Erdbeben in Kolumbien: Deutsche Schule Cali und Hilfe am Pazifik

Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien vor ein paar Wochen sind viele Gemeinden an der Pazifikküste nur schwer erreichbar. Gerhard Thyben, ehemaliger Honorarkonsul und Vorsitzender der Schulträgergesellschaft Deutsche Schule Cali, fliegt als Mitglied der Patrulla Aérea Civil del Pacífico Hilfsgüter, Ärzte und Rettungspersonal in die betroffenen Regionen. Zugleich zeigt die Deutsche Schule Cali als Teil der Deutschen Auslandsschulen mit einer spontanen Spendenaktion große Solidarität und übernimmt Verantwortung für die Sicherheit ihrer eigenen Schulgemeinschaft.

Erdbeben in Kolumbien: Deutsche Schule Cali und Hilfe am Pazifik cover

Gerhard Thyben, Vorsitzender der Schulträgergesellschaft Deutsche Schule Cali, vor einem Flug in abgelegene Gebiete Kolumbiens. Foto: Gerhard Thyben.

Die Deutsche Schule Cali hat das schwere Erdbeben ohne wesentliche Schäden überstanden. Dennoch hat das Erdbeben mit großer Eindringlichkeit daran erinnert, dass die Sicherheit der eigenen Schule höchste Priorität haben muss. Glücklicherweise wurden an den Gebäuden keine unmittelbar schwerwiegenden Schäden festgestellt. Die fachlichen Überprüfungen zeigen jedoch, wie wichtig es ist, die seit Jahren angestrebte bauliche Ertüchtigung und Anpassung an heutige Anforderungen der Erdbebensicherheit nun mit neuer Dringlichkeit voranzubringen.

„Das Erdbeben hat uns zweierlei vor Augen geführt: wie wichtig schnelle und konkrete Solidarität mit den betroffenen Menschen ist – und zugleich, welche Verantwortung wir für die Sicherheit unserer eigenen Schulgemeinschaft tragen. Unsere Deutsche Schule Cali muss auch für kommende Generationen ein sicherer Ort des Lernens und der Begegnung bleiben“, sagt Thyben.

​Hilfe aus der Luft für abgelegene Regionen

Gerhard Thyben fliegt als Mitglied der Patrulla Aérea Civil del Pacífico, der zivilen Luftpatrouille des Pazifikraums, in seiner Freizeit mit einer Propellermaschine Hilfsgüter in abgelegene Gebiete an Kolumbiens Pazifikküste. Nach dem Erdbeben sind viele Gemeinden nur per Flugzeug erreichbar.

Die kleinen Flugzeuge bringen unter anderem Ärzte, medizinisches und Rettungspersonal sowie dringend benötigte Hilfsgüter nach Buenaventura, Quibdó und López de Micay. Diese Regionen sind auf dem Landweg teilweise nur sehr schwer erreichbar.

Gerhard Thyben belädt die Propellermaschine. Foto: Gerhard Thyben.

​Große Solidarität der Schulgemeinschaft

Unabhängig von Thybens Hilfsflügen hat auch die Deutsche Schule Cali kurzfristig und mit großer Solidarität reagiert. Unter maßgeblicher Initiative des Schulleiters, Herrn Jan Fischer, konnten bereits Spenden für die Hilfe in den besonders betroffenen und teilweise nur schwer erreichbaren Regionen gesammelt werden.

„Dafür bin ich unserer Schulgemeinschaft sehr dankbar. Es ist ein schönes und sehr konkretes Zeichen dafür, dass unsere Schule in einer solchen Situation nicht nur Anteil nimmt, sondern selbst handelt und hilft“, sagt Thyben.

Über die Deutsche Schule Cali

​Die Deutsche Schule Cali ist eine internationale Schule und ein lebendiger Ort des Lernens, in dem die Lernenden zu Weltbürgern geformt werden. Hier verbinden sich akademische Exzellenz und die allseitige Entwicklung jedes Einzelnen mit einem starken Fokus auf demokratische Werte sowie sozialer und ökologischer Verantwortung.

In der Schule wird die sprachliche Vielfalt großgeschrieben: Deutsch, Spanisch und Englisch sind nicht nur Unterrichtssprachen, sondern auch Brücken zwischen verschiedenen Kulturen und Perspektiven. Die Schule fördert die Begegnung und den täglichen Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern, Eltern, Absolventinnen und Absolventen, Lehrkräften sowie nationalen und internationalen Persönlichkeiten, um den kulturellen Reichtum unserer Welt zu verstehen, zu erleben und zu erhalten.

Seit der Gründung im Jahr 1935 steht die Deutsche Schule Cali für höchste Qualität, welche durch das Gütesiegel Exzellente Deutsche Auslandsschule mehrfach bestätigt wurde. Ziel der Schule ist es, eine ganzheitliche Bildung zu ermöglichen, die nicht nur die akademischen Fähigkeiten unserer Schülerinnen und Schüler stärkt, sondern auch ihre bürgerliche und ethische Verantwortung in einem nationalen und internationalen Kontext fördert.

Als Schulgemeinschaft will die Schule gemeinsam die Türen zur Welt öffnen und die Vielfalt der Kulturen und Sprachen erleben!

​Aktuelle Weltlage und Deutsche Auslandsschulen

Ob Naturkatastrophen, politische Spannungen, Krieg oder eine Pandemie – die Schulen müssen immer wieder schnell reagieren, Lösungen finden und füreinander einstehen. Beispiele dafür sind die Deutsche Schule Humboldt Caracas nach dem Erdbeben in Venezuela, die Deutsche Schule Kyjiw durch den Krieg in der Ukraine oder die Deutsche Schule Erbil und Schulen in den Vereinigten Arabischen Emiraten angesichts der angespannten Lage in der Region. Auch während der Corona-Pandemie unterstützten sich die Schulen gegenseitig, tauschten Erfahrungen aus und halfen besonders betroffenen Familien.

Die genannten Schulen stehen dabei stellvertretend für weitere Standorte weltweit. Was sie verbindet, sind Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und die gemeinsame Verantwortung, auch in schwierigen Zeiten gute und sichere Bildung und Gemeinschaft zu ermöglichen.

Eigenständig getragen, gemeinsam gefördert

​Deutsche Auslandsschulen sind keine profitorientierten Schulen. Freie, gemeinnützige Träger gründen und führen die Deutschen Auslandsschulen wirtschaftlich eigenständig. Die ehrenamtlichen Vorstände der Schulträger übernehmen dabei Verantwortung für die Entwicklung und den Betrieb der Schulen. Bund und Länder fördern die Schulen und unterstützen ihre Arbeit. So stehen die Deutschen Auslandsschulen für eine erfolgreiche öffentlich-private Partnerschaft, in der Eigenverantwortung, ehrenamtliches Engagement und staatliche Förderung zusammenwirken.

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