07.01.2014

Keine Zauberei, sondern harte Arbeit

Wie Schulen erfolgreich Fundraising betreiben: Drei Fragen an Edward Schlieben, Verwaltungsleiter der Deutschen Internationalen Schule New York

„Ohne Unterstützung des Vorstands geht es nicht“: Fundraising-Experte Edward Schlieben beim Weltkongress Deutscher Auslandsschulen 2014 in Berlin. Foto: WDA/AA/ZfA/Dirk Enters

Die Deutsche Internationale Schule in New York hat für eine neue Sporthalle fünf Millionen US-Dollar an Spenden eingeworben. Was ist das Erfolgsrezept für ein solches Fundraising-Projekt?

Es gibt nicht das eine Erfolgsrezept, das immer funktioniert. Fundraising ist keine Zauberei, sondern harte Arbeit. Aber einige Konzepte und Strategien haben sich bewährt. Diese "Best Practices“ aus den USA lassen sich auch auf andere Länder übertragen. Angepasst an die lokalen Gegebenheiten und Besonderheiten, können Deutsche Auslandsschulen weltweit davon profitieren. Einige grundsätzliche Annahmen sind universell, etwa: Es muss ein echter Bedarf da sein, ob es um eine neue Sporthalle oder neue Computer für die Schule geht. Menschen spenden für Menschen, nicht für Institutionen. Wer um Spenden bittet, sollte auch selbst spenden, zum Beispiel in Vorstandskreisen. Grundsätzlich fällt es den meisten Menschen sehr schwer, andere um Geld zu bitten. Alles Dinge, die wohl überall auf der Welt gelten.

Wie sollte eine Fundraising-Kampagne aufgebaut sein?

Eine sorgfältige und langfristige Planung ist wichtig. Jede Kampagne muss detailliert strukturiert sein, sie braucht ein klares Ziel und eindeutige Verantwortlichkeiten. Wir brauchen hervorragende Leute, die sich professionell mit dem Thema befassen, aber auch starke und einflussreiche freiwillige Mitstreiter. Und wir benötigen Unterstützung von der Führungsebene: Der Vorstand muss voll hinter und zu dem Projekt stehen.

Oft laufen Kampagnen jahrelang. Wie gelingt es, die gesteckten Ziele zu erreichen?

Es ist wichtig in der Planung festzulegen, was die optimale "Lebenszeit" für eine Kampagne ist und diese nicht zu überschreiten. Kampagnen sollten in verschiedene Schritte und Meilensteine aufgeteilt sein. Bei Projekten in Millionenhöhe sind vorab die potenziellen Großspender zu identifizieren. Zum Start lautet das Ziel, mehrere Großspenden einzuwerben. Das schafft ein Fundament und sendet ein wichtiges Signal an andere Spender. Dann nehmen wir mittelgroße Spendenziele in den Blick, schließlich auch kleinere Spenden. Bei einer solchen Staffelung können Angebote wie die WDA-Partnerschaft mit betterplace sehr hilfreich sein. Das ist auch ein wichtiger Baustein, um zum Beispiel Spender in Deutschland anzusprechen. Heutzutage gibt es viele neue Möglichkeiten, die voll ausgeschöpft werden sollten. Online-Fundraisingprojekte wie das der DS Managua sind gute Beispiele, wie man die genannten Grundbausteine mit neuen technischen Entwicklungen kombinieren kann. Sinnvoll ist es auch, die Kampagne mit verschiedenen Veranstaltungen und Charity-Aktionen an der Schule zu verknüpfen. Sind die Ziele erreicht, sollte man eines nie vergessen: den Spendern danke zu sagen.

Präsentation: Best Practices in Fundraising

Edward Schlieben hat beim Weltkongress Deutscher Auslandsschulen in Berlin einen Fundraising-Workshop durchgeführt. Im Auslandsschulnetz können Sie in der Gruppe "Weltkongress Deutscher Auslandsschulen“ die Präsentation herunterladen. Dazu gehen Sie unter www.auslandsschulnetz.de auf Kooperation > Gruppenübersicht > Weltkongress Deutscher Auslandsschulen > Dateiablage.

Hier können Sie Zugangsdaten zum Auslandsschulnetz beantragen.

 
 
 
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