätzung für Lehr- und Führungskräfte nach Rückkehr aus dem Ausland

• Zentralistische Vorgaben: Enge Vorgaben aus Deutschland, zugleich in Deutschland Entscheidungsprozesse mit geringer Transparenz

• Internationale Abschlüsse: GIB, IB und andere Abschlüsse zu wenig bekannt und geschätzt

• Planungsunsicherheit: Probleme insbesondere bei Personalsuche, vor allem für Lehrkräfte

Größte Herausforderungen im Sitzland

Die von gesellschaftlicher und schulischer Seite am häufigsten genannten Herausforderungen, die die Deutschen Auslandsschulen mit Blick auf die Vermittlung in der Öffentlichkeit im Sitzland meistern müssen.

• Abhängigkeit von politischer Stimmung: Lage zwischen Sitzland und Deutschland beeinflusst Arbeit der Schulen

• Arbeitsmarkt: Umsetzung fairer Arbeitskonditionen und gleicher Karrierechancen

• Bildungssystem im Sitzland: Schwächen im Vergleich zu Deutschen Auslandsschulen; Misstrauen, besonders auf politischer Ebene

• Deutschlandbild und Gesellschaft: Alte Vorstellungen verändern und für offene, tolerante, partizipative Umgangsformen und Strukturen werben

• Interkulturelle Kompetenz: Mitarbeiter oft nicht angemessen auf Aufgaben vorbereitet

• Rekrutierung: Personalsuche schwierig, insbesondere deutschsprachiger Lehrer

• Politische und gesetzliche Rahmenbedingungen: Demokratiedefizite und Restriktionen

Handlungsempfehlungen

Aus den Herausforderungen heraus lassen sich folgende Handlungsempfehlungen ableiten:

1. Die DAS sollten mehr Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit leisten – übergreifend, global und lokal.

2. Die DAS sollten ihre gemeinsame Identität stärken („CI“), die Entwicklung gemeinsamer Informations- und Imagekampagnen vorantreiben.

3. Die DAS sollten Transparenz schaffen über ihre Leistungsfähigkeit – von wirtschaftlichen Kennzahlen bis hin zur privat-öffentlichenTrägerschaft.

4. Die DAS sollten systematisch erfassen, wo und wie ihre Alumni tätig sind, um ihre Zielsetzungen überprüfen zu können.

5. Die DAS sollten ihre Rolle und Aufgabe im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik selbstbewusst vertreten und vermitteln.

6. Die DAS sollten verdeutlichen, dass sie Vorbild und Vorreiter bei Integration, Völkerverständigung und kulturellem Austausch sind.

7. Die DAS sollten die globale Alumni-Vernetzung stärken.

8. Die DAS sollten ihr Lobbying sowie die Netzwerkpflege in Politik und Wirtschaft verstärken.

9. Die DAS sollten den externen Austausch mit Wirtschaft, Schulen und Hochschulen in Deutschland und im Sitzland fördern.

10. Die DAS sollten den Austausch an den internen Schnittstellen intensivieren, insbesondere zwischen Vorstand, Schul- und Verwaltungsleitung.

 
 
 
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Auszeichnung für den WDA

Mit seinem Public Value-Projekt wurde der WDA beim Wettbewerb "Verband des Jahres 2016" ausgezeichnet.

 
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