08.06.2015

Das Ziel vollenden: nachhaltige Förderung und Planungssicherheit für die Deutschen Auslandsschulen

WDA-Stellungnahme zur Evaluation des Auslandsschulgesetzes

Das Auslandsschulgesetz ist fast eineinhalb Jahre in Kraft. Mit der Evaluation stellt sich nun die Frage: Wird das Kernziel einer nachhaltigen Förderung und Planungssicherheit für die Deutschen Auslandsschulen erreicht?

52 von 140 der Schulen, also mehr als ein Drittel, haben keinen Anspruch auf gesetzliche Förderung.
Nicht die gesetzliche, sondern die zusätzliche freiwillige Förderung über Zuwendungen bleibt die Regel
Fast die Hälfte der Schulen sieht sich heute schlechter gefördert als in der Zeit vor dem Auslandsschulgesetz, wie eine repräsentative Befragung des Weltverbands zeigt.

Das Auslandsschulgesetz bleibt damit vorerst noch ein Kompromiss. Nun geht es darum, gemeinsam das Gesetz richtig und vollständig zu machen.

Zentrale Anpassungen des Gesetzes

1. Qualität ist in der Bildung das wichtigste Kriterium. Haushälterische Erwägungen sollten bei der Verleihung des Status "Deutsche Auslandsschule" keine Rolle spielen. Der entsprechende Passus im Gesetz muss gestrichen werden.

2. Schulen brauchen Planungssicherheit. Die Förderung sollte für mindestens drei Jahre gewährleistet sein, ohne dass der Haushaltsvorbehalt greift.

3. Alle bisher geförderten Schulen sollten von der gesetzlichen Förderung profitieren. Sie haben sich bewährt und ihre Leistungsfähigkeit nachgewiesen. Die geforderten Absolventenzahlen sind anzupassen: Förderfähig sollte eine Schule dann sein, wenn sie in den letzten drei Jahren vor Antragstellung Abschlussprüfungen vergeben hat.

Gleichzeitig ist die dreijährige Wartefrist zu streichen, damit Schulen im Aufbau nicht länger ungleich behandelt werden. Der gesetzlich abgesicherte Teil des Schulfonds liegt bei nur 56%. Das Gesetz hat keine Mehrausgaben begründet.

Regelung der Öffentlich-Privaten Partnerschaft im Gesetz

Der deutsche Staat bleibt Minderheitsfinanzierer der Deutschen Auslandsschulen. Die freien Träger finanzieren rund drei Viertel der Gesamteinnahmen eigenverantwortlich. Vor diesem Hintergrund ist die öffentlich-private Partnerschaft im Auslandsschulgesetz zu regeln:

Es muss gelten, was gegenüber inländischen Schulen in freier Trägerschaft gilt: eine gesetzlich verankerte, eingeschränkte Schulaufsicht
Die Kooperation sollte in einem Fachbeirat erfolgen. Der Weltverband Deutscher Auslandsschulen ist dabei als offizielle Mittlerorganisation anzuerkennen.

Inklusion und Versorgungszuschlag

Die Lücke zwischen finanzieller Festbetragsförderung und realen Kosten für eine Auslandsdienstlehrkraft am Standort muss geschlossen werden. Um die notwendige Zahl von Lehrern zu halten, werden zusätzliche, zu verstetigende 15,1 Millionen Euro finanzieller Förderung benötigt. Darüber hinaus ist der Gesetzgeber gefordert, die Verantwortung für seine im Gesetz formulierten Ansprüche zu übernehmen:

Die notwendigen Mittel für Inklusion sind zu erhöhen.
Der Versorgungszuschlag muss auch für verbeamtete, beurlaubte Ortslehrkräfte übernommen werden.

Lehrerbesoldung und Schulfonds

Was ist noch notwendig, um die hohe Qualität der Deutschen Auslandschulen zu sichern? Gut ausgebildete und hoch motivierte Lehrer aus Deutschland. Ohne sie geht es nicht. Deswegen ist die Attraktivität des Auslandseinsatzes zu verbessern und die Besoldung der Auslandsdienstlehrkräfte  anzupassen.

Dabei ist jedoch zu beachten: Je höher die Lehrerbesoldung für Auslandsdienstlehrkräfte, desto höher ist die gesetzliche personelle Förderung im Schulfonds. Ohne Erhöhung des Schulfonds, führt dies also automatisch zur Kürzung der freiwilligen Förderung. Um eine Zweiklassengesellschaft der Deutschen Auslandsschulen nicht zu verstärken, ist die Erhöhung der Lehrerbesoldung an die Höhe der gesetzlichen Förderung zu koppeln.

Evaluation durch Expertenrunden

Vor diesem Hintergrund ist es notwendig und folgerichtig, das Auslandsschulgesetz anzupassen. Der Gesetzgeber sollte die Chance dafür in dieser Legislaturperiode nutzen.

Der WDA schlägt vor, die regelmäßigen Expertenrunden im Auswärtigen Amt fortzusetzen, die es bereits im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens gab. Dabei sollten sich die Fördernden Stellen, der Weltverband Deutscher Auslandsschulen, als Vertreter der freien Schulträger, und die weiteren Interessengruppen regelmäßig zum Austausch treffen.

Gemeinsam können wir das Ziel vollenden, nachhaltige Förderung und Planungssicherheit für die Deutschen Auslandsschulen zu schaffen.

Die detaillierte WDA-Stellungnahme können Sie hier herunterladen.

Zum Herunterladen

Ansprechpartner

Thilo Klingebiel
Geschäftsführer

Tel. +49 (30) 28 04 49 20
Fax +49 (30) 28 04 49 22
Mobil: +49 170 483 52 70
klingebiel@auslandsschulnetz.de

 
 
 
Über uns
 
Service für Pädagogen
Zum Portal lehrer-weltweit.de
 
Newsletter abonnieren

Aktuelles und Services rund um die Deutschen Auslandsschulen!
Jetzt anmelden

 
Folgen Sie dem WDA
WDA auf FacebookWDA auf TwitterRSS-Feed des WDAWDA auf G+WDA auf YouTube
 
Transparenz
Transparenz