„Ohne Empathie und Respekt geht es nicht“

Marc-Thomas Bock, ehemals Lehrer und Schulleiter in Las Palmas de Gran Canaria und Managua

Marc-Thomas Bock war als Auslandsdienstlehrkraft (ADLK) an der Deutschen Schule Las Palmas de Gran Canaria tätig. Jahre später zieht es ihn erneut ins Ausland: Bock wird 2010 Schulleiter an der Deutschen Schule Managua – und fühlt sich bestens vorbereitet: „Durch die Zeit in Gran Canaria hatten meine Familie und ich das Spanische zumindest in groben Zügen gelernt. Bereits in den Sommerferien 2009 erfuhr ich während eines zehntägigen Aufenthaltes in Managua durch den Vorstand und meinen Vorgänger eine mustergültige Übergabe. Und schließlich hatte ich das große Glück, tatsächlich an den gewünschten Einsatzort vermittelt zu werden.“

Sich einlassen auf Kultur und Sprache

Für erfolgsentscheidend im Auslandsschuldienst hält Bock die Bereitschaft, sich auf die andere Kultur und Sprache einzulassen. Fachliche oder organisatorische Fragen seien seltener ein Problem. „Woran man durchaus zerbrechen kann, ist der Mangel an persönlicher oder interkultureller Empathie“. Es sei wichtig, fremde Kritik erst einmal anzunehmen und eigene Kritik kulturspezifisch angemessen zu vermitteln. „Es geht darum, Respekt vor den erbrachten Leistungen von Vorgängern und Vorständen zeigen“. So gelinge eine einvernehmliche Zusammenarbeit, die auf das Wohl und den Erfolg der Schule abziele.

Sind die Kokosnüsse bereits reif?

Die Deutsche Schule Managua ist eine GIB-Schule. Das Internationale Baccalaureate sei für deutsche Lehrer eine bereichernde Herausforderung. Zugleich gebe es im Vergleich zu Deutschland eher untypische Verantwortungsbereiche: etwa sicherzustellen, dass der Wachschutz neue Trommelrevolver erhält oder zu kontrollieren, wie reif die Kokosnüsse an den Palmen der Grundschule sind.

Die Deutsche Schule Managua wächst weiter. Bis 2018 soll bis zur Klasse 12 eine Dreizügigkeit erreicht sein. „Die Baumaßnahmen wandeln die Schule und ihren Kindergarten in einen wunderschönen, von tropischen Pflanzen überbordenden Campus um“, freut sich Bock. Zur Arbeitsatmosphäre sagt er: „Zwischen Verwaltungsleitung, Vorstand und Schulleitung bestand immer ein überaus freundliches, offenes und von Eitelkeiten oder Animositäten freies Verhältnis. Oberstes Gebot war es, einen Konsens zu finden und die Einrichtung weiterzuentwickeln.“

Viele Lehrer bleiben länger – oder für immer

Nicaragua sei das zweitärmste Land der westlichen Hemisphäre und habe doch unendlich viel zu bieten, sagt Bock. Die meisten vermittelten Lehrkräfte wünschten eine maximale Vertragsverlängerung, die Ortlehrkräfte blieben nicht selten für viele Jahre – wenn nicht sogar für immer – im Land; die Zahl der Praktikumsanfragen an die Schule übersteige die Kapazität. „Immer mehr Alumni studieren in Deutschland und pendeln zwischen zwei Welten. Sie prägen die Schule durch ihre Deutschkenntnisse und ihre Verbundenheit zu den Unis in Berlin, Marburg, Heidelberg, Halle und anderswo.“

Prägende Erfahrungen

Zentralamerika gelte gemeinhin als schwierige, wenn nicht sogar gefährliche Region. Bock blickt zurück: „Wer hier als Schulleiter tätig gewesen ist, der wird sich immer dankbar an die persönliche und berufliche Herausforderung erinnern und sich bewusst sein, dass diese Region sein Leben, ja auch seine Persönlichkeit maßgeblich beeinflusst hat. Ich habe meine Tätigkeit als Schulleiter in Managua keinen einzigen Tag bereut.“

 
 
 
Über uns
 
Service für Pädagogen
Zum Portal lehrer-weltweit.de
 
Newsletter abonnieren

Aktuelles und Services rund um die Deutschen Auslandsschulen!
Jetzt anmelden

 
Folgen Sie dem WDA
WDA auf FacebookWDA auf TwitterRSS-Feed des WDAWDA auf G+WDA auf YouTube
 
Transparenz
Transparenz