12.10.2011

Grußwort von Dr. Schmitt, Leiter des Referates 605 im Auswärtigen Amt

Lesen Sie hier das Grußwort des für die Deutschen Auslandsschulen zuständigen Referatsleiters im Auswärtigen Amt.

Sehr geehrte Leser,

ich freue mich, zu einem für unser System wichtigen Zeitpunkt die Leitung des für die deutschen Auslandsschulen im Auswärtigen Amt zuständigen Referats übernommen zu haben.

Mehr als in vergangenen Zeiten befinden sich die unsere Schulen derzeit im Zentrum der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit. Diese Aufmerksamkeit kommt nicht nur von vielen Eltern weltweit, die – unter Bedingungen globaler Mobilität – nach hochwertigen Bildungs- und Lebenschancen für ihre Kinder suchen. Sie kommt auch aus der deutschen Öffentlichkeit, in der die Erkenntnis wächst, dass der demographische Wandel in Deutschland und die damit verbundenen Folgeerscheinungen – insbesondere der sich abzeichnende Studenten- und Fachkräftemangel – dem Auslandsschulwesen eine zusätzliche innenpolitische Bedeutung verleihen. Absolventen deutscher Auslandsschulen waren in Deutschland schon immer willkommen. Heute wünschen wir uns noch mehr als früher, dass Absolventen zumindest für eine Weile zu uns kommen, in Deutschland studieren und einen Teil ihrer beruflichen Karriere entweder in Deutschland oder bei deutshen oder mit Deutschland arbeitenden Unternehmen und Organisationen in ihrer Heimat verbringen. Solche Lebenskarrieren sind ein Gewinn für alle Beteiligten!

Unsere Auslandsschulen stehen vor der Aufgabe, die Interessen ihrer klassischen „Kunden“ – d.h. der deutschen oder Deutschland traditionell verbundenen Familien – mit den Erwartungen der Familien zu verbinden, die sich auf der Basis der Globalisierung bewusst Deutschland, seine Auslandsschulen, seine Hochschulen, sein wirtschaftliches Umfeld und sein kulturelles Angebot ausgesucht haben, um ihren Kindern langfristig optimale Lebenschancen zu verschaffen. Diese Familien sind gleichermaßen wichtige Zukunftpartner für uns.

Bund und Länder haben sich gerade unter Anhörung der anderen in diesem Feld relevanten Spieler – darunter auch des WDA – auf ein Reformkonzept für die deutschen Auslandsschulen geeinigt. Kern der Reform ist eine Flexibilisierung der bisher wenig beweglichen personellen Förderung unserer Auslandsschulen durch Einführung überjähriger Budgets. Mit diesem Konzept wollen wir unsere Auslandsschulen wettbewerbsfähiger und damit auch zukunftssicherer machen und der gestiegenen Zahl unserer Deutschen Auslandsschulen Rechnung tragen. Die Schulen können, sobald das Reformkonzept in der Praxis umgesetzt ist, selbst entscheiden, ob sie aus dem Budget qualifizierte Ortskräfte oder zusätzliche von den Ländern entsandte, über die ZfA vermittelte Lehrer einstellen.

Uns ist wichtig, die Eigenverantwortlichkeit der Schulen zu stärken. Dazu dienen auch andere Elemente des Reformkonzepts wie z.B. die Einführung der Möglichkeit, einen hauptamtlichen „Beauftragten des Vorstands“ einzusetzen. Wir wollen den Schulen die Möglichkeit geben, ihr Angebot weiter zu professionalisieren und noch stärker an den Bedürfnissen der interessierten Eltern vor Ort auszurichten. Ich denke, das uns dieses Konzept eine Chance eröffnet, das deutsche Schulbildungsangebot auch unter weltweit verschärften Wettbewerbsbedingungen attraktiv zu gestalten und auszubauen.

Ich bin optimistisch, dass uns das in den nächsten Jahren gemeinsam gelingen wird, und freue mich auf die Zusammenarbeit mit den im WDA organisierten Deutschen Auslandsschulen!

Lebenslauf Dr. Thomas Schmitt

  • seit Juli 2011 Referatsleiter 605 (Auslandsschulen) im Auswärtige Amt, Berlin
  • 2008 - 2011 Ständiger Vertreter des Deutschen Generalkonsuls in Sao Paulo
  • 2006 - 2008 Deutscher Botschafter in Podgorica, Montenegro
  • 2003 - 2005 Stellvertretender Referatsleiter im Grundsatzreferat der Kulturabteilung des AA
  • 2000 - 2003 Kultur- und Pressereferent an der deutschen Botschaft in Mexiko-Stadt
  • 1997 - 2000 Büroleiter des deutsch-amerikanischen Koordinators im AA
  • 1991 - 1997 an der Botschaft Belgrad und im Büro des Hohen Repräsentanten, Sarajevo
  • 1988 Eintritt in das Auswärtige Amt, Attachéausbildung
  • 1989 Promotion zum Dr. rer. pol. an der Universität zu Köln
  • ab 1977 Studium der Verwaltungswissenschaften in Konstanz, Arbeitsaufenthalt am M.I.T., Cambridge, MA, Promotionsstudium an der Universität zu Köln
  • 1959 geboren in Mainz, aufgewachsen in Überlingen am Bodensee
 
 
 
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